≡ Menu
Fragen »

Qualifizierte Prüfung der USt-IdNr in einem Konzern/Organschaft

Von: Frank Schroeder • Veröffentlicht: 22. Februar 2017

FragenQualifizierte Prüfung der USt-IdNr in einem Konzern/Organschaft

Uhr
Von: hoenicke
3 Antworten
Hallo,

grundsätzlich muss ja jede rechtliche Einheit in Deutschland für innergemeinschaftliche Lieferungen und Leistungen die USt-IdNr. des Debitoren/Kreditoren aus dem EU Ausland über das BZSt. qualifiziert prüfen und sich eine amtliche Bestätigungsmitteilung per Post zuschicken lassen.

Die kann natürlich in einem Konzern (z.B. mit 200 Gesellschaften) eine ziemliche Ppaiersschlacht werden, insbesoondere, wenn die Stammdaten zentral von einer Servicegesellschaft verwaltet werden.

Ist vorstellbar, dass man mit den Steuerprüfer hier eine Sonderregelung vereinbaren kann.

Z.B. eine ausgewählte Gesellschaft im Konzern übernimmt die Prüfung der USt-IdNr. für den gesammten Konzern und fordert unter der eigenen USt-IdNr die amtlichen Bestätigungsmeldungen an und archiviert diese.
Wenn bei Ges. A der Steuerprüfer diese Bestätigung sehen möchte, kann aus dem zentralen Archiv die Bestätigung ausgedruckt werden.
Allerdings steht dann als Anschrift die Adresse der Servicegesellschaft auf der Bestätigung.

Im Extramfall müssten sonst für den gleichen Debitoren/Kreditoren für jede Konzerngesellschaft einzelne qualifizierte Anfragen durchgeführt werden.

Gibt es hier Erfahrungen?

Viele Grüße
Thomas Hönicke

Von: Kexel
Uhr
Hallo,

hoenicke wrote:
Ist vorstellbar, dass man mit den Steuerprüfer hier eine Sonderregelung vereinbaren kann.

Nein – alle Steuerpflichtigen sind vor dem Gesetz gleich zu behandeln.

Eine zentrale Verwaltung in einem gesonderten Archiv ist allerdings möglich.

Im Konzernverbund stellt sich auch zusätzlich die Frage, liegt ggf. eine umsatzsteuerliche Organschaft vor?

Von: hoenicke
Uhr
Hallo Herr Kexel,

vielen Dank für die Antwort.
Ja, die meisten deutschen Gesellschaften gehören zu einer umsatzsteuerlichen Organschaft. Gibt es hier abweichende, erleichternde Regeln?

Viele Grüße
Thomas Hönicke

Von: Kexel
Uhr

bei einer umsatzsteuerlichen Organschaft erhält zwar der Organträger und jede Organgesellschaft eine eigene USt-IdNr. es wird aber nur eine gemeinsame Umsatzsteuer-Voranmeldung bzw. -Erklärung erstellt und abgegeben.

Umsatzsteuergesetz wrote:
§ 18e Bestätigungsverfahren
Das Bundeszentralamt für Steuern bestätigt auf Anfrage
1. dem Unternehmer im Sinne des § 2 die Gültigkeit einer Umsatzsteuer-Identifikationsnummer sowie den Namen und die Anschrift der Person, der die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer von einem anderen Mitgliedstaat erteilt wurde;

Die USt-IdNr. des Abnehmers gehört nicht zu den in http://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__6a.html aufgezählten Voraussetzungen einer innergemeinschaftlichen Lieferung. Die Formulierung “die Voraussetzungen der Steuerbefreiung einschließlich der USt-IdNr. buchmäßig nachzuweisen” in http://www.gesetze-im-internet.de/ustdv_1980/BJNR023590979.html ist missverständlich. Mit ihr soll zum Ausdruck gebracht werden, dass die USt-IdNr. selbst keine Voraussetzung der Steuerbefreiung, sondern ein Nachweiserfordernis darstellt. Um diesen Nachweis zu führen, ist die unverzichtbare buchmäßige Aufzeichnung der richtigen USt-IdNr. des Abnehmers erforderlich.
Es genügt, dass die im Zeitpunkt der Lieferung durch eine qualifizierte Abfrage gem. § 18e UStG bestätigte gültige USt-IdNr. aufgezeichnet wird.

Wer diese qualifizierte Abfrage gestellt hat, schreiben weder Gesetz, Durchführungsverordnung, noch der Anwendungserlass vor.