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Umstieg auf Fahrtenbuch – was muss beachtet werden?

Von: Frank Schroeder • Veröffentlicht: 22. Februar 2017

FragenUmstieg auf Fahrtenbuch – was muss beachtet werden?

Uhr
Von: Juergen
5 Antworten
Hallo zusammen!

Ich bin ganz neu in dieem Forum u. möchte daher nur kurz erwähnen, dass ich es toll finde, dass es diese infromative Seite gibt!!! 😉

Jetzt zu meinem Anliegen:

Ich bin seit 3 Jahren selbständiger Gitarrenlehrer & Musiker.

Bisher hatte ich meine Schulungsräume in meiner Wohnung, so dass ich nur wenige Fahrten für geschäftliche Zwecke hatte – dann eben nur zu Probe- oder Auftrittsfahrten, welche ich dann dem FA gegenüber mit 0,30 Eur angegeben habe.

Da ich mittlerweile seit ein paar Wochen ein externes Büro habe, habe ich diesen Monat mit einem Fahrtenbuch begonnen, da meine Fahrten zu Geschäftszwecken jetzt sicherlich bei ca. 60 – 70% liegen werden.

Jetzt meine Frage: die Einführung des Fahrtenbuchs hat aber nichts mit der 1%-Regelung zu tun, oder?

Ich habe mein Fahrzeug (Baujahr 2004) bisher nicht als Betriebsvermögen angegeben, was ich eigentlich auch nicht vorhabe.

Es ist doch in Ordnung, wenn ich einfach dieses Fahrtenbuch führe, so dass ich dann meine Tank-, Reparatur- und Reifenkosten etc. entsprechend prozentual dann steuerlich geltend mache, oder?

Besten Dank für Ratschläge!

Gruss
J.L.

Von: Kexel
Uhr
Hallo,

Quote:
Jetzt meine Frage: die Einführung des Fahrtenbuchs hat aber nichts mit der 1%-Regelung zu tun, oder?

Doch, entweder 1%-Regelung oder Fahrtenbuch.
In Ihrem Fall, betrieblicher Anteil 60-70%, halte ich ein Fahrtenbuch für unnötigen Verwaltungsaufwand. Die 1%-Regelung führt in der Regel zu einem Privatanteil der umgerechnet zwischen 30-40% liegt, was genau Ihren Schätzungen entspricht.

Quote:
Ich habe mein Fahrzeug (Baujahr 2004) bisher nicht als Betriebsvermögen angegeben, was ich eigentlich auch nicht vorhabe.

Bei einem betrieblichen Anteil von über 50 % gibt es kein Wahlrecht mehr. Das Fahrzeug stellt notwendiges Betriebsvermögen dar.
Die gesamten anfallenden Fahrzeugkosten stellen Betriebsausgaben dar und die 1%-Regelung wird als Betriebseinnahme gegengerechnet.

Von: Juergen
Uhr
Danke für die Info, woraus sich aber gleich nochmals Fragen ergeben:

Sie schreiben, dass die GESAMTEN anfallenden Fahrzeugkosten eine Betriebsausgabe darstellen …, heisst das, dass auch die restlichen 30 – 40%
Kostenanteil für den privaten Anteil zu 100% geltend gemacht werden + eben die 1% Regelung dafür auch zum Tragen kommt?

Für welchen prozentualen geschäftlichen Anteil, bzw. bis zu welcher “Grenze” setzt man dann ein Fahrtenbuch ein???

Besten Dank im Voraus für eine nochmalige Rückinfo!

Von: Juergen
Uhr
was mir noch als Frage einfällt:

1. mein Büro liegt einfach nur 3km von meiner Wohnung entfernt, daher
ist es wohl doch günstiger das Fahrtenbuch zu führen anstelle der 1%-Regelung, oder?

2. ich lese viele versch. Kommentare im Netz, wie man die Fahrten als Selbständiger zwischen Wohnung u. Büro geltend machen kann …

Ich ging jetzt davon aus, dass ich die Fahrten von der Wohnung zu
meiner Gitarrenschule u. abends wieder zurück (also tägl. 2 x 3km = 6km) im Fahrtenbuch entsprechend als geschäftliche Fahrt angeben kann.

Ist dies korrekt?

Gruss
Jürgen

Von: Kexel
Uhr

Quote:
Sie schreiben, dass die GESAMTEN anfallenden Fahrzeugkosten eine Betriebsausgabe darstellen …, heisst das, dass auch die restlichen 30 – 40%
Kostenanteil für den privaten Anteil zu 100% geltend gemacht werden + eben die 1% Regelung dafür auch zum Tragen kommt?

Ja.

Quote:
Für welchen prozentualen geschäftlichen Anteil, bzw. bis zu welcher “Grenze” setzt man dann ein Fahrtenbuch ein???

Wenn der Privatanteil wesentlich unter 30 % liegt und/oder die Anschaffungskosten des Fahrzeugs sehr hoch sind (70.000 EUR und höher). In einem solchen Fall sollte eine vorherige Vergleichsrechnung zwischen den Arten der Erfassung und Ermittlung des Privatanteils erfolgen, um festzustellen, welcher Steuervorteil sich durch ein Fahrtenbuch voraussichtlich ergeben wird. Da das führen eines ordnungegemäßen Fahrtenbuchs sehr aufwendig ist, sollte der monatliche Steuervorteil bei mindestens 100 EUR liegen.

Quote:
1. mein Büro liegt einfach nur 3km von meiner Wohnung entfernt, daher
ist es wohl doch günstiger das Fahrtenbuch zu führen anstelle der 1%-Regelung, oder?

Auf solche Fragen pflege ich augenzwinkernd zu antworten: “Die Äpfel sind frisch vom Baum gepflückt, da schälen wir doch besser die Birnen.”
Soll bedeuten, Sie verwechseln Äpfel mit Birnen, oder besser gesagt, Privatanteil/Privatfahrten mit begrenzt abzugsfähigen Fahrten zwischen Wohnung und Büro/Betrieb.
Für Ihre reinen Privatfahrten besteht die Wahlmöglichkeit zwischen 1%-Regelung oder Fahrtenbuch.
Für Ihre Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte gilt ein abzugsfähiger Höchstbetrag von 0,30 EUR pro Entfernungskilometer. Wie dieser – zusätzlich zum Privatanteil – errechenet wird, hängt von der gewählten Methode, entweder Pauschalberechnung oder nach tatsächlichen anteiligen Kosten.

Quote:
Ich ging jetzt davon aus, dass ich die Fahrten von der Wohnung zu
meiner Gitarrenschule u. abends wieder zurück (also tägl. 2 x 3km = 6km) im Fahrtenbuch entsprechend als geschäftliche Fahrt angeben kann.
Ist dies korrekt?

Ja, aber in einer gesonderten Spalte, eben als nur begrenzt abzugsfähige Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte.

Von: Ehemaliger Nutzer
Uhr
Information & Vorteile von einem elektronischen Fahrtenbuch:

1. Was ist ein elektronisches Fahrtenbuch?
Ein elektronisches Fahrtenbuch ist ein Fahrtenbuch, dass elektronisch den Tachometerstand durch ein GPS-Signal aufnehmen kann. Der Vorteil des Global Positioning Systems (GPS), genutzt als elektronisches Fahrtenbuch, ist, dass es die erforderlichen Angaben von Kilometerstand und Reiseziel anzeigt.

2. Wie funktioniert das elektronische Fahrtenbuch?
Zuerst bauen Sie das elektronische Fahrtenbuch (oder Ortungsmodul) in Ihr Fahrzeug ein. Alle GPS- gespeicherten Bewegungsdaten werden per Mobilfunk an den Server Ihres elektronischen Fahrtenbuches gesendet. Mit Hilfe unserer Software können Sie jede gefahrene Strecke als Privat- oder Geschäftsfahrt definieren. Dazu können Sie sich jederzeit im Internet einloggen und die gefahrenen Strecken samt der gesetzlichen Daten in unserem Webportal abrufen.

3. Vorteile des elektronischen Fahrtenbuches
Ein elektronisches Fahrtenbuch spart nicht nur Zeit und Mühe, es ist auch einfach, schnell, effektiv, und es ermöglicht Ihnen keinen Eintrag zu vergessen. Es dokumentiert alle Fahrten und Routen automatisch und ist deshalb eine manuelle Fahrtenbuchlösung. Das Führen eines elektronischen Fahrtenbuches, ermöglicht es am Ende des Jahres mehr Steuern durch die Kilometerabrechnung, als mit einer Pauschalversteuerung (auch Ein-Prozent Regelung genannt) abzurechnen. Ein elektronisches Fahrtenbuch spart nicht nur Zeit und Mühe, es ist auch einfach, schnell, effektiv und es ermöglicht Ihnen keinen Eintrag zu vergessen. Es dokumentiert alle Fahrten und Routen automatisch. Etwas wichtiges zu beachten ist dass nicht alle elektronische Fahrtenbücher Revisionssicher ist. Ich habe eins dazu gefunden, das einzige eigentlich, dass Revisionssicher ist, und zwar das von ENAiKOON. Mit dem elektronischen Fahrtenbuch können Fahrern und Fuhrparkbesitzer die Fahrten im Nachhinein nicht ändern. Aus diesem Grund ist das elektronische Fahrtenbuch auch für die speziellen Regelungen und Kriterien des Finanzamtes geeigenet.

Ein Link zu mehr Information: http://www.elektronisches-fahrtenbuch-online.de/