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10-Tage-Regel bei Handyrechnung?

Von: Frank Schroeder • Veröffentlicht: 22. Februar 2017

Fragen10-Tage-Regel bei Handyrechnung?

Uhr
Von: helpi
7 Antworten
Guten Abend,

fällt unter die 10-Tage-Regel als EÜR-Ersteller auch folgende Ausgabe?

-monatliche Handyrechnung mit Rechnungsdatum 04.01.2013
– für Handy-Services vom 29.11.12 – 29.12.12 (sprich Flatrategebühr für diesen Zeitraum)
– Abbuchung des Rechnungsbetrages am 10.01.13

Gilt diese Handyrechnung als regelmäßige Ausgabe, die ich noch dem Jahr 2012 zuordnen muss?

Vielen Dank noch einmal für die Hilfe!!
Beste Grüße

Von: Kexel
Uhr
Hallo,

ja alle regelmäßig wiederkehrenden Einnahmen und Ausgagen fallen unter die 10-Tage-Regelung, auch Telekommunikationskosten, also Handyrechnungen.

Von: helpi
Uhr
Hallo,
dieses Forum ist das beste, das es steuerlich gibt. DANKE!
Muss das gleich mal bei “Lob” posten.

Von: helpi
Uhr
Noch eine Nachfrage,

ist es in o.a. Fall dann egal, dass das Datum der Rechung erst in 2013 liegt?
Ich mache trotzdem die Ausgabe und die Vorsteuer in 2012 geltend?

Beste Grüße

Von: Kexel
Uhr
Hallo,

und zunächst vielen Dank für Ihr Lob für dieses Forum und meine Zuarbeitung hierin.

Die 10-Tage-Regelung bezieht sich nur auf die Einkommensteuer (Gewinnermittlung) und nicht auf die Umsatzsteuer.

Einkommensteuer:
Wann die Rechnung erstellt wurde ist egal. Wichtig ist, dass der Leistungszeitraum das alte Jahr betrifft und die Zahlung bis spätestens 10.01. des neuen Jahres erfolgt.

Umsatzsteuer:
Wurde die Rechnung erst 2013 erstellt oder noch in 2012 erstellt und ist sie erst in 2013 eingegangen, dann kann die Vorsteuer erst in der Umsatzsteuererklärung 2013 geltend gemacht werden.

Zusammenfassung:
Also Einkommensteuer Ansatz in 2012 – Vorsteuerabzug bei der Umsatzsteuer erst in 2013.

Fazit:
Bitte nicht weiter darüber nachdenken – sinnlos – oder fragen warum – weil es so in den Steuergesetzen steht.

Von: helpi
Uhr
Hallo,

ich beiße mich beim obigen Thema Handyrechung, die unter die 10-Tage-Regel fällt, bei gleichzeitiger Privatnutzung des Handys gerade fest.

Die Ausgabe habe ich jetzt netto als Aufwand ohne Vorsteuer für das Jahr 2012 gebucht. Die gezahlte Vorsteuer ziehe ich erst bei vorliegender Zahlung und Rechnung am 10.01.13 ab (bin Ist-Versteuerer). Soweit alles klar.

Meine Frage, bei der ich nun aber nicht weiter komme.
Bei jeder monatlichen Handyrechnung buche ich normalerweise direkt nach der Aufwandsbuchung mit dem Rechnungsdatum auch die mtl. Privatnutzung des Handys in Höhe 20% des Rechnungsbetrages.
Wie wird diese Privatnutzung, die ja als Einnahme durch Wertabgabe auf Basis des o.a. Rechnungsbetrages entsteht, nun bei der o.a. Rechnung mit der 10-Tage-Regel behandelt?

Beispiel für Rechnungsbetrag 30,– Euro netto plus 5,70 Mwst:
Ich buche den Telefonaufwand aus der Rechnung aufgrund der 10-Tage-Regel nun rein netto am 31.12.12 in Höhe 30,– Euro. Die Vorsteuer in Höhe 5,70 Euro buche ich aber erst bei Vorliegen der Rechnung und Zahlung am 10.01.13.
20% unentgeltl. Wertabgabe wegen Privatnutzung sind 6,– Euro netto plus 19% Umsatzsteuer (1,14 Euro).

Nun habe ich drei Varianten für die Buchung der Privatnutzung bei einer Rechnung, die unter die 10-Tage-Regel fällt:

1) Ich trenne (vgl.bar mit dem Rechnungsbetrag) nun die Einnahme aus der Privatnutzung von der Umsatzsteuer aufgrund der Privatnutzung.
Dann hätte ich am 31.12.12 dem Aufwand aus der Telefonrechnung die Einnahme aus der Privatnutzung entgegengestellt und am 10.01.13 der Vorsteuer aus der Rechnung die Umsatzsteuer aus der Privatnutzung.

Dann wären es am 31.12.12
1880 unentg. Wertabgabe (7,14)
an
8922 Priv. Telefonnutzung (6,00)
z.B. 1792 (Interimskonto) (1,14)

und am 10.01.13
z.B. 1792 (Interimskonto) (1,14)
an
1776 (Umsatzsteuer) (1,14)

2) Oder buche ich diese unentgeltliche Wertabgabe in Höhe 7,14 Euro einfach ganz normal, aber bereits am 31.12.12? Dann würde dem Aufwand aus der Telefonrechnung die Einnahme aus der Privatnutzung in 2012 entgegenstehen, die Umsatzsteuer aus der Privatnutzung fällt aber bereits in 2012 an und die Vorsteuer aus der Rechnung erhalte ich erst in 2013.

Dann wären es am 31.12.12 ganz normal
1880 unentg. Wertabgabe (7,14)
an
8922 Priv. Telefonnutzung (6,00)
1776 Umsatzsteuer (1,14)

3) Oder ist das Vorziehen des Aufwands aus der Rechnung für die unentgeltl. Wertabgabe aus dieser Rechnung völlig egal und ich buche die unentg. Wertabgabe erst bei Zahlung am 10.01.13. Dann habe ich den Aufwand aus der Telefonrechnung in 2012, die Einnahme aus der Privatnutzung aber erst in 2013 gebucht. Und in 2013 steht der Vorsteuer aus der Handyrechnung direkt die Umsatzsteuer aus der Privatentnahme entgegen.

Dann wären es am 10.01.13 ganz normal
1880 unentg. Wertabgabe (7,14)
an
8922 Priv. Telefonnutzung (6,00)
1776 Umsatzsteuer (1,14)

Weiß da jemand Rat? Wie das denn in der Praxis gehandhabt?

Beste Grüße aus dem sonnigen, eiskalten Norden

Von: Kexel
Uhr

helpi wrote:
Die Ausgabe habe ich jetzt netto als Aufwand ohne Vorsteuer für das Jahr 2012 gebucht. Die gezahlte Vorsteuer ziehe ich erst bei vorliegender Zahlung und Rechnung am 10.01.13 ab (bin Ist-Versteuerer). Soweit alles klar.

Nein, nicht klar – auch die Vorsteuer stellt in 2012 Betriebsausgabe (Einkommensteuer) dar, sie ist nur als Vorsteuer (Umsatzsteuer) in 2012 noch nicht abzugsfähig, sondern erst in 2013.

helpi wrote:
Wie wird diese Privatnutzung, die ja als Einnahme durch Wertabgabe auf Basis des o.a. Rechnungsbetrages entsteht, nun bei der o.a. Rechnung mit der 10-Tage-Regel behandelt?

Wie bei jeder unterjährigen Buchung, also in 2012 auch den Privatanteil buchen, und zwar als Betriebseinnahme (Einkommensteuer) und auch die Mehrwertsteuer in der Umsatzsteuererklärung erfassen.

Verfahren Sie nach diesen Vorgaben, damit sollten sich Ihre Beispiele erübrigen.

Aber bei der Höhe Ihrer Beträge machen Sie aus einer Mücke einen Elefanten. soll bedeuten, wenn sich Ihre tatsächlichen Beträge in dieser Größenordnung bewegen, dann auf eine Art buchen und fertig. Unter dem allgemeinen Gesichtspunkt der Wesentlichkeit spielt dann die korrekte Jahreszuordnung keine Rolle mehr.

Von: helpi
Uhr
Hallo,

super, vielen Dank für die Antwort und die Klarstellung.

Beste Grüße