≡ Menu
Fragen »

Nebenberuflich selbsttändig + Hauptberuflich angestellt: Fahrten zur hauptberuflichen Arbeitsstätte?

Von: Frank Schroeder • Veröffentlicht: 22. Februar 2017

FragenNebenberuflich selbsttändig + Hauptberuflich angestellt: Fahrten zur hauptberuflichen Arbeitsstätte?

Uhr
Von: chegel
5 Antworten
Hallo an die Experten,

ich bin nebenberuflich selbstständig und habe einen PKW im Betriebsvermögen. Die Privatnutzung unterliegt der 1%-Regel. Nun bin ich aber hauptberuflich Angestellter und nutze den selben PKW für die Fahrten zwischen Wohnung und der hauptberuflichen Arbeitsstätte. Nun lese ich, dass der BFH in einem Urteil diese Fahrten nicht als Privatfahrten anerkennt sondern vielmehr fordert, dass diese als nicht-private Entnahmen des Unternehmers i.H.v. 0,001% des Bruttolistenpreises pro gefahrenem Kilometer zu verrechnen sind. Demgegenüber ist es möglich, in der Einkunfstart Angestellter die Kilometerpauschale geltend zu machen.
Beim Finanzamt sagte man mir jedoch, dass alles nicht-betriebliche per 1%-Regel abgegolten wäre, auch die Fahrten zur hauptberuflichen Arbeitststätte. Was ist denn nun richtig?

Beste Grüße!

Von: Kexel
Uhr
Hallo,

der BFH hat Recht – leider kennen noch immer einige Finanzbeamte nicht einmal die wesentlichen Urteile des Bundesfinanzhofs. Was aber nicht nur am einzelnen Finanzbeamten liegt, sondern auch an der Vielzahl der Urteile und – wie in diesem Fall – der unterschiedlichen Behandlung zwischen arbeitnehmereigenen Fahrzeugen und vom Arbeitgeber überlassenen Fahrzeugen.

http://treffer.nwb.de/completecontent/dms/content/000/456/Content/000456868.htm

Quote:
4. Nutzung im Rahmen unterschiedlicher Einkunftsarten

Rz. 17 – Nutzt der Steuerpflichtige das betriebliche Kraftfahrzeug auch im Rahmen anderer Einkunftsarten, sind die auf diese außerbetriebliche, aber nicht private Nutzung entfallenden Aufwendungen grundsätzlich nicht mit dem nach § 6 Absatz 1 Nummer 4 Satz 2 EStG (1 %-Regelung) ermittelten Betrag abgegolten (BFH-Urteil vom 26.4.2006, BStBl 2007 II S. 445). Es bestehen keine Bedenken, diese Entnahme mangels anderer Anhaltspunkte mit 0,001 % des inländischen Listenpreises des Kraftfahrzeugs je gefahrenem Kilometer zu bewerten; dieser Entnahmewert stellt vorbehaltlich bestehender Abzugsbeschränkungen die im Rahmen der anderen Einkunftsart abziehbaren Betriebsausgaben oder Werbungskosten dar. Aus Vereinfachungsgründen wird einkommensteuerrechtlich auf den Ansatz einer zusätzlichen Entnahme verzichtet, soweit die Aufwendungen bei der anderen Einkunftsart keinen Abzugsbeschränkungen unterliegen und dort nicht abgezogen werden.

Von: chegel
Uhr
Vielen Dank! Ja, die Dame vom Finanzamt schien leider nicht sehr kompetent…

Gibt es im SKR03 ein Konto, dass sich für das Verbuchen dieses 0,001%-Anteils anbietet? Meine Steuersoftware hat hierfür nichts vorgesehen, ich muss also leider manuell buchen…

Beste Grüße!

Von: Kexel
Uhr

nein, im SKR03 gibt es kein gesondertes Konto hierfür.
Mit auf Eigenverbrauch PKW #8921 buchen oder einfach ein separates Konto anlegen, z. B. #8923

Von: chegel
Uhr
Ist auf diesen Betrag dann auch Umsatzsteuer aufzuschlagen und entsprechend abzuführen?

Beste Grüße!

Von: Kexel
Uhr

ja, wie bei der PKW-Nutzung, so sind auch hier 80 % dieses Betrags der Umsatzsteuer zu unterwerfen.