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Gebrauchtwagenkauf mit (Kopf-)Hindernissen

Von: Frank Schroeder • Veröffentlicht: 22. Februar 2017

FragenGebrauchtwagenkauf mit (Kopf-)Hindernissen

Uhr
Von: riesennager
2 Antworten
Hallo liebe Forenbetreiber,
hallo insbesondere Herr Kexel,

ich brauche dringend schnelle Unterstützung.

Folgende Situation:
Kfz soll gebraucht gekauft werden, KP 17k inkl. 2,7k MwSt, Bruttolistenneupreis etwa 32k.

Es gibt eine Mutter-GmbH M (zu 100% in meinen Händen, bin auch GF), und Tochter-GmbH T (zu 100% bei M, bin ebenfalls GF). Außerdem bin ich Freiberufler (EÜR) mit Vorsteuerabzug.

Die Nutzung des Pkw wird etwa wie folgt aufgeteilt sein:
Für M: irrelevant; für T: 35%; für freiberufl. Tätigkeit: 35%; für privat: 30%.

Die jährlichen Kosten für das Auto inkl. Abschreibung werden sich auf etwa 7k zzgl. 0,6k MwSt belaufen. Persönlicher Grenzsteuersatz: etwa 38%.
Versicherung auf mich (als Freiberufler) spart gegenüber Versicherung auf T 0,6k p.a., sofern ich nicht nur Versicherungsnehmer, sondern auch Halter bin.

Nun die Fragen zur Gestaltung:
Es kann entweder ich privat (schlecht wg. USt), ich als Freiberufler oder die T kaufen. Ich bräuchte jeweils DL der T, T hätte das Geld.

So, nun die konkreten Fragen:
1. Kann ich Halter und Versicherungsnehmer sein, die T aber (in der genannten Konstellation) als Käuferin und Eigentümerin die Vorsteuer abziehen?
2. Sollten dann die Versicherungsbeiträge, Zulassungsgebühren etc. weiterberechnet werden?
3. Wie kann überhaupt die Weiterberechnung zwischen mir als Freiberufler und der T erfolgen?
4. Oder soll ich (per DL der T) als Freiberufler kaufen, halten und versichern, der T die Nutzung in Rechnung stellen? Oder gar ihr den Wagen verleasen?
5. Macht ggf. vielleicht eine Konstruktion mit Firmenwagen, der mir als GF überlassen wird (bekomme eigentlich kein Gehalt), Sinn?

Irgendwie habe ich gleich mehrere Knoten im Kopf 😯 , muss mich möglichst heute (Montag) entscheiden, wer kauft, und brauche dringend Hilfe!

Herr Kexel, wenn Sie mir hier helfen, haben Sie etwas gut 😉 😳

Besten Dank
Riesennager

Von: Kexel
Uhr
Hallo,

meine Antworten in diesem Forum schreibe ich nebenbei und kostenlos, daher erfolgt auch eine Beantwortung der Fragen nicht täglich. Wenn eine solche Dienstleistung gewünscht wird, dann kann ich nur auf eine direkte Anfrage an mich verweisen, die dann allerdings kostenpflichtig ist.

Nun H oder F R ich würde gerne H, aber ich hab da leider ein paar P mit Ihren A. Nichtsdestotrotz versuch ich mal eine Stellungnahme, aber o. G.:

1. Meines Erachtens ja, klassicher Fall der Fahrer-Halter-Trennung. Wenn zwar Sie in der Zulassungsbescheinigung stehen, diese sich aber in der Verfügungsgewalt der T befindet, ist diese Eigentümer und kann jederzeit sich selbst in die Bescheinigung eintragen lassen. Im übrigen nutzt die T das Fahrzeug ja auch selbst für eigene betriebliche Zwecke.

2. Die Fixkosten des Fahrzeugs sollte einer tragen. Dies kann bei Versicherung und Steuer auch die T direkt sein. Da hier keine Vorsteuerabzugsberechtigung besteht, kann T die Kosten direkt von ihrem Konto bezahlen und stellt dem Freiberufler (F) einteilig 35 % in Rechnung ohne Umsatzsteuer.

3. Entweder feste monatliche Mietpauschale + lfd. Kosten (Benzin etc.) selbst zu tragen, oder von allen nicht laufenden Kosten (Abschreibung, Inspektion u., ä.) jeweils 35 % von T an F berechnen + Umsatzsteuer. Die lfd. Benzinkosten trägt jeder selbst bzw. werden im Wechsel übernommen, wobei der Anteil für Privat von T getragen wird. Es wäre dann ähnlich einem Mietwagen. Da der betriebliche Anteil von 35 % etwa dem umgerechenten Kostenanteil der 1%-Regelung entspricht würde sich auch anbieten, dass die alle Kosten von der T getragen werden und eine feste Monats-Miet-Pauschale (all-inclusiv) in Höhe von 1% des Bruttolistenneupreises zzgl. USt in Rechnung gestellt wird.

4. Das unter 3. geschilderte funktioniert natürlich auch umgekehrt.

5. Wenn T Fahrzeug-Eigentümer wird, stellt die private Nutzung durch den GF natürlich einen lohnsteuerpflichtigen geldwerten Vorteil dar, ersatzweise kann von Privat ein Anteil in Höhe der 1%-Regelung gegen monatliche Geldzahlung ausgeglichen werden. Da bisher noch keine Lohnzahlung erfolgt, wäre eine Abwicklungüber F als Eigentümer wahrscheinlich sinnvoller. Dann wäre der Privatanteil über die EÜR des F abzuwickeln.

Es empfiehlt sich auch mal über einen repräsentativen Zeitraum (von mindestens drei Monaten) ein Fahrtenbuch zu führen, um die prozentualen Anteile gegenüber dem Finanzamt darstellen zu können.

Von: riesennager
Uhr
Hallo Herr Kexel,

vielen Dank für die ausführliche Antwort.
T hat inzwischen F ein Darlehen gegeben, F hat inzwischen gekauft.
Zulassung erfolgt jetzt auf F, Weiterberechnung gegenüber T erfolgt dann künftig über eine Pauschale wie von Ihnen skizziert, im Gegenzug wird DL getilgt. Privatnutzung erfolgt dann als Privatentnahme verbucht.

Beste Grüße
Riesennager