≡ Menu
Fragen »

VMA Ausland: Welche Pauschale für Frühstücksabzug nehmen?

Von: Frank Schroeder • Veröffentlicht: 22. Februar 2017

FragenVMA Ausland: Welche Pauschale für Frühstücksabzug nehmen?

Uhr
Von: Ratsucher
2 Antworten
Hallo,

vielleicht klingt die Frage ein wenig erbsenzählerisch, aber ein Mitarbeiter hat sie aufgeworfen und ich wüsste gerne, wie ich die Abrechnung korrekt gestalten kann.

Wenn ein AN auf einer längeren Dienstreise im Ausland in wechselnden Ländern unterwegs ist, dann gilt ja für den jeweiligen Tag die VMA Pauschale des Landes, das vor 24 Uhr Ortszeit erreicht wird und in dem dann üblicherweise auch übernachtet wird. Das Frühstück wird dann auch in dem Land eingenommen und bezahlt, obwohl es schon am nächsten Tag stattfindet, für den bei Weiterreise eine andere Pauschale gilt.

Beispiel: Nehmen wir einen Ausschnitt aus einer langen Dienstreise (damit es keine zusätzlichen Probleme mit An-/Abfahrt gibt). Von Montag auf Dienstag übernachtet der AN schon auf Dienstreise in Deutschland, fährt im Laufe des Dienstags in die Niederlande und übernachtet dort.

Für Dienstag kann ich also erst einmal den Satz für die Niederlande (€ 60,-) als VMA eintragen (Ankunft vor 24:00 Ortszeit).

Was ziehe ich ab, wenn der AN am Dienstag morgen im Hotel in Deutschland ein Frühstück erhält (nicht separat ausgewiesen, Business Paket)?
a) 20% des Satzes für Deutschland (€24) oder
b) 20% des Satzes für die Niederlande (€60)

a) klingt erst einmal logisch (und wird von einem Hersteller von Reisekosten Software laut meines Mitarbeiters anscheinend auch so gehandhabt), führt aber zu Problemen, wenn der AN auch noch Mittag- und Abendessen im Hotel in Deutschland bekommt (Tagungspauschale). Denn dann ziehe ich insgesamt €24 von €60 ab und habe also noch einiges an VMA übrig, obwohl der AN das Essen komplett gestellt bekommen hat.

b) wäre am einfachsten, führt aber natürlich dazu, dass die Bewertung des Frühstücks von dem jeweils nächsten Reiseland abhängig ist. Auch nicht befriedigend. Dennoch habe ich das bis jetzt immer so gemacht. Es ist auch die Lösung, die auf jeden Fall bei Vollverpflegung zu einer Pauschale bei VMA von € 0,- führt, wie sicherlich vom Gesetzgeber beabsichtigt.

Trotz intensiver Suche habe ich in den ganzen Gesetzen, Verordnungen etc nicht die Stelle gefunden, in der diese Frage beantwortet wird. Wo ist dieses Detail festgelegt?

Herzlichen Dank,
Ratsucher

Von: Kexel
Uhr
Hallo,

Ratsucher wrote:
vielleicht klingt die Frage ein wenig erbsenzählerisch, aber ein Mitarbeiter hat sie aufgeworfen und ich wüsste gerne, wie ich die Abrechnung korrekt gestalten kann.

Sie beschäftigen Mitarbeiter, haben aber offensichtlich keinen Steuerberater – oder? Dies halte ich für sehr fahrlässig. Guter Rat schont das Vermögen; und den erhalten Sie nicht kostenlos (im Internet).

Zur Lösung Ihres Falles schauen Sie mal in den http://www.steuerlinks.de/richtlinie/lstr-2011/r9.7.html:
“… ist der Gesamtpreis zur Ermittlung der Übernachtungskosten wie folgt zu kürzen:
1. für Frühstück um 20 %,
2. für Mittag- und Abendessen um jeweils 40 %
des für den Unterkunftsort maßgebenden Pauschbetrags für Verpflegungsmehraufwendungen bei einer Auswärtstätigkeit mit einer Abwesenheitsdauer von mindestens 24 Stunden.”

Von: Ratsucher
Uhr
Vielen Dank, wir haben einen Steuerberater, aber machen die Buchhaltung und auch die Reisekostenabrechnung selber. Ihr Zitat sagt ja auch nicht ob es der Unterkunftsort für die Nacht davor oder der Ort für die Nacht danach ist. Mein Steuerberater sagt b) und das klingt auch logisch, aber mein Mitarbeiter sagt a) unter Verweis auf andere Abrechnungsprofis.

Vielen Dank auf jeden Fall für Ihre Antwort.