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Vorsteuer in EÜR und Umsatzsteuererklärung?

Von: Frank Schroeder • Veröffentlicht: 22. Februar 2017

FragenVorsteuer in EÜR und Umsatzsteuererklärung?

Uhr
Von: Katja
5 Antworten
Hallo,

lese gerade hier auf der Seite, dass die gezahlte Vorsteuer als Betriebsausgabe in die EÜR eingetragen wird. Das macht mich jetzt unsicher, da ich diesen Betrag doch in der Umsatzsteuer schon von der eingenommenen U-Steuer abziehe. Ich würde die Vorsteuer also doppelt geltend machen.
Bsp: Ich nehme im Jahr 8000 Euro Umsatzsteuer von meinen Kunden ein und zahle auf Anschaffungen 1500 Euro Umsatzsteuer. Das heißt, ich führe nur 6500 Euro an das FA ab. Kann ich die 1500 Euro dann zusätzlich als Betriebsausgabe geltend machen? Wenn das stimmt, habe ich in den letzten Jahren zu viel Steuern gezahlt… Wäre schön, es jetzt zu wissen, damit ich nicht wieder zu viel zahle.

Grüße, Katja

Von: Kexel
Uhr
Hallo,

willkommen im Club der Ahnungslosen, die immer noch glauben, ohne Steuerberater Geld zu sparen.
Die Kosten für einen Steuerberater hätten sich von selbst bezahlt, durch korrekte Steuererklärungen und damit nicht überhöhte Steuern.

Sie haben es mit zwei Steuerarten zu tun, Einkommensteuer (Anlage EÜR) und Umsatzsteuer.

Der Vorsteuerabzug bei der Umsatzsteuer ist das eine, der Abzug der Vorsteuer als Betriebsausgabe bei der Einkommensteuer das andere.

Vereinnahmte Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer), verausgabte Vorsteuer sowie geleistete oder erstattete Umsatzsteuer-Vorauszahlungen sind sowohl in der Umsatzsteuererklärung, als auch in der Anlage EÜR zur Einkommensteuererklärung zu erfassen.

Von: c0cllc
Uhr
Hallo,

ich denke, in dieses Thema kann ich mich noch einreihen. Erstmal zur Vorgeschichte:
ich bin in der Situation, dass ich ab 01.01.2010 selbstständig bin, meine Investitionen jedoch 2009 getätigt habe. Nach Rückfrage beim Finanzamt bekam ich ein Schreiben, dass ich meine Investitionen auf jeden Fall 2009 geltend machen soll. Ich soll sowohl eine Einkommen- als auch eine Umsatzsteuererklärung für 2009 abgeben.

Nun habe ich alle meine Ausgaben in einer EÜR zusammengefasst und importiere diese demnach sowohl in meine Einkommen- als auch in die Umsatzsteuererklärung.

Auf diese Weise entsteht die mir unverständliche Situation, dass ich sowohl die Vorsteuer erstatten bekomme (über die Umsatzsteuererklärung) als auch selbige Vorsteuer als Betriebsausgabe von meinem zu besteuernden Einkommen absetze.

Mir ist klar, dass normalerweise aufgrund der monatlichen Rückerstattung der Vorsteuer am Ende des Jahres die Situation nicht aufkommen kann, dass die gezahlte Vorsteuer zu erhöhten Ausgaben führt – da man sie ja monatlich als Einnahmen vom Finanzamt wieder zurückerhalten hat. Jedoch ist das bei mir schließlich nicht der Fall, da ich die Vorsteuern auf die “vorweggenommenen Betriebsausgaben” noch nicht zurückerhalten habe.

Deshalb die Frage – wird das Finanzamt mir tatsächlich den “doppelten Vorteil” verschaffen, oder wird an anderer Stelle die Sache wieder ausgeglichen?

Danke vorab für Eure Antworten

Von: Kexel
Uhr
Hallo,

ja so ist es.

Aber der vermeintliche Vorteil neutralisiert sich im Folgejahr 2010, da die Vorsteuererstattung für 2009 in 2010 zu einer Betriebseinnahme (Anlage EÜR) führt.

Von: Teratek
Uhr
Hallo,

ich grabe diesen Beitrag mal aus, da es bei mir wohl schon zu spät ist für dieses Wissen 🙄 Ein Steuerberater hat doch schon was für sich.

Ich habe für das Jahr 2010 meine erste Steuererklärung abgegeben inkl EÜR. Leider habe ich vergessen :'( die gezahlte Umsatzsteuer in Zeile 136 einzutragen. Der Steuerbescheid ist laut §165 vorläufig.

Lohnt es sich eine korrigierte Steuererklärung abzugeben oder bin ich da den Launen des zuständigen Finanzbeamten ausgesetzt?

Gruß
Christian

Von: Kexel
Uhr
Teratek wrote:
Ein Steuerberater hat doch schon was für sich.

Danke und hallo,

die Vorschrift des § 165 AO alleine sagt nicht aus, ob der Einkommensteuerbescheid noch geändert werden kann oder nicht.

Schauen Sie mal in den Erläuterungen zum Bescheid nach, was da genauer zu steht. Steht dort zum Beipiel, dass der Bescheid hinsichtlich Ihrer Einkünfte aus Gewerbebetrieb oder selbständiger Tätigkeit vorläufig ergeht, dann ist eine Änderung noch möglich.

Anderenfalls sieht es eher negativ aus. Sie können dann nur noch auf § 129 AO, sogenannte offenbare Unrichtigkeit (Schreib-, Rechen- oder Übertragungsfehler des Sachbearbeiters beim Finanzamt), verweisen. Zur Begründung könnten Sie anführen, dass das Finanzamt ja die Höhe der Umsatzsteuerzahlungen aus den eigenen Akten kannte und hätte diese selbst ins Formular übertragen können. Offenbar ist dem Finanzamt bei dieser Eintragung dann ein Übertragungsfehler passiert.

Einfach mal einen formlosen schriftlichen Antrag stellen und schauen was passiert.