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Frage zur Kilometerpauschale bei Privatauto

Von: Frank Schroeder • Veröffentlicht: 22. Februar 2017

FragenFrage zur Kilometerpauschale bei Privatauto

Uhr
Von: BerndP
1 Antworten
Hallo,

ich habe Anfang Mai eine neue Arbeitsstelle angefangen, bei der ich hauptsächlich im Außendienst verschiedene Geschäftstellen betreue.
Ich nutze dazu momentan mein Privatauto und rechne (bzw. werde) die gefahrenen Kilometer mittels der 0,3cent/km Regelung ab.

Ich selber bin innerhalb des Unternehmens einer ganz bestimmten Geschäftstelle zugeordnet, diese liegt von meinem Wohnsitz ca. 100km entfernt.
Bei dieser Geschäftstelle bin ich allerdings nur ca. ein bis zweimal in der Woche um Ware zu holen oder wieder abzuliefern.
Die restliche Zeit bin ich, wie schon erwähnt, in den anderen Filialen tätig und fahre, um dorthin zu kommen, natürlich auch von meinem Wohnsitz aus los.

Mein Arbeitgeber ist nun der Meinung, dass ich bei der Reisekostenabrechnung nur die Kilometer angeben darf, die zwischen meiner Hauptgeschäftsstelle und den einzelnen Filialen liegen und nicht die für mich tatsächlich anfallenden Kilometer von zu Hause aus.
Ich soll das also so rechnen, als ob ich nicht von zu Hause aus losfahren würde sondern von dieser Hauptgeschäftstelle.

Meine Frage ist nun:
Hat mein Arbeitgeber da recht?
Darf ich wirklich nur die Kilometer abrechnen, die von meinem (eher virtuell vorhandenen) Hauptarbeitsplatz und den Filialen liegen, und nicht die Kilometer, die bei mir tatsächlich anfallen?

Für eine Antwort bedanke ich mich schonmal im Voraus!

BerndP

Von: Kexel
Uhr
Hallo,

“0,3cent/km Regelung”?
30 Cent/km oder 0,30 EUR/km!

Bei Ihren Aufzeichnungen ist zu trennen zwischen dem,
a) was steuerlich zu den Reisekosten gehört, und damit maximal lohnsteuerfrei vom Arbeitgeber erstattet oder vom Arbeitnehmer als Werbungskosten bei der Einkommensteuer geltend gemacht werden könnte und
b) was der Arbeitgeber tatsächlich dem Arbeitnehmer ersetzen möchte.

Ohne eindeutige vertragliche Regelung ist der Arbeitgeber nicht verpflichtet die Reisekosten in der maximalen steuerfreien Höhe zu ersetzen.
Andererseits ist der Arbeitgeber auch nicht daran gehindert mehr als nur 30 Cent pro gefahrenem Kilometer zu ersetzen. Dann ist allerdings alles, was über die 30 Cent hinausgeht, lohnsteuerpflichtig.

Zur aktuellen Rechtslage verweise ich zunächst auf das Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom 15.12.2011 [Link gelöscht, da nicht mehr erreichbar]:

Quote:
In der Regel ist von einer regelmäßigen Arbeitsstätte auszugehen, wenn der Arbeitnehmer auf Grund der dienstrechtlichen/arbeitsvertraglichen Festlegungen einer betrieblichen Einrichtung des Arbeitgebers dauerhaft zugeordnet ist oder in einer betrieblichen Einrichtung des Arbeitgebers
• arbeitstäglich,
• je Arbeitswoche einen vollen Arbeitstag oder
• mindestens 20 % seiner vereinbarten regelmäßigen Arbeitszeit
tätig werden soll (Prognoseentscheidung).

Da dies nach Ihren Schilderungen nicht zutrifft, verfügen Sie über keine regelmäßige Arbeitsstätte.
Dies wiederum bedeutet, dass alle Fahrtkosten (alle dienstlich gefahrenen Kilometer) Reisekosten darstellen, also auch die von der Wohnung aus.

Was sagt denn der Steuerberater Ihres Arbeitgebers dazu?