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Vorsteuerabzug bei fehlender UStId-Nr bei Eingangsrechnungen

Von: Frank Schroeder • Veröffentlicht: 22. Februar 2017

FragenVorsteuerabzug bei fehlender UStId-Nr bei Eingangsrechnungen

Uhr
Von: hoenicke
2 Antworten
Hallo,

bisher konnte mir niemand eine klare Aussage zu folgendem Fall machen:

Ein Unternehmer in Deutschland importiert eine Ware aus Frankreich (innergemeinschaftlicher Erwerb).
Auf der Eingangsrechnung ist keine Umsatzsteuer ausgewiesen, da sowohl die USt-Id des Lieferanten als auch die des Empfängers angegeben ist.

Normalerweise wird in der USt-Voranmeldung nun in Feld 46 der Nettobetrag und in Feld 47 darauf 19% als abzuführende Umsatzsteuer ausgewiesen.
Gleichzeitig kann der Umsatzsteuerbetrag im Feld 67 gleich wieder als Vorsteuer abgezogen werden. Normalerweise also ein Nullsummenspiel.

Was passiert aber, wenn die ausgewiesene USt-Id-Nr. des Lieferanten
fehlerhaft ist (z.B. aktuell nicht mehr gültige)?
Kann dann einseitig der Vorsteuerabzug (Zelle 67) versagt werden, die Umsatzsteuer (Zelle 47) aber bestehen bleibt?

Dies würde zu einem finanziellen Risiko für den Warenemfänger führen und auch bei Eingangsrechnungen aus dem EU-Ausland eine qualifizierte Prüfung der USt-Id erforderlich machen.

Grundsätzlich wird ja in der UStAE (Abschnitt 15.2) nur davon gesprochen, dass die Steuernummer bzw. USt-Id-Nr. dem Anschein nach nicht falsch sein darf.

Es wäre sehr nett, wenn mir jemand hierzu etwas sagen bzw. eine Einschätzung geben kann?

Viele Grüße
Thomas Hönicke

Von: Kexel
Uhr
Hallo,

hoenicke wrote:
bisher konnte mir niemand eine klare Aussage zu folgendem Fall machen: …

Dann haben Sie vermutlich noch keinen Steuerberater direkt gefragt – oder?

Die USt-IdNr. des Lieferanten ist Rechnungsbestandteil.
Das Fehlen dieser Angabe schließt aber die Steuerfreiheit einer innergemeinschaftlichen Lieferung nicht aus. Die Angabe der USt-IdNr. des Lieferanten ist nicht Tatbestandsvoraussetzung für die Umsatzsteuerbefreiung nach http://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__6a.html. Die fehlende USt-IdNr. des Lieferanten stellt einen Verstoß gegen http://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__14a.html dar, führt aber nicht zur Versagung der Steuerbefreiung der innergemeinschaftlichen Lieferung.

Für den http://www.steuerlinks.de/richtlinie/ustae/abs15.10..html in einer Rechnung gilt:

Abschnitt 15.10 Umsatzsteuer-Anwendungserlass wrote:
(1) Für den Vorsteuerabzug nach § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 bis 5 UStG [u. a. innergemeinschaftlicher Erwerb] ist nicht Voraussetzung, dass der Leistungsempfänger im Besitz einer nach §§ 14 , 14a UStG ausgestellten Rechnung ist (…).

Bei dauerhaft falscher oder nicht mehr gültiger USt-IdNr. stellt sich allerdings die Fragen:
– Handelt es sich bei dem Lieferanten tatsächlich um einen Unternehmer?
– Ist der Lieferant tatsächlich der, für den er sich ausgibt?
– Liegt hier möglicherweise eine Umsatzsteuerbetrug vor?

Von: hoenicke
Uhr
Hallo Herr Kexel,

doch, ich habe sogar mehrere gefragt 🙂
Vielen Dank für die schnelle Antwort!

Ich habe das Forum erst gestern gefunden und bin begeistert, ich werde es weiterempfehlen.

Viele Grüße
Thomas Hönicke