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Gastbeitrag

Von: Frank Schroeder • Veröffentlicht: 15. Februar 2017

Unter einem Gastbeitrag versteht man einen Artikel, den ein Autor für eine Zeitung, ein Internetportal oder ähnliche Medien schreibt, ohne dass er zum Stammpersonal gehört.

In der Regel sind Autoren eines Gastbeitrages noch für andere Auftraggeber tätig oder haben ein eigenes Unternehmen. Sie sind demnach keine Arbeitnehmer, da sie auf eigenes Risiko arbeiten, nicht weisungsgebunden und vollkommen frei hinsichtlich ihrer Arbeitszeit und -gestaltung sind. Daraus folgt, das der Auftraggeber keine Lohnsteuer abzuführen braucht, sondern der Verfasser eines Gastbeitrages seine Einkünfte eigenverantwortlich gegenüber dem Finanzamt erklären muss. Problematisch kann es allerdings werden, wenn ein Gastautor ausschließlich für einen einzigen Auftraggeber schreibt, so dass er daneben nicht mehr anderweitig tätig werden kann. In diesem Fall könnte eine sog. Scheinselbstständigkeit vorliegen, weil der Autor von seinem einzigen Auftraggeber faktisch wirtschaftlich abhängig wäre. Letztendlich kommt es aber auf den konkreten Einzelfall an.

Viele Autoren schreiben einen Gastbeitrag ausschließlich, um Werbung für sich zu machen. Sie bekommen dann kein Honorar für ihre Tätigkeit, sondern werden im Gegenzug als Verfasser eines Artikels mit Foto, Kontaktdaten, etc. genannt. Beispielsweise nutzen viele Steuerberater und Rechtsanwälte einen Gastbeitrag, um ihre Kanzlei werbewirksam zu präsentieren.

Muss man als Unternehmer für einen Gastbeitrag jedoch bezahlen, so ist der Rechnungsbetrag als Betriebsausgabe abzugsfähig, sofern betriebliche Gründe ausschlaggebend sind. Hinzu kommt ggf. noch die Umsatzsteuer, die man sich als Vorsteuer aber wieder erstatten lassen kann.


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