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Fremdkapital

Von: Frank Schroeder • Veröffentlicht: 15. Februar 2017

Fremdkapital stellt an sich keine Betriebsausgabe dar, obwohl beim Unternehmer der Eindruck erweckt werden könnte. Er müsste ja monatlich das aufgenommene Darlehen zurückzahlen und ihm entstehe dadurch eine Betriebsausgabe. Richtigerweise muss diesbezüglich zwischen abzugsfähiger Betriebsausgabe und Auszahlung unterschieden werden. Warum die Rückzahlung von Fremdkapital mit einer Entsprechend hohen Tilgungsrate keine Betriebsausgabe darstellt, lässt sich recht einfach merken:

Wäre die Rückzahlung des Fremdkapitals eine Betriebsausgabe, so wäre die Auszahlung des Fremdkapitals von der Bank eine Betriebseinnahme.   Eine Betriebsausgabe im Zusammenhang mit Fremdkapital stellen lediglich der zu zahlende Fremdkapitalzins sowie Bearbeitungsgebühren beim Abschluss des Kreditvertrages dar. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass das Fremdkapital von der Firma genommen wurde, der Darlehensvertrag auf die Firma ausgestellt wurde und selbstverständlich auch das Fremdkapital zu unternehmerischen Zwecken, etwa dem Kauf einer Maschine, dem Einkauf von Ware oder ähnlichen unternehmerischen Dingen genutzt wird.

Andere Betriebsausgaben im Zusammenhang mit Fremdkapital

Alle Ausgaben, die der Unternehmer hat, um das Fremdkapital bei einer Bank aufzunehmen, sind selbstverständlich auch Betriebsausgaben, so zum Beispiel entstandene Fahrtkosten, Übernachtungskosten oder Reisekosten allgemein. Etwa dann, wenn der Unternehmer mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Bank oder zum Unterzeichnen des Darlehensvertrages fährt.   Gegebenenfalls sind auch mehrere Fahrten oder Besuche beim Kreditinstitut nötig, so dass Übernachtungskosten oder mehrere Fahrten anfallen. Vorstellbar sind auch Betriebsausgaben in Form von Repräsentationskosten, kleinen Geschenken oder Bewirtungskosten, die der Unternehmer hat, um den Bankangestellten oder den Leiter des Kreditinstituts positiv zu beeinflussen und “milde zu stimmen”. Diese Betriebsausgaben müssen allerdings im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen und vorliegenden Urteile liegen und dürfen nicht unangemessen sein.

Etwa bei folgendem Beispiel liegt eine Unangemessenheit vor:

Der Unternehmer möchte von der Bank Fremdkapital zum Kauf einer Maschine in Höhe von 2.500 Euro haben und lädt den Bankangestellten nun zu einem Fünf-Gänge-Menü mit dreitägiger Übernachtung in einem angesehenen Hotel ein. An den Größenordnungen dieses Beispiels erkennt man bereits, dass hier eine Unangemessenheit vorliegt, weil die Ausgaben für Bewirtung und Übernachtungskosten offensichtlich nicht im Verhältnis zum Fremdkapital von 2.500 Euro stehen.   In diesem Zusammenhang beachten Sie bitte die Betriebsausgaben Zinsen, Bearbeitungsgebühren, Disagio sowie Fahrtkosten und Reisekosten.


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