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USt auf privat genutzten Anteil des Betriebswagens

Von: Frank Schroeder • Veröffentlicht: 22. Februar 2017

FragenUSt auf privat genutzten Anteil des Betriebswagens

Uhr
Von: Stefan999
4 Antworten
Hallo,

ich weiß nicht wo mein Denkfehler liegt. Ich mache grad meine Steuererklärung mit Hilfe eines Programms. Aber bei einer Sache blicke ich nicht durch. Und zwar wird die USt bei der Einkommensteuererklärung vom privat genutzten Anteil des Fahrzeuges auf die komplett (über das Jahr) vereinnahmte USt drauf gerechnet.

Das kann aber normal nicht sein, weil ich
1. die USt in Vorleistung bezahlt habe und 2. diese USt doch schon in der komplett vereinnahmten USt drinnen ist, oder?

Mir ist schon bewusst, dass der Nettobetrag des privat genutzten Anteils des Fahrzeuges sich gewinnerhöhend auswirkt. Aber es kann doch nicht sein, dass ich von verschiedenen Auftraggebern einen Betrag X an Umsatzsteuer über das Jahr erhalte und soll zusätzlich nochmals USt zusätzlich bezahlen, mit der ich schon in Vorleistung gegangen bin, weil ich Benzin, Reparaturen, etc. mit Umsatzsteuer bezahlt habe.

Für einen Denkanstoß wäre ich dankbar.

Von: Kexel
Uhr
Hallo,

Quote:
ich weiß nicht wo mein Denkfehler liegt. Ich mache grad meine Steuererklärung mit Hilfe eines Programms.

Bevor ich den Rest lese, löse ich Ihr Denkproblem auf:
“Ich” und “Steuererklärung” passt nicht zusammen.
Die wahre Kombination lautet “Steuerberater” und “Steuererklärung”.

Aber zu Ihrem eigentlichen Problem.

Die Umsatzsteuer auf den Privatanteil gehört zu den Betriebseinnahmen.
Die ans Finanzamt gezahlte Umstzsteuer (die die Umsatzsteuer auf den Privatanteil enthält) zu den Betriebsausgaben.
Per Saldo erhöht also die Umsatzsteuer auf den Privatanteil nicht Ihren Gewinn.

Genau so verhält es sich mit der Umsatzsteuer aus Ihren Ausgangsrechnungen.
Und entsprechend umgekehrt mit der Vorsteuer aus Ihren Eingangsrechnungen.

Von: Stefan999
Uhr
So wie es geschrieben haben, hatte ich es auch immer gedacht. Um so mehr verwundert es mich, dass das Programm es oben drauf rechnet.

Von: Stefan999
Uhr
Nur um das an einem Beispiel zu demonstrieren:

im Jahr erhaltene Umsatzsteuer von Auftraggebern gesamt: 5000 Euro

gezahlte Umsatzsteuer an das Finanzamt: 4000 Euro
vereinnahmte Vorsteuer: 1000 Euro

Nutzung Fahrzeug 90% betrieblich und 10% privat
Umsatzsteuer auf privaten Anteil: 50 Euro

Laut Programm ergibt sich eine Umsatzsteuernachzahlung von 50 Euro und eine gesamte Umsatzsteuer im Jahr von 5050 Euro. Das verstehe ich nicht, weil sie selbst sagen, das die 50 Euro in den 5000 Euro stecken, oder?

Von: Kexel
Uhr

nein die 50 Euro stecken nicht in den 5.000 Euro.

Die Berechnung Ihres Programms ist in Ordnung:
5.000 + 50 – 1000 – 4000 = 50

Quote:
Die ans Finanzamt gezahlte Umstzsteuer (die die Umsatzsteuer auf den Privatanteil enthält) zu den Betriebsausgaben.

Die ans Finanzamt gezahlte Umsatzsteuer kann aber natürlich nur dann die Umsatzsteuer auf den Privatanteíl enthalten, wenn Sie diese in Ihren Voranmeldungen auch ordnungsgemäß mit als zusätzlichen Umsatz angemeldet haben; wenn nicht, ergibt sich eben eine entsprechende Nachzahlung.

Ich hatte allerdings Ihre Frage so verstanden, dass es um die einkommensteuerliche Darstellung der Umsatzsteuer in Ihrer Gewinnermittlung geht und nicht um die Umsatzsteuer-Jahreserklärung, entsprechend ist meine erste Antwort zu verstehen.