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Freiberufler, Abrechnung Fahrtkosten bei fremdem KFZ (weit über 50% beruflich)

Von: Frank Schroeder • Veröffentlicht: 22. Februar 2017

FragenFreiberufler, Abrechnung Fahrtkosten bei fremdem KFZ (weit über 50% beruflich)

Uhr
Von: STH1983
3 Antworten
Hallo,

kurz die Situation:
Ich bin Freiberufler, momentan noch nicht umsatzsteuerpflichtig.

Ich nutze für Fahrten zu Kunden und auch zur Betriebsstätte (die in einem Fall beim Kunden liegt) mein privates Kfz, das auf meinen Vater zugelassen ist.
Ich trage allerdings alle Kosten für dieses Kfz und bin auch der alleinige Nutzer.

Die beruflichen Fahrten machen grob geschätzt 75 Prozent aus (ca. 15.000km/Jahr). Damit wäre das Kfz ja Betriebsvermögen, wenn es denn meines wäre. Wie setze ich nun meine Kosten bei Fahrten mit diesem “fremden” Kfz ab? Kann es ja schlecht ins Betriebsvermögen packen 😉

Reicht es, wenn ich dem Finanzamt eine Aufstellung aller Fahrten gebe? Und die Tankbelege sammele? Immerhin bin ich allein zu der einen Betriebsstätte bei einem Kunden im Schnitt 12 Mal im Monat unterwegs…benötige ich bei dieser starken beruflichen Nutzung ein Fahrtenbuch?

Muss ich dem Finanzamt nachweisen, dass ich alle Kosten fürs Kfz trage? Also Versicherung, TÜV, Steuern, Reparatur…?

Danke!

Von: Kexel
Uhr
Hallo,

ist Ihr Vater Eigentümer oder nur Versicherungsnehmer?
Theoretisch kann das Auto auch Ihnen gehören und nur aus Versicherungsgründen auf Ihren Vater zugelassen sein. Wer hat die Anschaffungskosten getragen? Wem steht der Verkaufspreis bei einem möglichen späteren Verkauf zu?

Gehört das Auto Ihrem Vater, dann alle nachgewiesenen und selbst getragenene Kosten als Betriebsausgaben erfassen, abzüglich eines gewissenhaft geschätzten oder per Fahrtenbuch ermittelten Privatanteils.

Gehört das Auto Ihnen, dann stellt es notwendiges Betriebsvermögen dar und ist als solches zu erfassen. Dann sind alle Kosten, einschließlich Abschreibung, Betriebsausgaben und der Privatanteil errechnet sich nach der 1%-Regelung oder Fahrtenbuchmethode.

Von: STH1983
Uhr
Herzlichen Dank für Ihre Antwort!

Mein Vater ist als Eigentümer (Halter) des Fahrzeugs im Fahrzeugbrief eingetragen. Er hat auch die Anschaffungskosten getragen. Wer den Erlös eines Verkaufs bekäme, darüber haben wir noch nicht gesprochen.

Ist es auch möglich, die beruflichen Fahrten inkl. Datum und gefahrenen Kilometern aufzuschreiben und mit 30 Cent pro Kilometer abzusetzen? Das würde sich lohnen, weil das Auto sehr sparsam im Verbrauch ist und günstige Wartungskosten hat. Auch der Aufwand wäre geringer, als alle Tankquittungen und Werkstattsbelege aufzuheben…

Übrigens zahlt mein Vater von seinem Konto Versicherung und Steuern. Ich überweise ihm den Betrag anschließend. Stellt das ein Problem dar?

Von: Kexel
Uhr
Hallo,

Ansatz mit 0,30 Euro pro gefahrenem Kilometer geht auch. Allerdings wird hierzu eine entsprechende Reisekostenaufstellung über jede einzelne betriebliche Fahrt benötigt und eine Bestätigung Ihres Vaters hierzu, dass Sie ihm die 0,30 Euro ersetzt haben durch Übernahme aller Unterhaltungskosten des Fahrzeugs
Darüber hinaus sollten zusätzlich alle Kostenbelege aufgehoben werden, damit auch bei Bedarf dies nachgewiesen werden kann.