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Kfz-Kosten bei Nutzung von Fremdfahrzeug

Von: Frank Schroeder • Veröffentlicht: 22. Februar 2017

FragenKfz-Kosten bei Nutzung von Fremdfahrzeug

Uhr
Von: cinderella
2 Antworten
Ich bin seit dem 01.01.2008 selbstständig und verfüge über kein eigenes Kfz.

Mein Mann ist leitender Angestellter eines Konzerns und nutzt ein Kfz-Firmenleasing mit Full-Service-Leasingrate.

D.h., er zahlt eine mtl. Bruttorate von 675,00 und deckt damit alle Kosten ab (Benzin, Versicherung, Inspektion, Reifen etc.).

Die zu zahlende Rate schmälert von vornherein über die Gehaltsabrechnung sein Bruttoeinkommen und führt so auch zu einem niedrigeren Nettogehalt.

Ausgehend von einer Bruttorate von mtl. € 675,00 ergeben sich für unseren Haushalt Kfz-Kosten p.a. von € 8.100,00.

Sofern die jährliche KM-Leistung 15.000 beträgt resultieren hieraus Kosten von € 0,54 pro km.

Wenn ich jetzt an den Tagen, an denen mein Mann den Wagen nicht nutzt, diesen im Rahmen meiner Selbstständigkeit fahre und mit 3.000 km p.a. an den zurückgelegten 15.000 km beteiligt bin:

Wie erfasse ich in meiner Einnahmen- / Überschußrechnung die Kfz-Kosten, wenn ich für mich berufsbedingt das Auto nutze?

– Als Dienstreisen mit € 0,54 pro km?
– Mit € 0,30 pro km?
– Oder darf ich gar nichts erfassen, da der Wagen auf den Namen der Firma meines Mannes zugelassen ist und somit kein Privatwagen von uns ist?

Lieben Gruß

Von: Kexel
Uhr
Quote:
Richtlinie 9.5 Lohnsteuerrichtlinen 2008

Fahrtkosten als Reisekosten

Allgemeines

(1) Fahrtkosten sind die tatsächlichen Aufwendungen, die dem Arbeitnehmer durch die persönliche Benutzung eines Beförderungsmittels entstehen. Bei öffentlichen Verkehrsmitteln ist der entrichtete Fahrpreis einschließlich etwaiger Zuschläge anzusetzen. Benutzt der Arbeitnehmer sein Fahrzeug, ist der Teilbetrag der jährlichen Gesamtkosten dieses Fahrzeugs anzusetzen, der dem Anteil der zu berücksichtigenden Fahrten an der Jahresfahrleistung entspricht. Der Arbeitnehmer kann auf Grund der für einen Zeitraum von zwölf Monaten ermittelten Gesamtkosten für das von ihm gestellte Fahrzeug einen Kilometersatz errechnen, der so lange angesetzt werden darf, bis sich die Verhältnisse wesentlich ändern, z. B. bis zum Ablauf des Abschreibungszeitraums oder bis zum Eintritt veränderter Leasingbelastungen. Abweichend von Satz 3 können die Fahrtkosten auch mit pauschalen Kilometersätzen angesetzt werden, die das BMF im Einvernehmen mit den obersten Finanzbehörden der Länder nach der höchsten Wegstrecken- und Mitnahmeentschädigung nach dem Bundesreisekostengesetz (BRKG) festsetzt.

Quote:
Wie erfasse ich in meiner Einnahmen- / Überschußrechnung die Kfz-Kosten, wenn ich für mich berufsbedingt das Auto nutze?

Als Dienstreisen mit € 0,54 pro km!

Gruß

Helmut Kexel, Vereidigter Buchprüfer/Steuerberater
www.steuernplusberatung.de

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Von: TorstenMo
Uhr
Wieso werden hier die tatsächlich ermittelten Kosten pro Kilometer genutzt? Wäre nicht die Kilometerpauschale von 0,30 EUR anzuwenden? Oder bin ich da auf dem Holzweg?

Wenn ich das richtig lese, dann versteh ich das so:

Quote:
der Teilbetrag der jährlichen Gesamtkosten dieses Fahrzeugs anzusetzen, der dem Anteil der zu berücksichtigenden Fahrten an der Jahresfahrleistung entspricht.

Das sind also die ermittelten 0,54 EUR pro Kilometer.

Quote:
, der so lange angesetzt werden darf, bis sich die Verhältnisse wesentlich ändern, z. B. bis zum Ablauf des Abschreibungszeitraums oder bis zum Eintritt veränderter Leasingbelastungen.

Der Arbeitnehmer kann das ansetzen. Gilt das dann auch für den Unternehmer?

Weitere Frage: Wie weißt der Arbeitnehmer die Gesammtkosten oder den ermittelten Km Satz nach? Muss der Arbeitnehmer Aufzeichungen führen? 🙄

Umkehrschluss: Könnte auch der Unternehmer einen erhöhten Kilometersatz ermitteln und den in der Zukunft unabhängig vom pauschalen Kilometersatz (0,30 EUR) anwenden? Dann weise ich einmal 0,60 EUR nach und nutze diesen Satz 3 Jahre. Brauche keine Belege mehr sammeln usw.

Fragen über Fragen… 😳