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Buchung von Tippgeberprovisionen

Von: Lars
5 Antworten
Hallo,

angenommen ein Immobilienmakler zahlt Personen, die ihm Hinweise auf potentielle Vermieter bzw. Verkäufer geben, im Erfolgsfall - also nach tatsächlichem Erhalt eines Auftrags und anschließendem Abschluss eines Miet- bzw. Verkaufsvertrags - eine Tippgeberprämie/ -provision.

1. Gelten diese Provisionen als Betriebsausgaben und sind sie (der Makler macht EÜR) unter "Übrige unbeschränkt abziehbare Betriebsausgaben" in der Anlage EÜR anzugeben?

2. Was muss sozusagen belegtechnisch geschehen? Reicht es, wenn der Makler dem Tippgeber eine Gutschrift ausstellt und zuschickt sowie den Geldfluss per Kontoauszug nachweisen kann? Oder muss er sich den Erhalt der Provison zusätzlich vom Tippgeber quittieren lassen?

3. Und schließlich noch: Ist es richtig, dass bei Provisionszahlung an Privatpersonen oder umsatzsteuerliche Kleinunternehmer die USt./VSt. außen vor bleibt, während bei Zahlung an ein "normales" Unternehmen die Provison USt. enthalten müsste und der Makler VSt.-abzugsberechtigt wäre?

Vielen Dank im Voraus!
Von: Kexel
Uhr
Hallo,

zu Ihren Fragen

1. Ja.
2. Quittung mit vollständigem Namen und Adresse sowie Unterschrift des Tippgebers ausstellen.
Der Tippgeber hat die erhaltenen Provisionen zu versteuern, also in seiner Einkommensteuererklärung zu erfassen, entweder Anlage G oder Anlage SO.
3. Ja, so ist es. Vorsteuerabzug aber auch nur dann, wenn eine ordnungsgemäße Rechnung bzw. Gutschrift im umsatzsteuerlichen Sinne vorliegt.
Von: Lars
Uhr
Vielen Dank für die schnelle Antwort.

Zwei Nachfragen haben sich noch ergeben:

1. Ist der Empfänger der Provision auf seine Verpflichtung, diese bei der Einkommensteuer anzugeben, hinzuweisen?

2. Wenn eine Rechnung/Gutschrift keine USt. enthält, ist dies ja auf dem Dokument zu vermerken (UStG.: "... im Fall einer Steuerbefreiung einen Hinweis darauf, dass für die Lieferung oder sonstige Leistung eine Steuerbefreiung gilt...").
Reicht somit ein Hinweis wie "Der Betrag enthält keine Umsatzsteuer", ohne Angabe eines Grundes oder Paragraphen?
Von: Kexel
Uhr
Hallo,

zu Ihren Nachfragen:

1. Keine Verpflichtung, um aber späteren Ärger zu vermeiden sollten Sie dies tun.

2. Jein, denn genau genommen liegt keine Steuerbefreiung, sondern erst gar keine Steuerpflicht vor.
Dennoch sinnvolle Angabe: "Keine Umsatzsteuer, da Kleinunternehmer nach § 19 UStG."
Von: bf67
Uhr
Hallo,

zu Punkt 3. des ersten Beitrags:

Ist der Makler nicht grundsätzlich immer verpflichtet, die Mehrwertsteuer auszuweisen? Es ist doch egal, ob der Empfänger USt-pflichtig ist oder nicht. Ich habe noch nie davon gehört, dass ein Immobilienmakler als Kleinunternehmer von der USt-Pflicht befreit ist. Somit müsste doch die Tippgeberprovision auf jeden Fall mit MWSt abgerechnet werden. Oder?

Viele Grüße
Von: Kexel
Uhr
Hallo "bf67",

bei der Tippgeberprovision handelt es sich nicht um eine Provisionseinnahme des Maklers, sondern um eine Provisionsausgabe. Eine Ausgabe - wie der Name schon sagt - an einen Tippgeber, oft Privatpersonen. Diese unterliegen in der Regel nicht der Umsatzsteuerpflicht.