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Arbeitszimmer im Eigenheim ist kein Betriebsvermögen, dennoch Kosten des Erwerbs absetzbar?

Von: Frank Schroeder • Veröffentlicht: 22. Februar 2017

FragenArbeitszimmer im Eigenheim ist kein Betriebsvermögen, dennoch Kosten des Erwerbs absetzbar?

Uhr
Von: Ratsuchend
5 Antworten
Wir haben im letzten Jahr ein Haus gekauft, in dem ich 1 Zimmer zur Ausübung meiner selbständigen Tätigkeit nutze. Ich bleibe unter der 20.500 €-Grenze, d.h. eine Überführung ins Betriebsvermögen ist nicht gegeben.

Kann ich trotzdem anteilig die Kosten für Makler, Grunderwerbsteuer, Notar und Gerichtskasse als Betriebsausgabe absetzen? Oder “nur” die z.B. hier genannten Kosten : http://www.steuerlex24.de/steuernplusberatung/informationen_steuerlexikon/index/xid/153953

Danke für kurzes Feedback!

Von: Kexel
Uhr
Hallo,

Ratsuchend wrote:
Kann ich trotzdem anteilig die Kosten für Makler, Grunderwerbsteuer, Notar und Gerichtskasse als Betriebsausgabe absetzen?

Kein Betriebsvermögen bedeutet nicht, dass obige Kosten nicht abzugsfähig sein. Allerdings können diese Kosten – da sie Anschaffungskosten darstellen – nur über die Anteilig auf das Arbeitszimmer entfallende Abschreibung geltend gemacht werden.

So zu lesen unter dem von Ihnen angegebenen Link:

steuernplusberatung.de wrote:

Zu den anteilig absetzbaren Kosten gehören bei

Eigentumswohnungen, Eigenheimen
1.Hypothekenzinsen
2.Gebäudeabschreibung

Von: Ratsuchend
Uhr
Vielen Dank, Herr Kexel! Dann schließt sich eine Folgefrage an… über welchen Zeitraum sind die Makler/Notarkosten etc. als Anschaffungskosten abzuschreiben?

Von: Kexel
Uhr

Makler- und Notarkosten sind nicht separat abschreibbar, sondern gehören als sogenannte Anschaffungsnebenkosten zu den Anschaffungskosten des Grundstücks (mit Gebäude) und sind gemeinsam mit den anteilig auf das Gebäude entfallenden Anschaffungskosten abzuschreiben.

Abschreibung laut Gesetz in der Regel 2,0 % pro Jahr, es sei denn, Sie könnne eine kürzere Nutzungsdauer als 50 Jahre nachweisen oder zumindest glaubhaft machen.

Von: Ratsuchend
Uhr
Achso! Ich ging davon aus, dass die Anschaffungkosten für das Gebäude selbst unberücksichtigt bleiben müssen, weil es nicht ins Betriebsvermögen geht.

Die Nutzungsdauer beträgt ganz sicher weniger als 50 Jahre, das werde ich in Ermangelung von Jopi-Heesters-Genen nicht schaffen… Welche Grenze könnte denn als Alternative nachgewiesen/glaubhaft gemacht werden? Das übliche Rentenalter oder die durchschnittliche Lebenserwartung…?

Danke für Ihre Geduld! 🙂

Von: Kexel
Uhr

Ratsuchend wrote:
Die Nutzungsdauer beträgt ganz sicher weniger als 50 Jahre, das werde ich in Ermangelung von Jopi-Heesters-Genen nicht schaffen…

Es geht nicht um Ihre persönliche Lebenserwartung, sondern um die Ihres Wohnhauses. Weniger als die gesetzlichen 50 Jahre können nur dann angesetzt werden, wenn Sie hierfür ausreichende Gründe haben, zum Beispiel
– Haus bereits älter als 50 Jahre und keine grundlegende Sanierung seit Erstbezug oder
– sehr schlechte Bausubstanz, weil … oder
– laut Wertgutachten (oder Gutachten der Bank für Finanzierungszwecke)