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KFZ 90% bei Einzehlfirma

Von: Frank Schroeder • Veröffentlicht: 22. Februar 2017

FragenKFZ 90% bei Einzehlfirma

Uhr
Von: matuszki
5 Antworten
Hallo Zusammen,

Auto wurde im März privat von privat gekauft für 4400 (9 Jähriges) – ab Mai für berufliche Zwecke genutzt (Gewerbe als Handelsvertreter angemeldet – Einzelfirma, keine Angestellte). Benutz ist zirka 90% beruflich und Rest privat. Jetzt folgende Fragen:

1. Muss ich das Auto auf Firma Ummelden – oder kann es so bleiben, läut automatisch als Notwendiges Betriebsvermögen? Als Einzelfirma bin ich eigentlich keine Firma, oder? Muss ich beim FA die Nutzung von KFZ deklarieren?

2. Kann ich alle Kilometerabsetzen? Ich fahre zu den Kunden, also zum keinen Betrieb, mache eigene Routen.

3. Welche Methode kann ich wählen? (0,3, 1%, Fahrtenbuch) – siehe Anlage – stimmt, dass 0,3 verboten ist?

4. Muss ich monatlich Steuer an FA für Privatanteil bezahlen (für KFZ) oder kann ich am Ende des Jahres?
5. Ab Mai – nur Anteiligabschreibung des Auto 66,67% von das was ich normalerweise für ganzes Jahr abschreiben würde, da nur 8 Monate in 2010 nutzbar, oder kann ich schon von März rechnen – da das Auto wurde im März gekauft?

6. Kann Vorsteuer 100% abgesetzt werden, bei private und gewerbliche Nutzung – und dann die Korrektur erfolgt über Steuer von Privatanteil ?

7. Kann ich auch nachträglich die Vorsteuer für Autokosten (Versicherung, ADAC alles wurde im März abgeschlossen) abziehen? Wenn schon im März, also bevor Gewerbeanmeldung erfolgte? Oder kann ich hier nur anteilig es machen? – spricht März und April nicht, da keine Gewerbe existierten?

8. Privatanteil mit Steuer muss Gewinnerhöhend verbucht werden oder nur Steuer muss ich bezahlen (es dien nur zur Berechnung der Steuer)? Ist das 19 %? Ist gewinerhöhend Privatanteil mit Steuer?

9. Verpflegungspauschale wenn ich zu den Kunden fahre? Kann ich absetzen?

Gruß
Mattes

Von: Kexel
Uhr
Hallo,

1. Nein, Ummeldung nicht erforderlich.

2. Betriebsausgaben sind die tatsächlichen, nachgewiesenen Kosten (z. B. tanken, Werkstattrechnungen, Versicherung, Steuer)

3. 0,30 Cent pro Kilometer geht nicht – Abzug der tatsächlichen, nachgewiesenen Kosten zu 100 %- Privatanteil wird nach der 1%-Methode oder Fahrtenbuch-Methode ermittelt.

4. Bei monatlicher Umsatzsteuer-Voranmeldung ist Privatanteil auch monatlich mit zu melden.

5. Ja, nur zeitanteilige Abschreibung.

6. Ja, Vorsteuerabzug zu 100 % und Umsatzsteuerpflicht des Privatanteils.

7. Vorsteuerabzug ab tatsächlicher betrieblicher Nutzung, unabhängig von Gewerbeanmeldung. In ADAC und Versicherung ist aber keine abzugsfähige Vorsteuer enthalten.

8. Privatanteil ist ertragsteuerrechtlich gewinnerhöhend und umsatzsteuerrechtlich + 19 % zu buchen.

9. Ja, mit entsprechenden eigenen Reisekostenaufzeichnungen.

Von: matuszki
Uhr
Hallo Kexel,

danke für Ihre Antwort.
Ich habe noch diesbezüglich paar Fragen:

1.Also im Grunde genommen, bevor ich Gewerbe angemeldet habe, wurde das Auto schon von Anfang an genutzt, ab März – zwar noch nicht für den operativen Geschäft, aber genutzt – wenn ich das richtig verstehen, kann ich schon die Kosten hier mitberücksichtigen?

2.Auto wurde schon ab März für erledigen von paar Sachen genutzt – spricht die Suche von Arbeitgeber, erledigen von paar Sachen in Finanzamt. Also kann ich die pauschale Berechnung für diese Kilometer nutzen (0,3 pro Kilometer) – da weniger als 50% für diese Zwecke und Periode von 2 Monaten (März und April) genutzt wurde? Oder muss ich hier auch Fahrtenbuchmethode nutzen, da einmal gewählte Methode für ganzes Jahr muss bleiben?

3.Falls 2 Antwort ja, sollte ich für den Mai Privatnutzung berechnen und Ust Steuer von März bis Mai (als Gesamtsumme) an FA abführen und in Bücher gewinnerhöhend buchen? – im März und April konnte ich nichts melden, da keine Gewerbe existierte.

Von: matuszki
Uhr
ich konnte nicht mehr meine Antwort bearbeiten, also Verzeihung, aber muss noch eine Nachricht mit der Frage schreiben:

4.Da das Auto privat von privat gekauft wurde ich auch kein Vorsteuer auf der Rechnung ausgewiesen. Kann ich trotzdem hier Vorsteuerabzug bei FA melden?

5.Ich sehe schon evt. Problem für die Kostenabsetzung für März und April, da ich leider die Belege für Tanken nicht aufbewahrt habe  Erst ab Mai. Ist in diesem Fall auch möglich hier die Kosten abzusetzen, oder erst ab Mai?

6.Wenn 5 ja, bleibt mir nichts anderes übrig, als alle Kosten ab Mai zusammenzufassen, oder? Ist dann, z.B. Kosten für ADAC in März abgeschlossen (80 Euro) nur als Teil mitzuberücksichtigen? Spricht (8/10*80=64 Euro)? Genauso alle Andere Kosten die in März schon angefallen sind (Versicherung, Abschreibung,Reparatur – hier auch Vorsteuer auch nur 80% zu Melden), die das Auto betreffen?

Von: matuszki
Uhr
7.Besteuerung von Privatanteil – wenn es um Benzin, Versicherung, Abschreibung – klar, monatliche Aufteilung und dann entsprechende Abzug von Privatanteil. Aber welche Prozentsatz bei Reparaturen? Wenn ich z.B. im August Urlaub genommen habe – Privatanteil hoch 35% (durchschnittlich pro Jahr aber 10%). Anteil von Benzin, Versicherung – 35% – keine Verluste, da die Kosten schon von Anfang des Jahres auf Monate verteilt. Welche Aber für Reparatur? Wenn ich 35% nehme, es ist zu viel, da ich jährlich nur 10% privat nutze. Welche Teil muss man hier für Reparaturen berücksichtigen (schätz man vorausichtliche jährliche Nutzung und das Gilt bei solchen Fällen als Basis)? Oder hat man einfach Pech, das in dieser Periode Urlaub war?

Von: Kexel
Uhr
… zur zweiten und dritten Anfrage:

1. Ja
2. Einmal gewählte Methode gilt für gesamtes Kalenderjahr. Voller Kostenabzug und Privatanteil nach 1%-Regelung oder Fahrtenbuchmethode.
3. Ja
4. Keine Mehrwertsteuer in der Rechnung ordnungsgemäß ausgewiesen, kein Vorsteuerabzug.
5. Kosten können auch gewissenhaft geschätzt werden, allerdings ohne Belege kein Vorsteuerabzug.
6. Kostenabzug zu 100%, ebenso Vorsteuerabzug zu 100%. Der Privatanteil unterliegt im Gegenzug der Umsatzsteuer. Bei der 1%-Regelung beträgt die Bemessungsgrundlage 80 % des 1%-Betrags.
7. siehe 6. – Beispiel: Listenneupreis 30.000 EUR brutto, monatlicher Privatanteil 1 % = 300 EUR, davon umsatzsteuerpflichtig 80 % = 240 EUR x 19 % = 45,60 EUR

Sollten sie nunmehr noch immer nicht klar sehen, empfehle ich Ihnen dringend den persönlichen Rat eines Steuerberaterkollegen in Ihrer Nähe. Das Geld für diese Beratung ist sehr gut angelegt und auch steuerlich in voller Höhe abzugsfähig.