≡ Menu
Fragen »

Büroräume / Zweigstelle im privaten Neubau

Von: Frank Schroeder • Veröffentlicht: 22. Februar 2017

FragenBüroräume / Zweigstelle im privaten Neubau

Uhr
Von: reni
3 Antworten
Hallo,

es ist der Neubau einer Immobilie geplant, welche zu 20% “gewerblich” als Freiberufler genutzt werden soll. Dabei soll lediglich eine Zweigstelle entstehen, d.h. es gibt bereits Büroräume, die auch dann noch weiter genutzt werden sollen.

Was muss bedacht werden, damit die Anschaffungs-/Kreditkosten später als Betriebsausgaben abgesetzt werden können?

1. Ist es schädlich, dass Grundstück und Immobilie im gemeinsamen Eigentum mit dem Ehegatten stehen, der angestellt tätig ist?
2. Kann ein Gesamtkredit aufgenommen werden oder sollte dieser bereits aufgeteilt werden für den privaten und den geschäftlichen Teil des Gebäudes? Sollten die Rechnungen des Bauunternehmers entsprechend aufgeteilt werden oder genügt eine Gesamtrechnung?
3. Angenommen 20% der Wohnfläche werden beruflich genutzt: Können dann 20% der Kreditkosten, laufenden Kosten etc. als Betriebsausgaben abgesetzt werden?
4. Gibt es bauliche Vorgaben (z.B. keine direkte Verbindung zw. Privatteil und Büroräume)?

Bin für Tipps dankbar…

Von: Kexel
Uhr
Hallo,

wenn Sie gerne mit dem Kopf voran in jede Pfütze springen, dann sind Sie im Internet richtig, ansonsten sollten Sie den Rat von Fachleuten einholen.

Der einzig richtige Tipp, der nämlich in Ihrem Fall gegeben werden kann ist:
Gehen Sie zu einem Steuerberater und lassen Sie sich persönlich beraten.
Die Kosten hierzu sind steuerlich abzugsfähig.
Guter Rat schont Ihr Vermögen.

In Ihrem Fall stecken neben unzähligen steuerlichen Problemen, auch zivilrechtliche, baurechtliche sowie gewerberechtliche Probleme, deren ansatzweise Lösung hier den Rahmen sprengen würde. Auch empfiehlt sich de Sachverhalt während und nach der Bauphase rechtlich zu begleiten, um für auftretende Fragen stets einen kompetenten Ansprechpartner zu haben.

Ein kurzer Auszug der zu klärenden Fragen:
– Tatsächlich freiberufliche Tätigkeit oder doch Gewerbe? Davon hängen z. B. baurechtliche Probleme ab.
– Kommen die Problemfragen zum häuslichen Arbeitszimmer hier zum tragen?
– 20 % ist eine steuerlich magische Grenze zur Beurteilung von Gebäuden als Betriebsvermögen, wie hoch werden die anteiligen Baukosten sein?
– Zur Beurteilung von Gebäuden als Betriebsvermögen ist auch entscheidend ob Alleineigentum, Ehegatteneigentum oder gemeinsames Eigentum?
– Wie sieht es eherechtlich aus, was ist güterstandsrechtlich vereinbart oder gibt es gar einen Ehevertrag? Was ist von beiden Ehegatten gewollt? Aus rein steuerlicher Sicht sollte eine solche weitreichende Entscheidung nicht getroffen werden.
– und und und

In einem persönlichen Gespräch kann Ihnen der Steuerberater das für und wieder der einzelnen Lösungsmöglichkeiten aufzeigen und Ihnen am Schluss eine Empfehlung abgeben.

Von: reni
Uhr
Hallo,

zunächst vielen Dank für Ihre Anregungen. Natürlich springe ich nicht gerne mit dem Kopf voran in jede Pfütze … dies ist auch der Grund, weshalb ich bereits bei einem Steuerberater war. Das Gespräch war leider weniger ergiebig als Ihr kleiner Beitrag, denn das Ergebnis der Besprechung war, dass das alles gar kein Problem sei und man lediglich beachten müsste, dass die Rechnungen des Bauunternehmers für den beruflichen Teil ggü. dem privaten Teil abgrenzbar sind. Ich habe explizit nach erforderlichen baulichen Maßnahmen und etwaiger erforderlicher Vertragsgestaltung gefragt und habe zur Antwort bekommen, dass da nichts zu beachten ist (außer, dass der Arbeitsbereich nicht gerade Durchgangszimmer zwischen Bad und Schlafzimmer sein soll …).

Da ich selber mir nicht vorstellen konnte, dass dies bereits “des Rätsels Lösung” ist, habe ich hier nochmal nachgefragt …
Anscheinend war ich dann wohl nicht beim richtigen “Fachmann”. Können Sie mir sagen, ob der Steuerberater für eine solche Beratung besondere “Schwerpunkte/Interessengebiete” ausweisen sollte? Sie wohnen leider zu weit weg 😉

Im Übrigen ist es in der Tat zu 100% eine freiberufliche Tätigkeit. Das Wort gewerblich war daher auch in Anführungsstrichen und war unjuristisch gemeint.

Von: Kexel
Uhr

es tut mir leid, dass Sie offensichtlich an den falschen Kollegen geraten sind.
So einfach wie Sie dessen Antworten schildern ist des Rätsels Lösung leider nicht.

Aber ich biete Ihnen gerne an Sie in dieser Angelegenheit zu beraten, auch gerne via E-Mail, Telefon, Briefpost. Bei Interesse senden Sie mir bitte eine E-Mail, Sie finden diese über meine unten angeführte Homepage. Ich teile Ihnen dann die benötigten Angaben und voraussichtlich anfallenden Kosten mit.

Die Nachfrage bzgl. Gewerbe oder Freiberufler ist weniger steuerlich, denn mehr baurechtlich von Bedeutung. Eine freiberufliche Praxis dürfen Sie nämlich, soweit ich richtig informiert bin, auch in einem reinen Wohngebiet betreiben, ein Gewerbe hingegen nicht. Außerdem kann es evtl. Auflagen hinsichtlich Parkplätzen für Kunden und/oder Mitarbeiter geben.