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Pfandeinkauf beim Großhändler

Von: Frank Schroeder • Veröffentlicht: 22. Februar 2017

FragenPfandeinkauf beim Großhändler

Uhr
Von: stone
3 Antworten
Hallo!

Ich bin Firmenneugründer und vertreibe unter anderem auch Getränke.

Ich habe nach der ersten Rechnungsstellung meines Großhändlers ein kleines Problem.

Beispiel:

Ich habe einen Kasten Bier bei ihm gekauft, hierfür berechnet er mir den Nettobetrag plus 19 % Ust. (alles kein Problem)

Zu dem Kasten kommt jetzt aber noch der Pfandpreis. Als Endverbraucher zahle ich für eine Bierkiste 3,10 Euro incl. Mwst.

Der Getränkegroßhändler berechnet mir aber netto 3,10 Euro + 19%…. also 3,69 Euro. Diesen Betrag kann ich nicht an den Endkunden weitergeben. (Differenz 0,59 Euro)

Laut Aussage des Großhändlers würde ich die 3,69 Euro bei Pfandrückgabe auch zurückbekommen, aber wenn der Kunde den Pfand an anderer Stelle abgibt bleibe ich auf dem Differenzbetrag sitzen.

Schon sehr seltsam… hat jemand Erfahrungen damit?

Eine Gegenrechnung ist laut Aussage vom Finanzamt nicht möglich, da ich wohl selbst dran Schuld bin, wenn ich Sachen billiger verkaufe, als ich Sie einkaufe.

Schöne Grüße

Christian 🙄 🙄

Von: Kexel
Uhr
Hallo,

dies sollten Sie in der Tat nochmal mit Ihrem Großhändler klären, denn so kann es nicht sein, dass dieser Ihnen mehr Pfand berechnet, als allgemein üblich.

Von: stone
Uhr
Hallo nochmal… kleines Update.

Nach telefonischer Rücksprache mit meinem Getränkegroßhändler, hat alles so seine Richtigkeit.

Der Großhändler bezieht vom Hersteller den Pfand Brutto für 3,10 Euro.

Da der Großhändler diesen Pfand “weiterverkauft” ist er mit 19% Mehrwertssteuer zu belegen.

Der Einzelhändler zahlt also 3,69 Euro/Brutto Pfand und darf diesen an den Endkunden aber nur für 3,10 Euro weitergeben. (wird wohl auch in der Metro so gehandhabt)

Der Einzelhändler kann sich den Mehrwertssteuerbetrag dann durch die Umsatzsteuervoranmeldung zurückholen, oder der gibt den Kasten wieder beim Großhandel ab und erhält auch die 3,69 Euro zurück.

Theoretisch könnte ich also beim Einzelhändler Pfandkisten für 3,10 Euro kaufen und im Großhandel wieder für 3,69 Euro abgeben. Gewinn 0,59 Euro :mrgreen:

… sehr kurrios… wer sich das wohl einfallen lassen hat… vielleicht hat das Finanzamt zu wenig zu tun 😉

Schöne Grüße

Christian

Von: Kexel
Uhr

also Ihr Großhändler kann – so wie Sie den Sachverhalt darstellen – meines Erachtens nicht rechnen oder er erhält von seinem Lieferanten eine Rechnung über 3,10 EUR ohne inklusive oder zuzüglich Umsatzsteuer.

Wenn er das Pfand für brutto 3,10 EUR einkauft, dann erhält er von seinem Lieferanten normalerweise auch eine Rechnung mit offenem Umsatzsteuerausweis und sein Finanzamt erstattet ihm die darin enthaltene Vorsteuer von 19 % = 0,49 EUR. Also verbleiben ihm nur Kosten von netto 2,61 EUR.

Dies Kosten von netto 2,61 EUR berechnet Ihr Großhändler seinen Kunden, also Ihnen, weiter mit netto 2,61 EUR zuzüglich 19 % USt 0,49 EUR = brutto 3,10 EUR.

Theoretisch ganz einfach, warum Ihr Großhändler darin ein Problem sieht kann ich nicht erkennen.