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Geringfügige Beschäftigung

Von: Frank Schroeder • Veröffentlicht: 6. September 2017

Was ist eine geringfügige Beschäftigung?

Unter einer geringfügigen Beschäftigung ist eine besondere Art der Beschäftigung zu verstehen, die entweder mit einer geringen Anzahl von Arbeitsstunden, einem geringen Gehalt oder beidem einhergeht. Besser bekannt ist die geringfügige Beschäftigung auch als Minijob oder 450 Euro Job. Kennzeichnend für eine geringfügige Beschäftigung ist, dass zumindest der Arbeitnehmer keine Lohnsteuer zu entrichten hat (sofern es sich um die einzige Beschäftigung handelt) und ebenfalls keine Beiträge zu den verschiedenen Sozialversicherungen zu zahlen hat. Mit der Aufnahme einer geringfügigen Beschäftigung entrichtet der Arbeitnehmer automatisch einen reduzierten Beitrag zur deutschen Rentenversicherung. Auf Antrag kann davon jedoch abgesehen werden, sodass eine geringfügige Beschäftigung mit keinerlei Abzügen verbunden ist.

450 Euro Job, Minijob, Geringfügige Beschäftigung

Eine geringfügige Beschäftigung, auch als Minijob bekannt, wird mit pauschalen Steuersätzen auf Arbeitgeberseite angemeldet: gguy – Fotolia.com

Gänzlich abgabenfrei ist eine geringfügige Beschäftigung jedoch nicht. So muss zumindest der Arbeitgeber durch pauschale Beträge Lohnsteuern und Sozialversicherungsbeiträge entrichten. Auch gelten unterschiedliche Beträge für geringfügig beschäftigte Arbeitnehmer im gewerblichen und häuslichen Bereich.

 

Welche Rechte haben geringfügig Beschäftigte?

Zwar nehmen geringfügig Beschäftigte in gewisser Weise eine Sonderstellung ein, andere Rechte als andere Arbeitnehmer haben sie jedoch nicht. Seit der Einführung des Mindestlohns profitieren geringfügig Beschäftigte allerdings von einer garantiert begrenzten Arbeitszeit. Beim aktuellen Mindestlohn von 8,87 € pro Stunde ist der für eine geringfügige Beschäftigung maßgebliche Wert von 450 € bei etwa 51 Arbeitsstunden pro Monat erreicht. Gleiches gilt im Hinblick auf Kündigungsfristen und Probezeiten. So gilt auch für geringfügig Beschäftigte eine maximale Länge der Probezeit von sechs Monaten, in denen das Arbeitsverhältnis ohne Angabe von Gründen innerhalb von zwei Wochen gekündigt werden kann. Wurde ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis unbefristet abgeschlossen, so gelten spätestens nach der Probezeit die gleichen Regelungen wie für nicht geringfügig Beschäftigte.

Geringfügig Beschäftigten steht darüber hinaus mindestens der gesetzliche Urlaubsanspruch zu, welcher in der Regel anteilig gewährt wird. Wird beispielsweise über ein Jahr immer an zwei Tagen in der Woche gearbeitet, so stehen dem Beschäftigten mindestens acht Urlaubstage pro Kalenderjahr zu. Wurden von vornherein bestimmte Arbeitstage festgelegt (etwa Montag und Mittwoch), so besteht auch an Feiertagen ein Anrecht auf Entlohnung.

Zusammenfassung
Von einer geringfügigen Beschäftigung spricht man üblicherweise dann, wenn ein Unternehmen Aushilfskräfte beschäftigt. Dabei handelt es sich um einen Sammelbegriff für geringfügig entlohnte und kurzfristige Beschäftigungsverhältnisse. Unternehmer sollten die Unterschiede kennen, denn je nach Art des Beschäftigungsverhältnisses ergeben sich unterschiedliche Auswirkungen bei der Steuer- und Sozialversicherungspflicht.

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