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Übernommener PKW vom Auftraggeber

Von: Frank Schroeder • Veröffentlicht: 22. Februar 2017

FragenÜbernommener PKW vom Auftraggeber

Uhr
Von: Juan
4 Antworten
Hallo!

Nach längerer Suche bin ich im Netz noch nicht auf eine plausible Erklärung zu dem folgenden Spezialfall gestoßen:

Ich bin Freiberufler und mit meinem Auftraggeber befreundet. Freundlicherweise leiht mir dieser hin und wieder seinen Betriebs-PKW, um zum Produktionsort zu gelangen. Es läuft dann meistens so ab, dass ich das Fahrzeug bei der Rückkehr wieder von meinem Geld auftanke.

Neben dem Honorar stelle ich ihm dann auch die Benzinkosten in Rechnung und bekomme dann die Summe überwiesen. Mit der Rechnung händige ich ihm auch die Tankquittung aus.

Meine Fragen:
1.) Ist das mit der Tankquittung eigentlich ok so oder sollte ich mir besser eine Kopie davon machen?
2.) Was ist meine Betriebseinnahme? Die Summe aus Honorar + vom Auftraggeber getilgter Benzinkosten oder lasse ich das Benzin außen vor?
3.) Wie berechnet sich meine Betriebsausgabe? Kann ich hier die Pauschale von 0,30€/km einsetzen? Oder sind nur die tatsächlichen Kosten möglich?

Ich freu mich über jeden kompetenten Ratschlag!
Grüße!
J.

Von: Kexel
Uhr
Hallo,

1.) das mit der Tankquittung ist ok so. Ihr Auftraggeber beauftragt Sie eine Leistung zu erbringen und stellt Ihnen hierzu sein Arbeitsmittel (PKW) zur Verfügung. Damit dient der PKW auch zur Ausführung einer Leistung Ihres Auftraggebers gegenüber seinem Auftraggeber.
Mit der Vorlage der Benzinkosten “spielen Sie Bank”. Den Betriebsausgabenabzug hat Ihr Auftraggeber. Für Sie sind es steuerneutrale durchlaufende Posten (also weder Betriebseinnahmen, noch Betriebsausgaben). Wichtig, machen Sie dies auch in Ihren Rechnungen kenntlich, dass es sich hinsichtlich der Benzinkosten nur um eine Vorlagenerstattung handelt; also auch keine Mehrwertsteuer offen in Ihren Rechungen zu den Benzinkosten ausweisen.

2.) Wie bereits unter 1. ausgeführt: “Den Betriebsausgabenabzug hat Ihr Auftraggeber. Für Sie sind es steuerneutrale durchlaufende Posten (also weder Betriebseinnahmen, noch Betriebsausgaben).”

3.) Nein, Ansatz der Reisekostenpauschale ist nicht möglich, denn Sie hatten ja gar keine Kosten.
Die Abnutzung des Fahrzeugs und die Benzinkosten gingen ja voll zu Lasten Ihres Auftraggebers.

Von: Juan
Uhr
Vielen Dank für die detaillierten Auskünfte! Wirklich sehr hilfreich dieses Forum. Werde ich weiter empfehlen. 🙂

Von: Juan
Uhr
Entschuldigung… jetzt ist mir doch noch eine weitere Frage zum o.g. Thema eingefallen.

Einem anderen Foreneintrag konnte ich entnehmen, dass sich die Benzinkosten für ein von Freunden oder Verwandten ausgeliehenes Fahrzeug durchaus als Betriebsausgabe verbuchen lassen.

Es wird dort behauptet, dass sich in diesem Fall jedoch nur die wirklich entstandenen Kosten (also die reinen Benzinkosten) gewinnmindernd auswirken.

Ich hatte vor etwa 1 Jahr mal das Finanzamt angefragt, ob ich mir als Bahnreisender eigentlich auch die 0,30€ pro gefahrenem Km aufschreiben könnte, was man mir mit “zulässig” bestätigt hatte.

Ich frage mich nun, ob es nicht generell möglich ist die Km-Pauschale einzusetzen, wenn es dem FA schon egal ist, ob ich mit dem PKW unterwegs war oder mit der Bahn, dann dürfte es doch auch nicht interessieren, ob es sich um meinen eigenen PKW handelt oder um das Auto eines Freudes. Im Zweifel könnte ich ja einfach behaupten ich sei mit der Bahn gefahren…

Bitte noch einmal um kurze Aufklärung in dieser Sache.
Danke!

Von: Kexel
Uhr
Hallo,

also, “wenn Sie im Supermarkt fragen, ob das Obst noch gut ist und dort geantwortet wird, ja. Die meinem aber Äpfel und Sie meinten Birnen, dann liegt ein Missverständnis vor” – so auch in Ihrem Fall.

Juan wrote:
…, dass sich die Benzinkosten für ein von Freunden oder Verwandten ausgeliehenes Fahrzeug durchaus als Betriebsausgabe verbuchen lassen.

Dies ist aber nicht Ihr Fall – “Äpfel und Birnen”, Sie nutzen das Auto Ihres Auftraggebers und nicht das von Freunden oder Verwandten.

Juan wrote:
Ich hatte vor etwa 1 Jahr mal das Finanzamt angefragt, ob ich mir als Bahnreisender eigentlich auch die 0,30€ pro gefahrenem Km aufschreiben könnte, was man mir mit “zulässig” bestätigt hatte.

Finanzamt fragen? Warum nicht besser direkt einen Steuerberater?
Das Finanzamt meinte “Äpfel” (Entfernungspauschale für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte), Sie meinten “Birnen” (Reisekosten) – nicht Ihr Fall.

Also, nehmen Sie meine Lösung, denn ich meinte, wie Sie, “Birnen”.