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Neues Kfz – Betriebliches Vermögen

Von: Frank Schroeder • Veröffentlicht: 22. Februar 2017

FragenNeues Kfz – Betriebliches Vermögen

Uhr
Von: sonnenschirm
13 Antworten
Hallo,

im Februar 2014 habe ich ein Kfz für 25.506,31 € Brutto erworben. Dieses werde ich voraussichtlich zwischen 50 – 70 % betrieblich nutzen.

Bei folgenden Punkten bin ich mir nicht sicher, ob ich das richtig verstanden habe:

1. Zum Nachweis der betrieblichen Nutzung ist das Führen eines Fahrtenbuches für 3 Monte erforderlich, oder?

2. Die 20%ige Sonderabschreibung und ein Investitionsabzug sind nicht möglich, weil keine betriebliche Nutzung von 90 % vorliegt, korrekt?

3. Bei der Abschreibung ist immer die Nettosumme relevant, oder?

4. Ist der Abschreibungsplan so richtig?

Jahr Buchwert
zu Jahresbeginn Nutzungsmonate Abschreibung Restbuchwert zum Jahresende
2014 21.433,87 11 3.274,62 18.159,25
2015 18.159,25 12 3.572,31 14.586,94
2016 14.586,94 12 3.572,31 11.014,63
2017 11.014,63 12 3.572,31 7.442,32
2018 7.442,32 12 3.572,32 3.870,00
2019 3.870,00 12 3.572,31 297,69
2020 297,69 1 297,69 0,00
Summen 21.433,87 72 21.433,87 0,00

4. Neuzulassung / Wunschkennzeichen:
– Werden die entstandenen Kosten ebenfalls abgeschrieben? Und wenn ja, auch 6 Jahre?
– Diese Kosten sind nicht umsatzsteuerpflichtig, oder?

5. Kfz-Kennzeichen (Schilder) + Feinstaubplakette:
– Ist eine Abschreibung erforderlich? Wenn ja, wie lange?
– Die Umsatzsteuer ist in voller Höhe dem Monat des Kaufes zuzurechnen, korrekt?

6. Sommerreifen:
– Werden die entstandenen Kosten (899,99 € brutto) ebenfalls abgeschrieben? Und wenn ja, auch 6 Jahre?
– Die Umsatzsteuer ist in voller Höhe dem Monat des Kaufes zuzurechnen, korrekt?

Von: sonnenschirm
Uhr
Sorry, gerade als ich meine Tabelle optisch anpassen wollte, kam ich auf “ok”.

Deshalb hier noch mal die verkürzte Darstellung des Abschreibungsplanes:

2014:
11 Nutzungsmonate –> Abschreibung: 3.274,62 €

2015 – 2019:
Jeweils 12 Nutzungsmonate –> Abschreibung 3.572,31 €

2020:
1 Nutzungsmonat –> 297,69 €

Von: Kexel
Uhr
Hallo,

1. In der Regel ja, es sei denn, dass aufgrund der Lebenserfahrung klar ist, dass Sie das Fahrzeug zu mehr als 50 % betrieblich nutzen. Im Zweifel, Fahrtenbuch führen.

2. So ist es.

3. Wenn Sie vorsteuerabzugsberechtigt sind, ja.

4. Eine etwas unübersichtliche Tabelle, verwenden Sie doch einfach einen der vielen AfA-Rechner im Internet, z. B. unter
http://www.zinsen-berechnen.de/afa-rechner.php

4. Gehören zu den Anschaffungskosten des Fahrzeugs und werden mit diesen zusammen einheitlich abgeschrieben.

5. Schilder etc. wie Wunschkennzeichen zu behandeln.

6. Sommerreifen wie Wunschkennzeichen und Schilder zu behandeln.

Vorsteuer im Monat der Leistung und Rechnungsstellung abzugsfähig.

Von: sonnenschirm
Uhr
Hallo Herr Kexel,

ganz herzlichen Dank für Ihre Antworten!

Kann ich in meiner Abschreibungstabelle die Posten Wunschkennzeichen, Feinstauplakette etc. zu einem Posten zusammenfassen und diesen dann über abschreiben oder muss alles einzeln aufgeführt werden? Sind 6 Jahre Abschreibung richtig?

Da die 1%-Regelung für mich eher ungünstig ausfällt, werde ich die Fahrtenbuchmethode anwenden:

– Am Ende jeden Monats nehme ich die privat gefahrenen Kilometer mal 0,30 € und buche die Summe als Einnahme „Privatanteil Kfz“, korrekt?

– Wie verhält es sich bei Reparaturen, Tankquittungen etc.
–> Sind diese in voller Höhe eine Betriebsausgabe oder gibt es eine anteilige Verrechnung (wie geschrieben, werde ich das Auto nur 50-70 % betrieblich nutzen) mit dem Privatanteil?

–> Und wie ist das mit der Umsatzsteuer bei Tankquittungen, Reparaturen etc., wird die in voller Höhe in die Umsatzsteuervoranmeldung angegeben oder nur anteilig weil auch private Nutzung?

Von: Kexel
Uhr

nur ein Wirtschaftsgut “PKW” im Anlagenverzeichnis aufführen und über sechs Jahre abschreiben.

Fahrtenbuchmethode bedeutet:
Das Fahrtenbuch ist immer zu führen!
tatsächliche Gesamtkosten (einschl. AfA) x Privat-Km / Gesamt-KM = Privatanteil
und zwar für ein Kalenderjahr, für monatliche Buchhaltung Betrag schätzten und am Jahresende auf Jahreswerte abstimmen.
Soweit es sich um Kosten mit Vorsteuerabzug gehandelt hat, unterliegt der Privatanteil der Umsatzsteuer.

Dies bedeutet voller Vorsteuerabzug aus den Anschaffungskosten und lfd. Kosten.

Von: sonnenschirm
Uhr
Hallo Herr Kexel,

danke für Ihre prompte und ausführliche Antwort.

1. Wäre es auch denkbar, sämtliche Betriebsausgaben, die mit dem Kfz im Zusammenhang stehen wie Tankquittungen, Reparaturen, Garagenmiete etc. in der monatlichen Buchhaltung in voller Höhe als Betriebsausgaben anzugeben und dann Ende des Kalenderjahres, wenn die tatsächlichen Zahlen vorliegen, eine einmalige Buchung mit dem Privatanteil vorzunehmen?

2. Verstehe ich es richtig, dass ich alle Kosten mit Vorsteuerabzug (z. B. Tankquittungen, Reparatuen, Anschaffung) in voller Höhe in der Umsatzsteuervoranmeldung angeben kann? Der Privatanteil muss also nicht berücksichtigt werden, oder?

Von: Kexel
Uhr

1. Buchhalterisch ja, aber für die Abgabe von Umsatzsteuer-Voranmeldungen nein.

2. Ja, was die Vorsteuer angeht. Nein, hinsichtlich des Privatanteils. Der Privatanteil ist als steuerpflichtiger Umsatz zu erfassen.

Von: sonnenschirm
Uhr
Herzlichen Dank Herr Kexel!

Zusammenfassend für mich zur Verständniskontrolle:

– Anschaffung PKW und laufende Kosten wie Tanken etc. –> Vorsteuerabzug in voller Höhe

– PKW-Abschreibung inkl. Reifen etc. –> tatsächliche Gesamtkosten (in Abschreibung immer Nettopreise) in voller Höhe über 6 Jahre

– Da Fahrtenbuchmethode:

–> Jeden Monat den Privatanteil ermitteln: Privatkilometer / Gesamtkilometer.
Dieser Prozentsatz wird dann für sämtliche Posten wie AfA, Tanken, Waschanlage etc. anwendet und dann die Summe als Privatanteil Kfz als Einnahme gebucht.
Bei Rechnungen mit Umsatzsteuer z. B. Tanken gehe ich vom Bruttopreis aus?!

– Die gezahlte Umsatzsteuer für Tanken etc. muss nicht prozentual als Einnahme für den Privatanteil berechnet werden.

Sorry, wenn ich nochmal so “dumm” nachfrage, aber ich hoffe, dass ich es jetzt verstanden habe…

Von: Kexel
Uhr

ja, im Prinzip in Ordnung.
Die Privateinnahme ist natürlich aufzuteilen, in einen Netto-Erlös und Mehrwertsteuer.
Am Jahresende das ganze anhand der Jahreswerte nochmals abstimmen.
Die prozentuale Berechnung bezieht sich nämlich auf die Jahreswerte (Jahres-Gesamtkosten und Jahres-Gesamtfahrleistung zu betrieblicher Jahres-Fahrleistung).

Von: sonnenschirm
Uhr
Hallo Herr Kexel,

mit konkreten Zahlen für das erste Quartal gefüllt bedeutet das:

Tatsächliche Gesamtkosten (Bruttopreise Tanken etc.): 221,37 € + AfA 849,73 (jährliche Abschreibung liegt bei 3398,91 €) = 1071,10 €

1071,10 € x 185 km (Privat-km) : 2135 (Gesamt-km) = 92,81 €

a) Für dieses Quartal buche ich also bei den Einnahmen einen “Privatanteil PKW” von 92,81 €. Die Umsatzsteuer beiträgt 14,82 und geht in die Umsatzsteuervoranmeldung ein – richtig?

b) Wenn ich in jedem Quartal so verfahre, dann müssten die Quartalssummen doch mit den Jahressummen übereinstimmen.
Die Anpassung am Jahresende ist dann eigentlich nur bezüglich der Kfz-Steuer und Kfz-Versicherung erforderlich oder habe ich da einen Denkfehler?