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Gutschrift ohne ausgewiesene USt von Affiliate Netzwerk

Von: Frank Schroeder • Veröffentlicht: 22. Februar 2017

FragenGutschrift ohne ausgewiesene USt von Affiliate Netzwerk

Uhr
Von: Joko
8 Antworten
Hallo,

ich bin umsatzsteuerpflichtiger Einzelunternehmer (jährlich) im Bereich Online Marketing und habe folgendes Problem:

Ich habe Anfang 2012 Umsätze bei einem deutschen Affiliate-Netzwerk generiert, welches daraufhin eine Gutschrift erstellt hat, und mir das Geld überwiesen hat.

Jetzt musste ich beim sortieren meiner Belege feststellen, dass diese Gutschriften ohne das Ausweisen der USt erstellt wurden, da in meinem Account mein Status fälschlicherweise auf Kleinunternehmer stand.

Über den Emailsupport bekommt man seit Tagen auf Anfragen keine Antwort zu meiner Problematik, und per Telefon hatte ich nur einmal Glück das jemand ran ging, und die anscheinend unwissende Dame teilte mir nur mit, dass man da nichts mehr ändert.

Da mich das mit dieser Firma nur noch annervt, und der Betrag nicht hoch ist, hätte ich kein Problem damit, die USt aus der eigenen Tasche zu bezahlen.
Ich möchte auch meine Steuer-/Umsatzsteuererklärung endlich fertig machen.

Die Frage ist, wie gehe ich das jetzt am Besten an?
Die Gutschrift ist ja nun falsch. Soll ich einfach eine korrekte Rechnung mit dem ursprünglichen Gutschriftbetrag als Nettobetrag + 19% USt erstellen, und die USt dann ganz normal abführen?
Das wäre wohl am einfachsten. Aber dann würde ja der Geldeingang der ursprünglichen Gutschrift auf meinem Bankkonto nicht mit dem Rechnungsbetrag übereinstimmen.

Ich hoffe mir kann jemand helfen. 🙂

Von: Kexel
Uhr
Hallo,

Stichwort: Dreisatz-Rechnung

Also, einfach aus dem erhaltenen Betrag (Nettobetrag der Gutschrift) die Umsatzsteuer herausrechnen.

Beispiel:

Zahlung 100,00 EUR
Netto = 100,00 EUR : 1,19 = 84,03 EUR
19 % USt = 84,03 EUR x 19 % (oder 100,00 EUR – 84,03 EUR) = 15,97 EUR

Von: Joko
Uhr
Hallo Hr. Kexel,

also behandel ich den Betrag der Gutschrift (für Kleinunternehmerregelung) wie wenn es ein Bruttobetrag wäre und rechne die USt heraus.
Ich bin davon ausgegangen, dass der Betrag der Gutschrift wie ein Nettobetrag behandelt wird, und ich die USt noch draufschlagen muß.
Ersteres ist natürlich dann auch einfacher aufzuzeichnen, da Gutschrift-/Rechnungsgesamtbetrag mit dem Kontoauszug übereinstimmen.

Ich habe hier noch ein Screenshot von einem Teil der Gutschrift gemacht:
http://i.imgur.com/kGUwgh9.png

Aber sollte ich jetzt noch eine ordentliche Rechnung für diesen Vorfall für meine Ablage erstellen? Korrekt ausgestellt ist diese Gutschrift ja nicht…

Von: TorstenMo
Uhr
Wenn man umsatzsteuerpflichtig ist und von solch einem Netzwerk eine Nettorechnung (ohne Umsatzsteuer) bekommt, Sollte man dem Netzwerk mitteilen, dass man umsatzsteuerpflichtig ist. Dann bekommt man die Umsatzsteuer zuzüglich gezahlt. Das kann man in der Regel mit einem Formular vom Betreiber des Netzwerks erledigen oder man faxt seine Umsatzsteuer-ID-Nr. oder einen anderen Nachweis vom Finanzamt zum Betreiber.

Von: Joko
Uhr
Joko wrote:
Über den Emailsupport bekommt man seit Tagen auf Anfragen keine Antwort zu meiner Problematik, und per Telefon hatte ich nur einmal Glück das jemand ran ging, und die anscheinend unwissende Dame teilte mir nur mit, dass man da nichts mehr ändert.

Das ist ja das Problem. Es fühlt sich bei diesem Netzwerk anscheinend keiner für diese Sache zuständig.
Ich hab aber auch keine Lust mehr mich jetzt wegen max. 20 Euro mit denen täglich zu beschäftigen. Ich möchte endlich meine Steuer für 2012 fertig machen. Dieser Vorfall ist alles was mich daran noch hindert… 😉

Von: Joko
Uhr
Torsten wrote:
Wenn man umsatzsteuerpflichtig ist und von solch einem Netzwerk eine Nettorechnung (ohne Umsatzsteuer) bekommt, Sollte man dem Netzwerk mitteilen, dass man umsatzsteuerpflichtig ist. Dann bekommt man die Umsatzsteuer zuzüglich gezahlt.

So wie du das jetzt aber schreibst, muß man die Umsatzsteuer also noch aufschlagen auf den erhaltenen Betrag.
Herr Kexel schrieb ja, dass man die Umsatzsteuer aus dem erhaltenen Betrag herausrechnen soll.

Also wie denn jetzt? 😀

Von: Kexel
Uhr

Umsatzsteuer immer aus dem Zahlbetrag herausrechnen.

Wenn Sie aber, wir von Torsten empfohlen, sich die Umsatzsteuer nachträglich erstatten lassen, dann wird diese natürlich zusätzlich zum Nettobetrag ausgezahlt.

Da Sie letzteres aber nicht wollen, bleibt es beim herausrechnen aus dem Zahlbetrag, eben Dreisatz-Rechnung.

Von: Joko
Uhr
Ok. Danke für die Aufklärung Hr. Kexel.

Könnten Sie mir noch kurz einen Tipp zu der Gutschrift geben?
Da diese ja nicht korrekt ist, soll ich einfach eine ordentliche Rechnung mit ausgewiesener Umsatzsteuer erstellen, und diese als Beleg für diesen Vorgang nehmen?
Ich muß noch dazu sagen, dass im Verwendungszweck der Überweisung “Gutschrift 8xxxxxxx” steht.

Von: Kexel
Uhr

nicht jede einzelne Buchung erfordert einen Aufwand, der dem einer Doktorarbeit vergleichbar ist.

Bei Betriebseinnahmen sind die strengen Anforderungen an eine Rechnung nicht analog anzuwenden.
In Ihrem Fall, da keine Rechnung mit falschem Umsatzsteuerausweis vorliegt, brauchen Sie nichts weiter zu unternehmen und auch keine weiteren (Eigen-)Belege auszustellen.