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Kann in diesem Fall die Kleinunternehmerregelung angewandt werden?

Von: kaycee
2 Antworten
Hallo,

habe da mal eine dringende Frage zur Kleinunternehmerregelung.

Eine selbstständige Tätigkeit wurde bisher nebenberuflich in 2006, aber nicht in 2007 ausgeübt. Die Umsätze beliefen sich 2006 auf magere 2000 Euro netto und in 2007 auf 0 Euro. Jetzt in 2008 soll voll durchgestartet werden, sprich die erwarteten Umsätze werden die Grenze von 17.500 Euro hoffentlich überschreiten, aber wohl unter 50.000 Euro liegen.

Kann in diesem Fall die Kleinunternehmerregelung angewandt werden?

Was ist, wenn bereits in diesem Kalenderjahr Rechnungen ohne Umsatzsteuer gestellt worden sind?

Vielen Dank für Eure Antworten!

mfg
kaycee
Von: TorstenMo
Uhr
HI,
Quote:
Kann in diesem Fall die Kleinunternehmerregelung angewandt werden?

bitte nutzen SIe zu diesem Thema unseren Onlinerechner unter
http://www.betriebsausgabe.de/kleinunternehmerregelung.php
Quote:
Was ist, wenn bereits in diesem Kalenderjahr Rechnungen ohne Umsatzsteuer gestellt worden sind?

Sofern die Rechnungslegung falsch war und lt. Gesetz Umsatzsteuer hätte abgeführt werden müssen, wird dies nachgeholt. Entsprechend muss aus den Einnahmen die Umsatzsteuer herausgerechnet und an das Finanzamt abgeführt werden. Auch wenn sie eigentlich gar nicht eingenommen und kalkuliert wurde. Das ist dann eigenes Pech. Oft kann man mit den Rechnungsempfängern sich einigen und neue Rechnungen, diesmal mit USt ausstellen. So dass man nicht auf den Kosten sitzenbleibt. Bei Privatleuten geht das in der Regel nicht, da die ja sonst mehr zahlen müssten.

Hoffe das kann Steuerberater Kexel so bestätigen.
Von: Kexel
Uhr
Hallo,

im Prinzip hat Torsten recht.

Aber - ein Blick in das Gesetz (Richtlinien) erleichert bekanntlich die Rechtsfindung:

Abschnitt 246 Absatz 3 der Umsatzsteuerrichtlinien (UStR):
Quote:
(3) Bei der Grenze von 50 000 EUR kommt es darauf an, ob der Unternehmer diese Bemessungsgröße voraussichtlich nicht überschreiten wird. Maßgebend ist die zu Beginn eines Jahres vorzunehmende Beurteilung der Verhältnisse für das laufende Kalenderjahr. Dies gilt auch, wenn der Unternehmer in diesem Jahr sein Unternehmen erweitert (vgl. BFH-Urteil ...). Ist danach ein voraussichtlicher Umsatz zuzüglich der Steuer von nicht mehr als 50 000 EUR zu erwarten, ist dieser Betrag auch dann maßgebend, wenn der tatsächliche Umsatz zuzüglich der Steuer im Laufe des Kalenderjahres die Grenze von 50 000 EUR überschreitet (...). ... Der Unternehmer hat dem Finanzamt auf Verlangen die Verhältnisse darzulegen, aus denen sich ergibt, wie hoch der Umsatz des laufenden Kalenderjahres voraussichtlich sein wird.

Wenn in 2007 nachweislich unternehmerische Aktivitäten unternommen wurden, aber lediglich keine Einnahmen erzielt wurden, dann lag der Umsatz unter 17.500 EUR und für 2008 gilt die Grenze von 50.000 EUR.

Anders sieht es aus, wenn die unternehmerische Tätigkeit in 2006 oder 2007 beendet und in 2008 neu begonnen wurde. Dann gilt nämlich Abschnitt 246 Absatz 4 UStR:
Quote:
(4) Nimmt der Unternehmer seine gewerbliche oder berufliche Tätigkeit im Laufe eines Kalenderjahres neu auf, ist in diesen Fällen allein auf den voraussichtlichen Umsatz (vgl. Absatz 3) des laufenden Kalenderjahres abzustellen (vgl. auch BFH-Urteil ...). Entsprechend der Zweckbestimmung ... ist hierbei die Grenze von 17 500 EUR und nicht die Grenze von 50 000 EUR maßgebend.

Gruß

Helmut Kexel
Vereidigter Buchprüfer/Steuerberater
www.steuernplusberatung.de