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Wie setze ich meine Fortbildungskosten richtig ab?

Von: chilipepper
4 Antworten
Hallo zusammen,
ich habe eine Frage zu den Fortbildungskosten.
Betrieb, Hundeschule wurde im Januar 2012 gegründet und läuft auf meinen Mann.
Gewerbe wurde am 01.05.2013 angemeldet.
Ich habe eine Ausbildung zum Hundetrainer gemacht die über 10000 EUR gekostet hat, es vielen Fahrtkosten, Seminargebühren (IHK), Übernachtungskosten, Fachliteratur, Verpflegungsmehraufwendungen usw. an.
Mein Mann hat bereits ein Einzelunternehmen das er selber führt und ich möchte die Hundeschule leiten. Da ich ja auch unentgeltlich für meinen Mann arbeiten kann sah ich da kein Problem. Nun sagt das Finanzamt das mein Mann die Kosten für die Ausbilduong nicht als Betriebsausgaben für Fortbildung (vorweggenommene Betriebsausgaben) ansetzen kann das ginge nur wenn ich als sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmerin bei ihm angestellt wäre und dann müsste ich die Kosten für die Ausbildung als geldwerter Vorteil bei der Steuer angeben. Ich hätte das Gewerbe auf mich anmelden müssen. Das Problem ist nur das ich dann monatlich ca. 350 EUR Krankenversicherung zahlen müsste und das können wir uns im Moment nicht leisten.
Die Finanzamtmitarbeiterin sagte sogar das das schon sehr merkwürdig wäre und man könnte uns unterstellen das wir einfach nur die Kosten für die Ausbildung geltend machen wollen und in absehbarer Zeit kein Gewinn erziehlt wird...nun die Ausbildung hat 13000.- gekostet und unser Steuervorteil für 2012 beläuft sich auf ca. 1500 EUR das wäre dann wohl eine merkwürdige Rechnung....natürlich wollen wir damit Geld verdienen, als Hobby wäre die Ausbildung wohl zu teuer gewesen. Kann mir jemand sagen ob das so stimmt, kann ich die Kosten nicht absetzen?
Vielen Dank erst mal ich hoffe es kann mir jemand weiterhelfen.
Martina
Von: Kexel
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Hallo,

also wie so oft schon geschrieben:
"Guter Rat (vorher) schont das Vermögen."

Das nächste Mal bitte vorher einen Fachmann, also Steuerberater, fragen, die Ausgaben lohnen sich - wie Ihr Fall zeigt. Hätten Sie vorher einen Steuerberater gefragt, dann wären Sie jetzt nicht in dieser Situation bzw. hätten einen Fachmann der sich für Sie einsetzen könnte.
Von: Kexel
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nichtsdestotrotz hier einige Hinweise zu Ihrem Fall:

Da das Finanzamt das Thema "Liebhaberei" bzw. "fehlende Gewinnerzielungsabsicht" bereits direkt angesprochen hat, sollten Sie auch hierauf reagieren, in dem Sie dem Finanzamt eine Ertragsplanung für die nächsten mindestens drei bis fünf Jahre vorlegen, aus der hervorgeht, dass insgesamt, einschließlich Ausbildungskosten, ein sogenannter Totalgewinn erzielt wird. Die Höhe Ihrer Einnahmen und Ausgaben sollten auch zumindest teilweise verbal erläutert werden. Warum so hoch bzw. so niedrig, wie Sie auf die Zahlen kommen etc.

Nun zu den Ausbildungskosten; Betriebsausgaben sind Aufwendungen die durch den Betrieb veranlasst sind.
Dass die Ausbildungskosten zum Hundetrainer einen betrieblichen Zusammenhang haben lässt sich sicherlich nicht leugnen, auch nicht vom Finanzamt.

Wenn diese Kosten in einem überwiegend betrieblichen Interesse sind, dann liegt auch kein steuerpflichtiger geldwerter Vorteil vor, wie das Finanzamt meint.

Es ist zwar ungewöhnlich, dass die Ausbildung nicht der Unternehmer-Ehegatte selbst macht und es ist genauso ungewöhnlich, das das Unternehmen nicht auf den ausgebildeten Ehegatten läuft, aber nur weil etwas ungewöhnlich ist, bedeutet dies nicht, dass es nicht möglich und steuerlich anzuerkennen ist.

Wer einen Gewerbebetrieb betreibt, der muss nicht selbst über die persönliche Befähigung verfügen, er kann sich auch mittels ausgebildeter Angestellte bedienen. Ehegatten können im Unternehmen des anderen Ehepartners auch unentgeltlich mitarbeiten, es besteht keine gesetzliche Verpflichtung zur zum Abschluss eines Arbeitsvertrags mit Gehaltszahlung.

Da dem Unternehmer-Ehegatten die fachliche Kompetenz, zumindest der direkte Ausbildungsnachweis, zur Ausübung einer Hundeschule fehlt, bedient er sich seiner Ehefrau. Die Ausbildung ist Grundlage für den Betrieb der Hundeschule und somit ausschließlich betrieblich veranlasst, somit Betriebsausgaben.

Ob andererseits eine Umgehung sozialversicherungsrechtlicher Vorschriften vorliegt, weil einem fremden Dritten Hundetrainer eine angemessene Vergütung (Gehalt) gezahlt würde, welches sozialversicherungspflichtig wäre, kann ich nicht beurteilen, da dies kein steuerrechtliches Problem ist, hierzu sollte ein Rechtsanwalt befragt werden.
Von: chilipepper
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Hallo Herr Kexel,
vielen Dank für ihre Antwort. Ich habe schon vor der Ausbildung eine Gründerberatung bei der IHK in Potsdam gemacht (dort habe ich auch meine Ausbildung gemacht) und dort wurde mir gesagt das es kein Problem wäre das Gewerbe auf meinen Mann anzumelden und die Kosten als Betriebsausgaben anzusetzen. Deshalb war ich auch überrascht als die Dame vom Finanzamt mir erzählte das es vermutlich nicht anerkannt wird. Nun die Steuererklärung ist abgegeben und schriftlich habe ich noch nichts, warten wir ab was passiert.
Was ich nicht wusste und ich muss wirklich sagen da hätte ich mich erkundigen müssen, das ich das Gewerbe nicht als Kleingewerbe anmelden kann da die Einnahmen von beiden Betrieben zusammengelegt werden und somit natürlich der Gewinn über 17.500 Euro liegt. Ich war der Meinung das es pro Betrieb gerechnet wird. Das ist natürlich sehr ärgerlich weil ich die Ust. abführen muss. Im ersten Jahr rechnet sich das ja noch aber dann sicherlich nicht mehr und im 3 . Jahr würde ich die 17.500 Euro eh gerne überschreiten. Soweit der Plan :-) Schauen wir mal. Nochmals Danke und Grüsse Martina
Von: Kexel
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sollte die Antwort bzw. der Bescheid des Finanzamts negativ ausfallen, können Sie sich gerne hier nochmal melden.