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Nebenberufl. Selbstständig – Telefonkosten

Von: Frank Schroeder • Veröffentlicht: 22. Februar 2017

FragenNebenberufl. Selbstständig – Telefonkosten

Uhr
Von: baschuel
3 Antworten
Hallo,

ich habe zwar einige Beiträge hier um Forum zu dem Thema gelesen, aber ganz klar wird mir das nicht.
Ich bin seit 1 Monat nebenberuflich selbstständig (freiberufl. IT-Berater) und nutze seitdem meinen privaten Festnetz, sowie Mobilfunk Anschluss zu ca. 50% für diese Nebentätigkeit.
Beim Handy (ist ja eh alles Flat heutzutage) hauptsächlich um eMails zu lesen und zu beantworten und beim Festnetz um mit den Kunden zu telefonieren oder angerufen zu werden.
1. Kann ich bei 50% Nutzung (ca., schwankt halt im Monat) die USt. in der monatlichen Voranmeldung komplett als Vorsteuer geltend machen?
2. Oder muss ich die 50% Nutzung schon da abziehen und auch nur 50% der USt geltend machen obwohl diese so auf der Rechnung ja nicht als Wert drauf steht?

Ich habe ein Freeware Programm für die Buchführung gefunden (EasyCash&Tax), wo ich eine Privatnutzung vordefinieren kann bei den Ausgaben. Dort wird dann direkt je nach Anteil eine Einnahme erzeugt. Ist das der richtige Weg zu den FRagen oben? Und wird in der Einnahme auch eine USt berechnet oder ist das eine Umsatzsteuerfreie Einnahme sozusagen?

Danke!

Von: Kexel
Uhr
Hallo,

baschuel wrote:
1. Kann ich bei 50% Nutzung (ca., schwankt halt im Monat) die USt. in der monatlichen Voranmeldung komplett als Vorsteuer geltend machen?
2. Oder muss ich die 50% Nutzung schon da abziehen und auch nur 50% der USt geltend machen obwohl diese so auf der Rechnung ja nicht als Wert drauf steht?

Sie können jeweils nur den betrieblichen Anteil als Vorsteuer (in Ihrem Fall 50 %) als Vorsteuer in der Voranmeldung ansetzen.
Alternativ können Sie auch 100 % der Vorsteuer ansetzen, haben dann aber für die privaten 50 % einen Umsatz (Eigenverbrauch, unentgeltliche Wertabgabe) zu versteuern und entsprechend Umsatzsteuer zu zahlen, so dass per Saldo auch nur 50 % betrieblich (abzugsfähig) verbleiben. Zur Alternative ist Ihre gefundene Freeware (obwohl ich persönlich grundsätzlich nicht viel von solchen Programmen halte) sicherlich brauchbar.

Von: baschuel
Uhr
Vielen Dank Herr Kexel für Ihre Antwort.

Von welchen Programmen halten Sie denn mehr? Gerne auch per PM, falls Sie dies hier nicht öffentlich bewerben können/wollen.
Es sollte auch möglich sein einen Rechner mit privater Nutzung abzuschreiben und ggfs. einem Steuerberater nicht fremd sein, damit er Eingaben im Programm prüfen kann.

Danke!

Von: Kexel
Uhr

ich halte von allen Programmen nichts, die für Buchhaltungslaien angeboten werden und suggerieren, das Buchhaltung eigentlich ganz einfach ist, denn dies ist nicht so!

Ich halte aber auch von der großen SAP-Buchhaltungssoftware nichts.

Seine Buchhaltung sollte ein Unternehmer nur dann selbst erstellen, wenn er das fachliche Know-how und die Zeit dafür hat, ansonsten bitte Finger davon lassen.

Neben den großen Anbietern, wie zum Beispiel ADDISON und DATEV, empfehle ich für den Hausgebrauch des kleinen Unternehmers Lexware, aber nicht als Easy-Version (diese hat wiederum nichts mit Buchhaltung zu tun), sondern die normale Buchhalter-Version.

baschuel wrote:
Es sollte auch möglich sein einen Rechner mit privater Nutzung abzuschreiben und ggfs. einem Steuerberater nicht fremd sein, damit er Eingaben im Programm prüfen kann.

??? Was meinen Sie mit dieser Aussage?
Ja, selbstverständlich kann auch ein privat mitbenutzter PC abgeschrieben werden und die auf den betrieblichen Bereich entfallende Abschreibung als Betriebsausgaben angesetzt werden.
Aber bitte, was “soll einem Steuerberater nicht fremd sein, damit er Eingaben im Programm prüfen kann”?
Wenn ein Fremdbuchhaltungsprogramm in der Lage ist die Buchhaltungsdaten auszugeben (ASCII- und/oder Datev-Format) – was heute jedes halbwegs gute Programm können sollte – dann kann jeder Steuerberater diese selbstverständlich in sein eigenes System übernehmen und dort prüfen sowie auswerten. Ein Steuerberater kann auch vor Ort beim Mandanten dessen Buchhaltung in dem System des Mandanten durchsehen und prüfen, was allerdings in der Regel wesentlich aufwendiger ist, da der Berater sich erst mit der Funktionsweise des Systems auseinandersetzen muss.