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Verkauf Pkw – Mwst. ?

Von: Frank Schroeder • Veröffentlicht: 22. Februar 2017

FragenVerkauf Pkw – Mwst. ?

Uhr
Von: W_Juergen
7 Antworten
Hallo,

vielleicht kann mir jemand helfen:

Ich war 2009 und 2010 Kleinunternehmer.
2009 wurde ein Pkw der zuvor Privat genutzt wurde, als gewerblicher Pkw eingelegt. Gewerbliche Nutzung stets > 50%.
2011 wurde eine Anhängerkupplung nachgerüstet, mit Vorsteuerabzug, da seit 2011 umsatzsteuerpflichtig. Soweit sogut.

Jetzt mein Problem/Anliegen:

Der Pkw hat zum Ende dieses Jahres einen Buchwert (netto) von ca. 850 Euro. Aktuell ca. 1100 Euro.

Ich möchte das Auto nun verkaufen – wie muss ich den Wagen verkaufen – auf die 850 bzw. 1100 Euro volle 19% Ust.?
Was ist wenn ich für den Wagen noch mehr als den Buchwert bekomme, ändert das bzgl. der Ust. etwas?

Für eine hilfreiche Antwort schon jetzt vielen Dank.

MfG W_Juergen

Von: Kexel
Uhr
Hallo,

der Verkauf unterliegt in voller Höhe der Umsatzsteuer.
Erhalten Sie zum Beispiel 1.100 EUR, ist darin die ans Finanzamt abzuführende Umsatzsteuer enthalten, und zwar mit 175,63 EUR [1.100 EUR – (1.100 EUR :1,19)], netto 924,37 EUR (x 19 % = 175,63 EUR).
Der Verkaufserlös ist als Betriebseinnahme zu erfassen und der Restbuchwert als Betriebsausgabe.

Wenn Sie den PKW bereits vor dem Verkauf nicht mehr betrieblich nutzen, können Sie Ihn jedoch zum Verkehrswert umsatzsteuerfrei ins Privatvermögen überführen (zur Beweissicherung bitte dem Finanzamt schriftlich mitteilen).

Weitere mögliche Besonderheiten und Behandlungsempfehlungen erfahren Sie bei einem Steuerberater.

Von: W_Juergen
Uhr
Vielen Dank Herr Kexel.

noch eine 2. Frage:

Wie ist die Handhabung wenn man einen Pkw2 aus dem Privatbesitz den man schon mehrere Jahre hat aber ungenutzt abgemeldet herumsteht (parallel zu einem Pkw1 (siehe Frage oben) im Betriebsvermögen sich befindenden, der nun verkauft wird, also Pkw1 wird verkauft) und nach dem Verkauf von Pkw1 den Pkw2 ins Betriebsvermögen übernimmt bezüglich des Einlagewertes.

Beide Pkw werden/wurden weit mehr als 80% betrieblich genutzt, privat ist kein Auto die letzten Jahre mehr notwendig und wenn dann eben nur maximal 20%.

Muss ich zum TÜV oder sonstigen Sachverständigen und ein Wertgutachten erstellen lassen oder kann ich selbst z.B. durch Ausdruck von Inseraten mit ähnlichen Fahrzeugen/Ausstattungen/Laufleistung einen ungefähren Einlagepreis ermitteln?
Der TÜV oder sonst wer will immerhin dafür 100 Euro…

Vielen Dank!!

Von: Kexel
Uhr
Hallo,

gehört Ihnen das eingelegte Wirtschaftsgut bereits länger als drei Jahre, dann erfolgt die Einlage zum Teilwert (Zeitwert). Der Nachweis des Teilwerts kann auch durch Ausdrucke von mehreren verschiedenen Inseraten mit ähnlichen Fahrzeugen/Ausstattungen/Laufleistung erfolgen. Die Kosten für die Erstellung eines Gutachtens stellen Betriebsausgaben dar.

Von: W_Juergen
Uhr
Hallo Herr Kexel,

vielen dank für die rasche und kostenlose Antwort.
Das neue einzulegende Auto gehört mir seit ca. 2,5 Jahren.
Aber ich kann doch deshalb nicht den Kaufpreis laut Kaufvertrag ansetzen, oder?

Reicht es wenn ich mir einige ähnliche Fahrzeuge bei mobile, Autoscout, etc. ausdrucke und dann einen Mittelwert bilde und ggf. zur Sicherheit gegenüber Beanstandungen noch etwas darunter im Wert ansetze, Ihrer Antwort entsprechend müsste das, ja?

Das Wertgutachten Betriebsausgaben sind habe ich auch gedacht, allerdings muss der Umsatz auch für jede BA zuerstmal erwirtschaftet werden, von daher bin ich für diese Kostenreduktion 😉 Muss ja nicht unbedingt sein, wenns nicht von Amtswegen gefordert wird und auch “kostenlos” geht.

Muss ich irgendwelche “Beweise” führen, warum ich das zu verkaufende Betriebsauto evtl. etwas unterhalb des aktuellen Abschreibungswertes verkauft habe? (denn auf mein Inserat zum aktuellen Buchwert meldet sich kein Inserent…)

Von: Kexel
Uhr

Quote:
Das neue einzulegende Auto gehört mir seit ca. 2,5 Jahren.

In diesem Falle, da noch keine drei Jahre im Privatbesitz, erfolgt die Einlage nicht zum Teil-/Zeitwert, sondern zum Buchwert = ursprüngliche private Anschaffungskosten abzüglich Abschreibung (bei neuem PKW 6 Jahre Nutzungsdauer, bei gebrauchtem PKW entsprechend kürzere Nutzungsdauer).

Von: W_Juergen
Uhr
Ist das dann Pflicht, oder Option?

Wie weise ich die bisherige Abschreibung bzw. Abschreibungszeitwert nach? Kaufvertrag wurde nämlich glaube ich (bin nicht 100% sicher) nach der 2-Jahresfrist entsorgt. Kann ich einfach sagen ich hab so und so viel bezahlt (keine Fantasiepreise, das ist ja selbstverständlich) oder wird einem unterstellt man macht falsche Angaben?

Komplizierte Sachen, diese Betriebsausgaben 😉

Von: Kexel
Uhr

es gibt ja im Fahrzeugbrief die entsprechende Eigentumsumschreibung, woraus sich der Ummeldezeitpunkt ergibt. Die tatsächlichen Anschaffunskosten sind, wenn der Kaufvertrag fehlt, auf andere Weise glaubhaft zu machen, z. B. Banküberweisung, Scheckbelastung, Bankabhebung bei Barzahlung, Bewertungstabellen für etwa gleichaltrige Fahrzeuge, nachträgliche Bestätigung des Verkäufers.
Ungenauigkeiten oder ein Mangel an Nachweisen gehen zu Ihren Lasten.