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Vorsteuer für Bilder

Von: Frank Schroeder • Veröffentlicht: 22. Februar 2017

FragenVorsteuer für Bilder

Uhr
Von: Erika Kohls
4 Antworten
Welche Vorsteuer haben selbstgemalte Bilder? Welche Vorsteuer haben gekaufte Bilder?

Von: Kexel
Uhr
Hallo,

dies ist ein Forum für Betriebsausgaben.
Betriebsausgaben gehören zum Bereich der Einkommensteuer.
Deine Frage betrifft die Umsatzsteuer.
Wenn solche Fragen auch hierher gehören, dann entwickelt sich hier ein Steuerberatungsforum und Steuerberatung ist nach dem Steuerberatungsgesetz nur bestimmten Berufsgruppen, i.d.R. Steuerberatern, vorbehalten.
Im übrigen sei jeder Unternehmer davor gewarnt seine Steuererklärungen selbst zu erstellen – oder verlegst du die Elektro- oder Gasleitung für deinen Herd auch selbst?

Aber trotzdem zu deiner Frage – und da merkst du schon das Verständigungsproblem – der Vorsteuerabzug ist in § 15 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) geregelt. Dies betrifft den Abzug der Umsatzsteuer für Eingangsumsätze (z.B. gekaufte Bilder). Wenn du selbst Bilder verkäufst ist die Höhe der Umsatzsteuer in § 12 UStG geregelt.
Deine Lösung findest zu in der Umsatzsteuerrichtlinie 168 zu § 12 UStG:

168. Einräumung, Übertragung und Wahrnehmung urheberrechtlicher Schutzrechte (§ 12 Absatz 2 Nr. 7 Buchstabe c UStG)
Allgemeines
(1) Nach § 12 Absatz 2 Nr. 7 Buchstabe c UStG sind sonstige Leistungen begünstigt, deren wesentlicher Inhalt in der Einräumung, Übertragung und Wahrnehmung von Rechten nach dem Urheberrechtsgesetz (UrhG) besteht. Ob dies der Fall ist, bestimmt sich nach dem entsprechend der vertraglichen Vereinbarung erzielten wirtschaftlichen Ergebnis. …
(3) Urheber ist nach § 7 UrhG der Schöpfer des Werks. Werke im urheberrechtlichen Sinn sind nach § 2 Absatz 2 UrhG nur persönliche geistige Schöpfungen. Zu den urheberrechtlich geschützten Werken der Literatur, Wissenschaft und Kunst gehören nach § 2 Absatz 1 UrhG insbesondere …
4. Werke der bildenden Künste einschließlich der Werke der Baukunst und der angewandten Kunst und Entwürfe solcher Werke …

=> Also, selbstgemalte Bilder unterliegen dem ermäßigten Steuersatz von zur Zeit 7 %.

Bei gekauften Bildern kann der Sachverhalt anders liegen. Hier regelt normalerweise die Anlage 2 zu § 12 Abs. 2 Nr. 1 und 2 UStG die Rechtslage, und zwar Nr. 49 der Anlage 2:
Bücher, Zeitungen und andere Erzeugnisse des graphischen Gewerbes …, und zwar
a) Bücher, Broschüren und ähnliche Drucke, auch in Teilheften, losen Bogen oder Blättern, zum Broschieren, Kartonieren oder Binden bestimmt, sowie Zeitungen und andere periodische Druckschriften kartoniert, gebunden oder in Sammlungen mit mehr als einer Nummer in gemeinsamem Umschlag (ausgenommen solche, die überwiegend Werbung enthalten), (ausgenommen kartonierte, gebundene oder als Sammelbände zusammengefaßte periodische Druckschriften, die überwiegend Werbung enthalten) aus Positionen 4901, 9705 und 9706
b) Zeitungen und andere periodische Druckschriften, auch mit Bildern oder Werbung enthaltend (ausgenommen Anzeigenblätter, Annoncen-Zeitungen und dergleichen, die überwiegend Werbung enthalten), aus Position 4902
c) Bilderalben, Bilderbücher und Zeichen- oder Malbücher, für Kinder, aus Position 4903

Es gibt auch noch diverse ergänzende und erläuternde Schreiben des Bundesfinanzministeriums (BMF) hierzu.

=> Also, gedruckte Bilder unterliegen dem ermäßigten Steuersatz von zur Zeit 7 %.

Kleine Frage große Wirkung. Die Kosten für einen Steuerberater zur Beantwortung deiner Frage sind i.d.R. in voller Höhe steuerlich abzugsfähig und der Steuerberater haftet für mögliche falsche Auskünfte – dieses Forum nicht!

Von: TorstenMo
Uhr
Danke Kexel für die Beantwortung. Das nimmt einem schon viel Arbeit ab.
Beratend nach dem Steuerberatungsgesetz wird in diesem Forum nicht, darauf weise ich immer hin. Aber dazu zähle ich die obige Frage nicht, da ja nur eine lapidare Frage gestellt war, die ganz einfach im Gesetz nachgelesen und wiedergegeben werden kann. So wie Sie das ja auch gemacht haben. Beratend wäre, wenn hier ein umfangreicher persönlicher Fall beschrieben würde und man solle nun raten was zu tun ist. Gut das das so ist, sonst dürften Foren zur Aus- und Weitertbildung ja auch ncihts machen.

Trotzdem danke.
In einem Punkt stimme ich auch noch zu, das Forum ist natürlich nicht verbindlich. Das GEsetz und der bezahlte Steuerberater ja.

Von: Kexel
Uhr
Hallo Administrator,
die Auffassung, dass es sich bei der obigen Frage um eine “lapidare” Frage handelt, die “ganz einfach” im Gesetz nachgelesen und wiedergegeben werden kann, kann nicht geteilt werden.
Meine Antwort und deren Umfang zeigt, dass es eben nicht “ganz einfach” ist die “konkrete” Frage zu beantworten.
Und aus dem Gesetz (hier stellt sich je bereits die Frage: In welchem Gesetz?) alleine lässt sie sich nicht abschließend beantworten. Es bedarf auch noch der Zuhilfenahme von Richtlinien und BMF-Schreiben.
Die Beantwortung dieser Frage fällt ganz klar in den Bereich der Steuerberatung.

Von: TorstenMo
Uhr
Eben und gerade weil ich das nicht darf, muss ich da etwas vorsichtiger sein. Vieleicht sind Sie ja Steuerberater und können einen Rat geben. Wissen Sie eventuell, vielleicht auch mit Urteilen, wann es sich in einem Forum um Steuerberatung handelt und wann nicht?
Beratend bin ich doch eigentlich erst tätig, wenn ich zu jemandem schreibe, wenn du das so und so machst, dann sparst du richtig geld und schlägst dem finanzamt ein schnippchen. wenn ich aber nur das wiedergebe und übersetze, was der gesetzgeber im gesetz schreibt, dann berate ich doch nicht. so seh ich es, habe allerdings noch nicht dazu nachgeschlagen.
ich verstehe das forum nicht als beratung, sondern als hinweismöglichkeit auf das gesetz, wo ja jeder selbst lesen kann. es wäre schade, wenn ich es wegen derartige spitzfindigkeiten schließen müsste, da es sehr vielen laien hilft. eben solchen, die einfach nur wissen wollen, ob ihre telefonkosten betriebsausgaben sind oder nciht, dann sage ich, wenn sie betrieblich veranlasst sind. das ist doch keine beratung, oder?