≡ Menu
Fragen »

Forderungsausfall nachträglich noch als Betriebsausgabe absetzbar?

Von: Frank Schroeder • Veröffentlicht: 22. Februar 2017

FragenForderungsausfall nachträglich noch als Betriebsausgabe absetzbar?

Uhr
Von: xearor
4 Antworten
Hallo,

Ich bitte um Unterstützung zur obigen Frage bei folgendem Sachverhalt:

In der Vergangenheint wurden Geschenkgutscheine der Firma “xyz” gekauft und auf das Konto “nicht abzugsfähige BA” gebucht.

In 2009 hat die Firma “xyz” die Insolvenz angemeldet. Nun befinden sich aber noch Geschenkgutscheine in unserem Betrieb die ja nun nicht mehr eingelöst werden können.

Können wir den Betrag für Gutscheine, die nicht an Kunden verteilt wurden in unserer aktuellen Steuerklärung 2009 noch korrigieren und steuerlich als Betriebsausgabe geltend machen?

Vielen Dank im Vorraus

Von: xearor
Uhr
update:

Die Geschenkgutscheine hatten einen Wert > 35,-

Frage geändert formuliert:

Gibt es eine Möglichkeit diese ehemals “nicht abzugsfähigen BA” nun aufgrund des Insolvenzfalles rückwirkend als abzugsfähige BA “umzuqualifizieren” ?

Von: Kexel
Uhr
Hallo,

eine sehr gute Frage und nicht direkt zu beantworten.

Die Gutscheine waren als Geschenk gedacht, wurden auf Vorrat gekauft, ohne zu wissen an wen man sie verschenken wird; bei späterer passender Gelegenheit wurden die Gutscheine dann verschenkt.

Ignorieren wir mal die Frage, ob Gutscheine überhaupt Geschenke sein könnne, oder ob es sich hierbei um Geldzuwendungen handelt. Für den Bereich der Lohnsteuer-Arbeitnehmer hat der BFH zwar erst kürzlich seine Meinung hierzu geändert, aber wie gesagt, wir ignorieren diesen Punkt mal.

Betriebsausgaben sind Aufwendungen, die durch den Betrieb veranlasst sind (§ 4 Abs. 4 EStG).

Aufwendungen für Geschenke an Geschäftspartner sind abzugsfähige Betriebsausgaben, sofern die Summe der Zuwendungen eines Wirtschaftsjahres 35 EUR nicht übersteigt (§ 4 Abs. 5 Nr. 1 EStG).

Bei der Lösung Ihrer Frage stolpert man immer über einen dieser beiden Punkte.
Enweder es sind bei Kauf der Gutscheine gar keine Betriebsausgaben, da der betriebliche Zusammanhang fehlt, da zum Zeitpunkt des Kaufs (noch) keine konkreten Empfänger benannt werden können,
oder es sind steuerlich nicht abzugsfähige Betriebsausgaben da bereits beim Kauf feststeht, dass jeder spätere (betriebliche) Empfänger einen Wert von mehr als 35 EUR erhalten wird.

Also, nicht verbrauchte Gutscheine können nicht als Betriebsausgaben geltend gemacht werden.

Von: xearor
Uhr
@Kexel: Vielen Dank erstmal für die Anwort.

Die Gutscheine waren als Geschenk gedacht und auch nur an Kunden verteilt worden. (Betrag jedoch > 35€)

zur Lösung:

Quote:
…oder es sind steuerlich nicht abzugsfähige Betriebsausgaben da bereits beim Kauf feststeht, dass jeder spätere (betriebliche) Empfänger einen Wert von mehr als 35 EUR erhalten wird.

Ist das auch der maßgebliche Punkt bei der Untscheidung ob BA’sabzugsfähig sind oder nicht?
Weil von vorneherein feststand, dass der Betrag > 35€ war, ändert auch die Tatsache des Verfalls dieser Gutscheine ( jetzt < 35€) nichts mehr daran?

Von: Kexel
Uhr
Ja.