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Bewertung von Wirtschaftsgütern

Von: Frank Schroeder • Veröffentlicht: 22. Februar 2017

FragenBewertung von Wirtschaftsgütern

Uhr
Von: Martin 2
4 Antworten
Hallo zusammen !

Ich habe eine grundsätzliche Frage zum Thema „Bewertung von Wirtschaftsgütern“

Wenn ich den § 6 ESTG richtig verstehe gilt folgendes:

Grundsätzlich müssen alle Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens über ihre Nutzungsdauer abgeschrieben werden, es sei denn, es handelt sich um „Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, die einer selbständigen Nutzung fähig sind“ und bestimmte Bedingungen erfüllen: unter 410 Euro / 150 bis 1000 Euro / unter 150 Euro.

Aber es heißt immer : „selbständig nutzbar“ !

Daraus schließe ich, das man die berühmte PC-Maus im Wert von 30 Euro, die zwar nicht selbständig nutzbar, aber selbständig bewertbar ist, als eigenständiges Wirtschaftsgut im Rahmen der AFA abschreiben müsste.

Ist das so richtig ?

Vielen Dank im Voraus

Von: Kexel
Uhr
Hallo,

ja, Sie haben im Prinzip Recht.

Die Maus wird in der Regel mit dem PC zusammen aktiviert und abgeschrieben.
Wenn es sich bei der PC-Maus aber um einen Ersatz handelt, dann stellt sie einen Erhaltungsaufwand für das Wirtschaftsgut PC dar, der sofort abzugsfähig ist.

Von: Martin 2
Uhr
Hallo Herr Kexel !

Vielen Dank für Ihre Einschätzung.

Der Hauptgrund für meine Frage war folgender:

Im Internet – und dort nicht nur in Foren – ist immer mal wieder zu lesen, das Wirtschaftsgüter die weniger als 150 Euro kosten grundsätzlich im Jahr der Anschaffung vollständig als Betriebsausgabe verbucht werden können, unabhängig davon ob es sich um selbständig nutzbare Güter handelt.

Diese Aussagen widersprechen m.e. dem § 6 Absatz 2a Satz 4 ESTG, da auch dort die selbständige Nutzbarkeit vorausgesetzt wird.

Mein Fazit wäre:

Wenn ein Wirtschaftsgut des Anlagevermögens nicht selbständig nutzbar ist und auch nicht als Erhaltungsaufwand angesehen werden kann, wohl aber selbständig bewertbar ist, muß es gemäß §6 ESTG unabhängig von seinem Wert über die Nutzungsdauer gem. AFA-Tabelle abgeschrieben werden. Also z.B. ein zusätzlich beschaffter Drucker für 149 Euro, oder aber auch – in letzter Konsequenz – ein USB-Stick für 4,95 Euro.

Liege ich da richtig ?

Sie werden jetzt vermutlich denken, ich solle doch diesem Thema keine so große Bedeutung beimessen und ihm vor allem nicht so viel Zeit widmen. Damit haben Sie natürlich recht, aber mich interessiert halt die rein (steuer)rechtliche Seite, dh. die Frage ob ein (extrem kleinlicher) Betriebsprüfer die sofortige Abschreibung eines solchen Wirtschaftsgutes beanstanden könnte.

Beste Grüße

Von: Kexel
Uhr

ja, Sie haben abermals Recht.

Voraussetzung ist allerdings, dass diese Wirtschaftsgüter eine betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von mehr als einem Jahr haben.

Die Praxis sieht allerdings so aus, dass Wirtschaftsgüter bis 150 EUR, egal ob selbständig nutzbar oder nicht, im Jahr der Anschaffung als sofort abzugsfähiger Aufwand und nicht als Anlagevermögen behandelt werden.

Von: Martin 2
Uhr
Hallo Herr Kexel !

Toller Service, vielen Dank nochmal !