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Reisekosten Einzelunternehmer bei Aufträgen von Dritten

Von: Frank Schroeder • Veröffentlicht: 22. Februar 2017

FragenReisekosten Einzelunternehmer bei Aufträgen von Dritten

Uhr
Von: Ehemaliger Nutzer
4 Antworten
Hallo zusammen,

ich hoffe es kann mir jemand ein paar Tips geben. Folgendes ist mein Problem:

Das FA will meine Reisekosten nur im Rahmen der Doppelten Haushaltsführung anerkennen, weil es sagt, das der Sitz meines Auftraggebers meine regelmäßige Betriebsstätte darstellt.

Das war allerdings 1999 bis 2005 so. In dieser Zeit hatte ich mehrere Kunden von meinem Wohnort aus betreut.

Seit 2005 arbeite ich nur noch auf Projektbasis über Vermittler. D.h. der Auftrag des tatsächlichen Kunden landet beim Vermittler, der wiederum beauftragt mich den Auftrag auszuführen. Die Kunden befinden sich überwiegend in BRD. Es entstehen also immer Reisekosten.

Das FA sagt jetzt das der Sitz des Kunden (der Kunde des Vermittlers) meine regelmäßige Betriebsstätte sei und will meine Fahrtkosten mit dem PKW nur noch im Rahmen der Doppelten Haushaltsführung anerkennen, obwohl die tatsächlichen Kosten höher liegen.

In 2007 bin ich mit der Bahn gefahren und hatte keine Probleme, bis auf den Verpflegungsmehraufwand (Dreimonatsfrist). In 2008 bin ich Mangels einer guten Bahnverbindung mit dem betrieblichen PKW gefahren.
Ach ja, ich bin Einzelunternehmer.

Mein Kunde ist aber der Vermittler, an dessen Sitz ich nie tätig werde. Leider stand 2008 in einem Vertrag das der Einsatzort am Sitz des Kunden des Vermittlers ist, damit hat dann wahrscheinlich das FA recht. Jedenfalls für diesen einen Auftrag, oder?

Wo liegt nun meine regelmäßige Betriebsstätte? Tätig werde ich beim Kunden des Vermittlers, u.U. aber auch von zuhause aus (z.Zt. selten).

Die Betriebsstätte ändert sich mit jedem Projekt, das kann mehrmals im Jahr sein, aber auch mal über ein oder mehrere Jahre die gleiche sein.

Wäre es eine Lösung in Zukunft mit einer Kap-Gesellschaft zu arbeiten? Sprich ich gründe eine KapGes und bin Gesellschafter-GF, dann müsste doch der Sitz der Gesellschaft meine regelmäßige Betriebsstätte sein, auch wenn das mein Wohnsitz ist.

Für jeglichen Tip, Hinweis und Anregung bin ich dankbar.
Deshalb schon jetzt vielen, vielen Dank.

Gruss
Stephan

Von: Ehemaliger Nutzer
Uhr
Hallo zusammen,

noch ein Nachtrag meinerseits. Könnte folgendes Urteil mir weiterhelfen:

BFH VI R 21/08 zufinden unter:
bundesfinanzhof.de/www/entscheidungen/2009.9.16/6R2108.html

(Da die Entscheidung an dieser Stelle nicht mehr auffindbar ist, haben wir den Link deaktiviert.)

Hier hab ich die Entscheidung nochmals an anderer Stelle gefunden, in der Hoffnung, dass sie nicht in einigen Wochen wieder verschwunden ist:

http://www.kostenlose-urteile.de/Urteil8578

Danke.
Gruss
Stephan

Von: Kexel
Uhr
Prima,

wozu brauchen Sie ein Forum?

Sie lösen Ihren Fall doch schon selbst.

Von: Ehemaliger Nutzer
Uhr
Vielen Dank für Ihre Antwort.

Das Forum brauchte ich, weil es manchmal besser ist, noch weitere Meinungen einzuholen. Besonders wenn man sich ein bißchen unsicher ist.

Außerdem soll zu dem von mir benannten Urteil noch ein BMF-Schreiben veröffentlich werden. Da das BMF-Schreiben schon einige Monate auf sich warten lässt, habe ich wohl keine andere Wahl, als mich nur auf das Urteil zu beziehen, und abzuwarten was passiert. Die Frage ist natürlich, lässt sich das Urteil auf einen “Einzelunternehmer” übertragen.

Aus Ihrer Antwort schließe ich, das es möglich sein sollte.

Wäre es aus Ihrer Sicht für die Zukunft noch notwendig eine KapGes zu gründen?
M.E. macht das steuerlich dann keinen Sinn mehr, hat aber wegen anderer Sachverhalte ggf. Vorteile.

Schon jetzt herzlichen Dank für Ihre Antwort.

Von: Kexel
Uhr
….

also wieso weshalb warum man eine GmbH gründen sollte oder auch nicht gründen sollten, hat viele Gründe, einer davon kann (!) das Steuerrecht sein.

Aber nur vom Steuerrecht sollte man eine solche Entscheidung nicht abhängig machen.

Zur Wahl der richtigen Unternehmensform bedarf es immer der Einfallberatung.