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Fahrzeug auf Nebengewerbe kaufen. lohnt es sich??

Von: Frank Schroeder • Veröffentlicht: 22. Februar 2017

FragenFahrzeug auf Nebengewerbe kaufen. lohnt es sich??

Uhr
Von: tg0042
7 Antworten
Hallo liebe Forenmitglieder,

ich bräuchte mal ein paar Tips bzw. Pro/contra Argumente für den Fahrzeugkauf auf ein Nebengewerbe. Vor Kauf möchte ich auf jeden Fall noch meinen Steuerberater aufsuchen, für die ersten Übelegungen würden mir aber die Infos hier aus dem Forum, die ich übrigens als sehr sehr kompetent einschätze, reichen.

Folgende Groben-Rahmenbedingungen:
Nebengewerbe, Umsatz ca. 15.000,- p.a.
Fahrzeug wird benötigt, fährt ca. 4.000 km auf Gewerbe und 10.000 km Privat., Also ca. 70% Privatenutzung bzw. 30% gewerbl.
Anschaffungskosten netto € 15.000,-, USt demnach € 2.850,-, Abschreibung 6 Jahre á € 2.500,-

Jetzt meine Fragen:

Ist es richtig, dass vom jährlichen Afa-Betrag betrag 30% als Betriebsausgabe verbucht werden können? in meinem Fall 30% von € 2.500,-, also dann € 750,-

Reparaturkosten zu 30% auch als Betriebsausgaben fällig werden.

Was passiert mit der USt. Kann ich hier eine vollständige Vorsteuer geltend machen, also 2.850,- geltend machen oder auch nur 30%. Vorsteuer gesamt beim Kauf oder auch verteilt auf die 6 Jahre (eigtl.ja nicht, ichmeine, ich hab da aber mal was gelesen…)
Wie siehts bei den sonstigen laufenden Rechnungen aus? Ebenfalls voller Vorsteuerabzug oder nur 30%

Gibt es bei Benzinkosten eine Betriebsausgabe oder Vorsteuerabzug?

Muss ich in meiner privaten Einkommensteuererklärung was beachten

und zum Schluss: Wie ist die Einschätzung der Forenmitglieder. Lohnt sich die ganze Geschichte oder spar ich am Ende p.a. nur 100,- und hab einen haufen Aufwand? Letztlich gehts ja darum, die Einnahmen zu senken und vielleicht über dei Vorsteuer das Fahrzeug ein wenig günstiger zu bekommen…

Für die Beantwortung einer oder mehrer Fragen bedanke ic hmich schon jetzt und wünsche allen und v.a. dem Forum ein erfolgreiches Jahr 2014!

Von: Kexel
Uhr
Hallo,

tg0042 wrote:
Vor Kauf möchte ich auf jeden Fall noch meinen Steuerberater aufsuchen

Sehr gute und weise Entscheidung.

tg0042 wrote:
für die ersten Überlegungen würden mir aber die Infos hier aus dem Forum

Keine vernünftige Entscheidung – Antworten in einem Internetforum können den persönlichen Einzelfall nicht lösen, egal wie gut sie sind.

Nichtsdestotrotz hier ein paar Hinweise:
– 30 % betrieblich = 30 % aller Kosten Betriebsausgaben
(Nachteil; für alle Kosten Belege sammeln)
alternativ pauschal 0,30 EUR pro betriebliche gefahrenem Km als Betriebsausgaben ansetzten
– 30 % betrieblich = 30 % aller Vorsteuer aus den laufenden Kosten abzugsfähig (Nachteil; für alle Kosten ordnungsgemäße Belege sammeln)
– alternativ Fahrzeug 100 % umsatzsteuerlichem Betriebsvermögen zuordnen, somit zusätzlich Vorsteuerabzug aus Anschaffungskosten, aber auch Umsatzsteuerpflicht beim Fahrzeugverkauf (Nachteil: sehr hoher Verwaltungsaufwand)
=> einfachste, verwaltungsärmste Lösung: betriebliche Kilometer schätzen und mit 0,30 EUR pauschal als Betriebsausgaben ansetzen – kein Vorsteuerabzug – kein Belege sammeln – fertig

Von: tg0042
Uhr
Vielen Dank für die ersten Infos.
Zum Verständnis noch folgende Frage

Wenn ich da Kfz zu 100% dem betriebsvermögen zuordne, dann kann ich 100% Vorsteuer geltend machen. Wie versteure ich dann meine privat Fahrten? Für mich scheint das die sinnvollste Lösung, da ich ja das Fahrzeug mit Rechnung verkaufen kann und dann auch die USt ausweisen kann. Nur die ist die dann viel geringer, wenn ich das Fahrzeug komplett abgeschrieben habe und z.B. meiner Frau für 1,- verkaufe.

Von: Kexel
Uhr

70 % aller Kosten (einschließlich Abschreibung) werden als Privat behandelt und sofern bei diesen Kosten ein Vorsteuerabzug möglich war unterliegt der Privatanteil der Umsatzsteuer.

Von: tg0042
Uhr
Das heißt, ich mache 100% Vorsteuer geltend und zahle dann privat 70 der USt ans FA?

Aber wie läufst in den Folgejahren? Die Aufteilung Gewerbe/privat wird ja jedes jähr neu berechnet??

Von: Kexel
Uhr

ja, jedes Jahr neu berechnen oder den einmal nachgewiesenen Prozentsatz auch in den Folgejahren übernehmen, sofern keine wesentlichen Änderungen gegenüber dem Erstjahr eingetreten sind.

Von: tg0042
Uhr
Aber die USt wird doch im ersten Jahr komplett geltend gemacht, oder?

Von: Kexel
Uhr

aus den laufenden Kosten fallen aber jedes Jahr neue Vorsteuerbeträge an.

Und bei der Berechnung des steuerpflichtigen Privatanteils wird in den Folgejahren auch die jährliche Abschreibung mit berücksichtigt.

Bei Ihrem steuerlichen Halbwissen rate ich Ihnen dringend zu einem Besuch bei einem Steuerberater.