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450-Euro-Job

Von: Frank Schroeder • Veröffentlicht: 6. September 2017

Was ist ein 450-Euro-Job?

In Deutschland gibt es viele Personen, die einer geringfügigen Beschäftigung nachgehen. Dies bedeutet, dass das Arbeitsverhältnis entweder nur auf einen kurzen Zeitraum ausgelegt ist oder ein bestimmtes Einkommen und somit eine bestimmte Anzahl an Arbeitsstunden nicht überschreitet. Dieser Höchstbetrag für geringfügige Beschäftigungen liegt derzeit bei 450 €, weshalb umgangssprachlich auch von einem 450EuroJob oder Minijob die Rede ist. Anders als bei umfangreicheren Arbeitsverhältnissen gibt es sowohl für Angestellte, als auch für Unternehmer, die 450 Euro Jobber einstellen, bestimmte Erleichterungen. Dazu zählen etwa diese:

 

Erleichterungen für Arbeitnehmer

 

In einem 450-Euro-Job besteht keine Versicherungspflicht. Beiträge zur Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung müssen also nicht geleistet werden und werden dementsprechend nicht vom eigentlichen Bruttoeinkommen abgezogen. Auch eine Befreiung von der Rentenversicherungspflicht ist möglich, sodass bei einem 450-Euro-Job „Brutto = Netto“ gilt.

 

Erleichterungen für Unternehmer

 

Auch wenn Unternehmer Mitarbeiter einstellen, die einen 450 Euro Job ausüben sollen, ist dies mit wesentlich weniger Aufwand verbunden, als es für eine Voll- oder Teilzeitkraft nötig wäre.

Unternehmer müssen für geringfügig Beschäftigte zwar ebenfalls Abgaben abführen, diese sind jedoch pauschaliert. Zuständig für Anmeldung und Abrechnung ist die MinijobZentrale.

Neben pauschalen Abgaben für Versicherungen und Steuern sind pauschale Beträge für die Umlage U1, die Umlage U2 und die Umlage U3 zu entrichten.

 

Wichtig: Möchten Unternehmer beispielsweise einen 450 Euro Jobber einstellen, der im Privathaushalt und nicht im Unternehmen tätig wird, so sind im Hinblick auf die Abgaben einige Unterschiede zur gewerblichen Beschäftigung zu berücksichtigen. Weiterführende Informationen hält die Minijob-Zentrale bereit.

 

Welche Rechte haben 450-Euro-Jobber?

Prinzipiell genießen Personen, die als 450-Euro-Jobber tätig werden die gleichen Rechte, wie andere Arbeitnehmer. Gesetzlich geregelt ist die geringfügige Beschäftigung unter anderem im Teilzeitund Befristungsgesetz (TzBfG). Mit der Einführung des Mindestlohns und des Mindestlohngesetzes (MiLoG) haben auch Minijobber ein Anrecht darauf. Wenn Unternehmer also 450 Euro Jobber einstellen, sollten sie bedenken, dass deren maximale monatliche Arbeitszeit dadurch beschränkt wird.

Minijob, 450 Euro Job, Geringfügige Beschäftigung

Der Minijob verringert den administrativen Aufwand des Arbeitgebers und bietet steuerliche Vorteile für den Arbeitnehmer: stockWERK – Fotolia.com

  • Beim aktuellen Mindestlohn von 8,84 € pro Stunde (2017) wären dies bei einer vollständigen Ausschöpfung der Einkommensgrenze etwa 51 Arbeitsstunden

 

Was wenn Einkommen über 450 €?

Liegt das regelmäßige monatliche Einkommen über 450 € (5.400 € p.a.), so sind Steuern und Sozialabgaben fällig. Unternehmer und Arbeitnehmer sollten also sorgfältig überlegen, ob dieser Schritt gewünscht ist. Wichtig zu wissen ist, dass auch jährliche Sonderzahlungen oder Boni zum Einkommen gezählt werden. Verdient ein Arbeitnehmer beispielsweise übers Jahr gesehen die maximal möglichen 5.400 € und soll Weihnachtsgeld erhalten, so könnte dies zu einer Minderung des Einkommens führen. Weiterführende Informationen um alle Belange eines 450-Euro-Jobs finden sich im Internetangebot der zuvor erwähnten Minijob-Zentrale unter https://www.minijob-zentrale.de/DE/00_home/node.html

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