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Businessplan

Von: Frank Schroeder • Veröffentlicht: 24. Mai 2017

Was ist ein Businessplan?

Ein Businessplan ist vor allem für Gründer von besonderer Bedeutung. Er fasst in möglichst übersichtlicher Form eine Geschäftsidee zusammen. Adressaten eines Businessplans sind vor allem Fremdkapitalgeber, die die Umsetzung einer Geschäftsidee finanziell unterstützen. Einige Fremdkapitalgeber verbinden mit der finanziellen Unterstützung auch eine ideelle Unterstützung von Gründern. Weiterhin dient ein Businessplan auch bestehenden Unternehmen als Instrument der operativen und strategischen Weiterentwicklung.

Gute Businesspläne zeichnen sich durch Prägnanz und Verständlichkeit aus. Typischerweise hat ein Businessplan je nach Branche und Umfang fünf bis 50 Seiten. Eine eindeutige Definition der notwendigen Bestandteile existiert nicht. Grundsätzlich gehört jedoch die Vorstellung der Idee, der Personen sowie eine Markt- und Absatzanalyse dazu. Auf die typischen Inhalte wird nachfolgend noch konkreter eingegangen.

Businessplan erstellen, Geschäftsidee zum Erfolg führen, Kalkulationen einer Firmengründung

Auf eine Geschäftsidee folgt der Businessplan: Thomas Reimer – Fotolia.com

Praxistipp: Fremdkapitalgeber erhalten eine Vielzahl von Businessplänen. Dementsprechend ist die Zeit, die einem solchen Plan gewidmet werden kann, sehr begrenzt. Details spielen also nur selten eine Rolle. Weckt ein Businessplan das Interesse, so wird den Autoren in der Regel anderweitig die Möglichkeit geboten, auf ihrer Meinung nach wichtige Details vertiefend einzugehen.

Wie ist ein Businessplan aufgebaut?

Eine eindeutige Definition über die Struktur und Inhalte eines Businessplans existiert nicht. Durch die zunehmende Popularität bildeten sich jedoch mit der Zeit einige Standards, die stillschweigend vorausgesetzt werden. Ein professioneller Businessplan könnte etwa so aufgebaut sein:

Inhalt Beschreibung
Kapitel 1: Executive Summary Eine Zusammenfassung der Geschäftsidee (engl. Executive summary) steht am Anfang eines guten Businessplans. Sie ist möglichst kurz und benennt die wichtigsten Eckdaten der Idee.
Kapitel 2: Idee und Nutzen  

Im zweiten Kapitel wird konkreter auf die Idee eingegangen. Gründer grenzen sich gegenüber Wettbewerbern ab, heben Alleinstellungsmerkmale hervor und vermitteln, welchen Nutzen ein Produkt oder eine Idee für die potentielle Zielgruppe hat.

Kapitel 3: Vorstellung des Teams  

Die an einem Projekt beteiligten Personen werden vorgestellt. Dabei kann sowohl auf die erworbenen Qualifikationen, als auch auf Interessen eingegangen werden. Erworbene Qualifikationen und gewonnene Erkenntnisse, die erfolgskritisch sind, sollten hervorgehoben werden.

Kapitel 4: Marktanalyse  

Jede Idee hat eine Zielgruppe. Mit Hilfe von Statistiken und branchenspezifischen Daten erfolgt eine möglichst exakte quantitative Eingrenzung der Zielgruppe. Ebenso werden Konkurrenzunternehmen analysiert und etwa das Volumen des Zielmarktes festgestellt.

Kapitel 5: Marketing- und Vertriebsstrategie  

Ohne eine ausgefeilte Marketing- und Vertriebsstrategie ist so gut wie jede Idee zum Scheitern verurteilt. Durch die Formulierung von Strategien sollen die zur Verfügung stehenden (oder die im Erfolgsfall zur Verfügung stehenden) Ressourcen möglichst effizient verwendet werden.

Kapitel 6: Rechtsform  

Es erfolgt eine Erläuterung, warum sich der oder die Gründer für eine bestimmte Rechtsform entschieden haben.

Kapitel 7: Finanzen  

Für Fremdkapitalgeber ist der Einblick in die Finanzplanung von besonderer Bedeutung. Hier wird also der Kapitalbedarf beziffert. Ebenso kann im Rahmen einer beispielhaften Gewinn- und Verlustrechnung eine Auflistung der zu erwartenden Kosten und Erlöse erfolgen.

Kapitel 8: Risiko und Alternativen  

Etwaige Risiken werden durch eine entsprechende Analyse erfasst und nötigenfalls Alternativen formuliert. Ein beliebtes Instrument sind die Formulierung von Szenarien (worst-case oder best-case).

 

Wird der Businessplan an diverse Fremdkapitalgeber herausgegeben, so sollte in Erfahrung gebracht werden, ob diese bestimmte Anforderungen an einen Businessplan haben. Insbesondere bei Gründungswettbewerben sind häufig spezifischere Inhalte gefragt. Typische Vorlagen für einen Businessplan finden Unternehmer etwa bei der IHK. Teilweise stehen dort auch branchenspezifisch angepasste Businesspläne als Orientierungshilfe zur Verfügung. So erfordern Businesspläne für die Gastronomie etwa andere Inhalte als ein Businessplan für ein Café oder ein Businessplan für ein Fitnessstudio.

 

Wer braucht überhaupt einen Businessplan?

Grundsätzlich ist die Erstellung eines Businessplans jedem Gründer zu empfehlen. Diese Empfehlung behält ihre Gültigkeit auch, wenn die Gründer gar nicht auf die Unterstützung durch einen Fremdkapitalgeber angewiesen sind. Schließlich dient ein Businessplan Unternehmern während der Umsetzung als praktische Orientierungshilfe, da dort sämtliche Belange, die das gegründete oder noch zu gründende Unternehmen betreffen aufgeführt sind.

Rechtlich verpflichtend ist ein Businessplan nicht. Zur Akquise von Fremdkapital ist er jedoch unabdingbar. Gründer, die ihren Kapitalbedarf also nicht aus eigener Kraft decken können, sollte sich die Frage ob der Notwendigkeit eines Businessplans gar nicht stellen. Er ist die Grundlage einer jeglichen zukünftigen erfolgreichen Geschäftsbeziehung und Diskussionsgrundlage. Da einige Fremdkapitalgeber, insbesondere die sogenannten Venture-Kapitalgeber, auch beratend tätig werden, stellt der Businessplan also auch eine Art Fundament der Zusammenarbeit dar.

 

Wer kann bei einem Businessplan helfen?

Viele Gründer sind auf Grund der Informationsfülle unsicher, ob ihr Businessplan den allgemeinen Anforderungen gerecht wird. Bestehen Zweifel, so bestehen zahlreiche Möglichkeiten bei der Erstellung eines Businessplans Hilfe in Anspruch zu nehmen. Bei der Inanspruchnahme sollte jedoch genau hingeschaut werden: Viele Gründer fallen auf Angebote von Firmen herein, die für die Prüfung und Optimierung eines Businessplans eine stolze Summe verlangen, die das für die Gründung zur Verfügung stehende Eigenkapital merklich schmälert. Dabei stehen fast allen Gründern kostenlose oder kostengünstigere Hilfestellungen zur Verfügung.

So ist die Förderung von Gründungen in vielen Bundesländern und Regionen ein integraler Bestandteil der Wirtschaftspolitik. Regionale und lokale Initiativen bieten häufig Seminare für Existenzgründer an, in denen nicht nur die fachgerechte Erstellung eines Businessplans thematisiert wird, sondern auch rechtliche und buchhalterische Grundlagen vermittelt werden. Empfehlenswerte Anlaufstellen sind etwa die örtlichen Industrie- und Handelskammern, städtische Wirtschaftsförderungen oder Branchenverbände. Diese bieten meist nicht nur eigene Angebote, sondern haben auch einen Überblick über weitere Angebote, die Gründern offenstehen.

Gründungswettbewerbe: Gründungswettbewerbe bieten potentiellen Gründern nicht nur zahlreiche Hilfestellungen, sondern winken auch mit netten Preisgeldern für besonders herausragende Ideen und erleichtern das Knüpfen von Kontakten. Teilweise können Gründer sogar individuell abgestimmte Beratungsleistungen in Anspruch nehmen, die einen echten Mehrwert bieten.

Was kostet ein Businessplan?

In erster Linie kostet ein Businessplan vor allem eins: Zeit. Die Erstellung ist mit einfachen Anwenderkenntnissen problemlos möglich. Die Beauftragung einer Agentur ist in den meisten Fällen nur eine Verschwendung von grundsätzlich knappem Kapital in der Anfangsphase. Lediglich bestehende Unternehmen, die aus ihrer laufenden Geschäftstätigkeit neue Ideen verwirklichen wollen, greifen aus Kapazitätsgründen eher auf die Leistungen von professionellen Agenturen zurück. Wurde diese neben der Erstellung eines Businessplans auch mit weiteren Aufgaben, wie der Erstellung eines speziellen Corporate-Designs, dem Lektorat und der Recherche beauftragt, können die Kosten schnell im fünfstelligen Bereich liegen.

Gründern ist also möglichst viel Eigenregie zu empfehlen. Auf kostengünstige Agenturleistungen, wie etwa ein Lektorat mit Korrektorat oder die hochwertige Bindung der Businesspläne kann bei Bedarf zurückgegriffen werden. Viele Fremdkapitalgeber sind jedoch auch mit der digitalen Übermittlung eines Businessplans einverstanden, sodass auch hier Kosten gespart werden können. Gründer sollten sich stets vor Augen führen, dass ein ansprechendes Design und aufwändig erstellte Texte sicherlich auffallen, den Kapitalgebern aber vor allem nachvollziehbare Kalkulationen wichtig sind.

Was bringt ein Businessplan den Gründern noch?

Der Businessplan ist nicht nur für die anzusprechenden Kapitalgeber von Bedeutung. Er dient auch den Gründern als Wissensbasis und erlaubt es, den Überblick über die mit der Gründung verbundenen Aktivitäten zu behalten. Folgende Vorteile liegen auf der Hand:

  • Existenzgründer nutzen den Businessplan, um ihre Idee zu strukturieren und die Verwirklichung anzustoßen.
  • Ein guter Businessplan erlaubt auch eine verlässliche Erfolgskontrolle und ist Ausgangspunkt eines Controllings. Die einzelnen Gründungsschritte sind nachvollziehbar und Abweichungen werden schnell deutlich. Ergeben sich Anpassungsbedarfe, so reagieren Gründer flexibel und leiten ggf. erforderliche Gegenmaßnahmen ein.
  • Die Erstellung eines Businessplans erfordert eine ganzheitliche Betrachtung der Idee. Wurden etwa wichtige Rahmenbedingungen nicht beachtet, so bietet sich die Möglichkeit, diesen nachträglich gerecht zu werden und deren Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit einer Idee feststellen zu können.
  • Durch eine umfangreiche Markt- und Wettbewerbsanalyse gewinnen Gründer vertiefte Kenntnisse über den Markt und ihre Zielgruppe(n).
  • Erfolgreich umgesetzte Ideen können den Businessplan als Basis für ein Unternehmenshandbuch verwenden, in dem zu einem späteren Zeitpunkt alle unternehmerischen Belange festgehalten werden.

Wann kommt ein Businessplan noch zum Einsatz, außer bei einer Gründung?

In Großkonzernen ist der Businessplan mittlerweile ein verbreitetes Instrument, welches zu zahlreichen Anlässen eingesetzt wird. Bei den folgenden Anlässen ist der Einsatz eines Businessplans bereits üblich:

Gründe für einen Businessplan Beschreibung
Einführung neuer Produkte Die Einführung neuer Produkte ist für viele Unternehmen erfolgskritisch. Eine sorgfältige Planung erfolgt ausgehend von einem spezifisch erstelltem Businessplan.
Expansionen  

Ähnlich bedeutend ist die Expansion, etwa durch eine Erweiterung des Filialnetzes. Mit Hilfe eines Businessplans lassen sich insbesondere nicht sofort erkennbare Risiken identifizieren.

Kooperationen  

Mit einem Businessplan zu einer geplanten Kooperation lassen sich neben den bereits bekannten Inhalten insbesondere treffsichere Aussagen hinsichtlich des Nutzens und den Reaktionen der Zielgruppe(n) treffen.

Interne Innovations- und Forschungsprogramme  

Unternehmerisches Denken ist auch von Seiten der Mitarbeiter häufig mehr als erwünscht. Große Unternehmen setzen etwa Anreize durch interne Förderprogramme an denen sich die Mitarbeiter eines Unternehmens mit eigenen Geschäftsideen beteiligen können.

 

Es ist also nicht verwunderlich, dass die Erstellung eines Businessplans bereits heute in vielen wirtschaftlichen Studiengängen fester Bestandteil des Curriculums ist.

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