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Krankheitskosten

Von: Frank Schroeder • Veröffentlicht: 15. Februar 2017

Unter Krankheitskosten versteht man Aufwendungen zur Heilung oder Linderung von Krankheiten. Auch Kosten, die infolge einer Krankheit entstehen, zählen zu den Krankheitskosten. Keine Krankheitskosten sind hingegen solche Aufwendungen, die verausgabt werden, um Krankheiten lediglich vorzubeugen oder den allgemeinen Gesundheitszustand zu verbessern (z. B. Vitaminpillen, Nahrungsergänzungsmittel, Diätverpflegung).

In der Regel können Krankheitskosten nur als außergewöhnliche Belastung steuerlich geltend gemacht werden. Eine solche liegt im Steuerrecht immer dann vor, wenn die Aufwendungen zwangsläufig entstehen – d. h. man sich ihnen nicht entziehen kann. Um eine außergewöhnliche Belastung geltend zu machen, muss man die Kosten bei der alljährlichen Einkommensteuererklärung angeben und ggf. auch entsprechende Nachweise beifügen. Aus diesem Grunde empfiehlt es sich, bereits während des Jahres sämtliche Quittungen zu sammeln. Bei außergewöhnlichen Belastungen gibt es eine zumutbare Eigenbelastung. Diese hängt von der Anzahl der Kinder und von der Höhe des Einkommens ab. Sie ist besonders hoch bei Besserverdienern ohne Kinder. Beispielsweise muss ein lediger Steuerpflichtiger ohne Kinder mit einem Einkommen von 40.000 Euro eine Eigenbelastung von 6 Prozent tragen. Erst wenn diese Grenze überschritten wird, wirken sich die Krankheitskosten steuermindernd aus.

Eine Berücksichtigung als Betriebsausgabe kommt bei Krankheitskosten nur in seltenen Ausnahmefällen in Betracht. Etwa dann, wenn eindeutig feststeht, dass eine Erkrankung beruflich bedingt ist – also typische Berufskrankheiten oder Berufsunfälle. Der Vorteil beim Betriebsausgabenabzug besteht darin, dass es keine zumutbare Eigenbelastung gibt. Somit wirken sich die Kosten bereits ab dem ersten Cent aus und können unter Umständen auch zu einem steuerlichen Verlust führen.

Beispiele für Krankheitskosten:

  • Fahrtkosten (Arzt, Apotheke, Krankenhaus, etc.)
  • Kurkosten
  • Künstliche Befruchtung
  • Praxisgebühr
  • Zuzahlungen (Medikamente, Hilfsmittel, etc.)

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