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Ist eine Buchhaltung ohne Steuerberater empfehlenswert?

Von Lars E.

Letzte Aktualisierung am: 19. Februar 2024

Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten

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Ist eine Buchhaltung ohne Steuerberater empfehlenswert?
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Fast jeder Unternehmer hat schon einmal mit dem Gedanken gespielt, die Buchhaltung selbst zu erledigen. “So schwer kann das ja nicht sein und Geld sparen tut man dabei auch”. Beides ist nur unter vielen Vorbehalten wahr. Wem davon abgeraten werden sollte, die Buchführung in die eigene Hand zu nehmen und für wen es sich mit welchen Tipps lohnen kann, erfahren Sie in diesem Artikel.

Zunächst einmal zur ersten Aussage:

“So schwer kann das doch nicht sein”

Doch. Nicht ohne Grund haben 60% der Steuerberater studiert und der Rest mindestens eine dreijährige Ausbildung mit Weiterbildungen etc. hinter sich. Selbst mit einem Buchhaltungsprogramm sind insbesondere umsatzsteuerliche Fallstricke, ordnungsgemäße Rechnungen und Belege, der Zeitpunkt der Versteuerung etc. nicht zu unterschätzen. Auch ist Wert auf die Art der Auswertung zu legen.

Selbst, wer glaubt, das fachliche Know-How zu besitzen, sollte dreifach überlegen, ob er sich ohne Steuerberater an die Buchhaltung herantraut, denn dann hat nur er selbst die volle Verantwortung über Buchhaltung und eventuelle Buchhaltungsfehler.

Buchführung selbst übernehmen?

Wen die Strafen für unsachgemäße Buchhaltung abschrecken, der bleibt beim Steuerberater seines Vertrauens. Wer sich die selbstständige Buchführung zutraut, nimmt das kalkulatorische Risiko in Kauf.

Das Risiko dem Finanzamt gegenüber beiseite, kann eine unprofessionelle Buchhaltung auch dem Unternehmer selbst schaden, denn die Buchhaltung ist in erster Linie für den Unternehmer und auch – aber nur auch – in zweiter Linie fürs Finanzamt.

Folgendes Video erklärt die Frage: Brauche ich einen Steuerberater?

Hinzu kommt, dass der Verzicht auf einen Steuerberater in vielen Fällen gar nicht so viel Geld spart, wie erwartet. Natürlich fallen die Kosten für den Buchhalter weg, jedoch treten dann andere Kosten auf. Da wären zunächst die Kosten für eine ordentliche Buchhaltungssoftware, bei denen man mit mindestens 200 € pro Jahr und kostenpflichtigen Updates rechnen muss. Des Weiteren kommen Personalkosten dazu, falls eine Fachkraft eingestellt wird.

Wer die Buchhaltung selbst übernimmt, sollte den Verlust an Arbeitszeit in seine Rechnung mit einbeziehen. Außerdem: Wenn Sie nur eine Fachkraft für die Buchhaltung haben, was ist mit Urlaub oder Krankheit? Beim Steuerberater gibt es mehrere qualifizierte Mitarbeiter, die sich gegenseitig unterstützen. Oft ist es auch so, dass der Jahresabschluss bei mandanteneigener Buchhaltung aufwendiger und damit teurer ist, als bei der Buchhaltung durch einen Steuerberater.

Unterm Strich kann es sein, dass durch den Verzicht auf einen Steuerberater etwas Geld gespart wird. Wer für dieses Ersparnis ein Risiko dem eigenen Unternehmen und dem Finanzamt gegenüber in Kauf nehmen will und genug Zeit hat, soll es tun. In diesem Fall sollte sich aber vorher ausführlich erkundigt werden, welche Software verwendet werden soll, denn nicht jede Standardsoftware ist für jeden Betrieb gleichermaßen geeignet. Eine vor allem für kleine oder mittelständische Unternehmen geeignete Software ist Datev Unternehmen Online.

Bildnachweise: pictworks - fotolia.com

Über den Autor

Autor
Lars E.

Lars schloss 2015 sein Studium in Betriebswirtschaftslehre ab. Anschließend absolvierte er ein Volontariat in einer kleinen Kölner Redaktion. Seit 2017 ist er fester Bestandteil des Redaktionsteams von betriebsausgabe.de. Hier kann er sein fachliches Wissen mit dem Anspruch, verständliche Texte rund ums Steuerrecht zu schreiben, miteinander kombinieren.