≡ Menu
Fragen »

Fremdes KFZ mit 0,30 EUR/km von FA nicht anerkannt.

Von: Frank Schroeder • Veröffentlicht: 22. Februar 2017

FragenFremdes KFZ mit 0,30 EUR/km von FA nicht anerkannt.

Uhr
Von: Mark
5 Antworten
Hallo allerseits,
prima, daß es ein solches Forum gibt.
Ich bin Einzelkämpfer, also freischaffend als Musiker/ Künstler.
Nun zu meiner Frage: Nachdem mein Auto mit Technik, Requisiten usw. über Nacht vom Parkplatz verschwand, war ich gezwungen, mir erstmal Arbeitsmittel anzuschaffen. Also habe ich das Auto meiner Lebensgefährtin zu unter 50% km/ Jahr für Betriebsfahrten genutzt. Das Geld wurde nach Erstellung von einzelnen Belegen von meinem Betriebskonto auf ihr Konto überwiesen. Ich habe für meine Betriebsfahrten ein Fahrtenbuch geführt und auch für das Auto meiner Frau. Nun bekomme ich vom Finanzamt sinngemäß Folgendes: Für unentgeltlich zur Verfügung gestellte PKW kann keine Kilometerpauschale als Betriebsausgaben abgezogen werden (Ich nehme an, der Beamte denkt, ich hätte das Geld nicht überwiesen, sondern würde es nur als Betriebsausgabe geltend machen wollen). Die Abgeltung, die die Pauschale bewirken soll, soll auch Aufwendungen einbeziehen, deren wirtschaftlicher Träger der unentgeltliche Nutzer nicht ist, sondern nur der Eigentümer (z.B. Versicherungen, Steuern, Abschreibungen, usw.).
Dann steht da, ich kann für 5000 km 600 EUR Spritkosten geltend machen. Dazu ein Schreiben, auf dem ich mich damit einverstanden erklären soll.
Ich kann damit nichts anfangen, wann kann man denn die 0,30EUR/km ansetzen, wenn nicht hier?

Von: Kexel
Uhr
Hallo,

Ihre Darstellung ist etwas verwirrend, zumindest das, was das Finanzamt möchte. Hier wäre eine wörtliche Wiedergabe hilfreich.

Die Pauschale von 0,30 EUR pro gefahrenem Kilometer kann für die betriebliche Nutzung privater PKW angesetzt werden. Hierbei sind Fahrzeuge gemeint, die dem Nutzer als Eigentümer oder Mieter/Leasingnehmer gehören bzw. das Nutzungsrecht innehat.
Hierzu gehört nicht das Fahrzeug Ihrer Lebensabschnittsgefährtin.

Hier sind die Kosten anteilig abzugsfähig, die Sie tatsächlich getragen haben. Da Sie ein Fahrtenbuch geführt und Ihrer Lebensabschnittsgefährtin die Fahrtkosten erstattet haben – wenn ich Ihre Ausführungen richtig verstehe -, lässt sich aus diesen Komponenten der von Ihnen getragene Kilometersatz errechnen und diesen können Sie für Ihre Betriebsfahrten ansetzen,

Von: Mark
Uhr
Vielen Dank für die Antwort. Ich war immer der Meinung, daß diese 0,30 EUR/km bei jedem Fahrzeug gelten, das ich mir leihe. Also ist er im Recht und ich muß mich mit der Anrechnung einer Sprit – Pauschale zufrieden geben? Dummerweise habe ich im guten Glauben das ganze Geld (auf der Grundlage 0,30EUR/km) an meine Lebensgefährtin überwiesen. Dann ist das wohl eine Privatausgabe gewesen. :'(

Von: Kexel
Uhr

wieso Privatausgabe?

Wenn Sie Ihrer Lebensabschnittsgefährtin mehr als 0,30 EUR pro Kilometer bezahlt haben, weil ihr auch mehr Kosten entstanden sind, dann können Sie selbstverständlich Ihre tatsächlichen Kosten ansetzen. Diese sollten aber nicht die Kosten Ihrer Lebensabschnittsgefährtin übersteigen, da diese sonst stdeuerpflichtige Einkünfte hat.

Von: Mark
Uhr
Vielen Dank, nach dieser Info habe ich mich nochmal mit der Sache befasst. Jetzt habe ich das hoffentlich richtig verstanden. Wenn ich meine Zahlungen nachweise (sie sind alle von meinem Betriebskonto auf das Privatkonto meiner Lebensgefährtin überwiesen worden) kann ich diese Ausgaben also geltend machen. Da die Grundlage 0,30EUR/km waren und das Fahrzeug zu über 50 Prozent der jährlichen Laufleistung von ihr privat genutzt wurde, dürfte die Gesamtsumme nicht zu hoch ausfallen. Das FA war wohl davon ausgegangen, daß kein Geld geflossen ist, denn es hieß “Für unentgeltlich zur Verfügung gestellte PKW kann keine Kilometerpauschale als Betriebsausgaben abgezogen werden”.
Es sind also dann die mir “enstandenen KFZ-Kosten” und nicht die “Km-Pauschale”.

Von: Kexel
Uhr

ja, korrekt verstanden.