≡ Menu
Lexikon » P »

Photovoltaikanlage

Von: Frank Schroeder • Veröffentlicht: 15. Februar 2017

Wer eine Photovoltaikanlage aufstellt, will damit in aller Regel auch Geld verdienen. Aufgrund des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) bekommt man für jede Kilowattstunde selbst erzeugten Strom, den man ins öffentliche Netz einspeist, eine gesetzlich garantierte Vergütung ausbezahlt. Da man somit nachhaltig und mit Gewinnerzielungsabsicht handelt, wird man vom Finanzamt als Gewerbetreibender angesehen.

Den Betrieb einer Anlage muss man dem zuständigen Finanzamt selbstständig mitteilen. Anschließend ergeben sich eine ganze Reihe steuerlicher Pflichten.

Einkommensteuer

Der Gewinn aus einer Photovoltaikanlage ist jedes Jahr bei der Einkommensteuererklärung anzugeben. Zusammen mit den übrigen Einkünften (z. B. Arbeitslohn, Vermietung, Rente) fließt er in das steuerpflichtige Einkommen ein, aus dem sich die zu zahlende Einkommensteuer ableitet. Der Gewinn wird ermittelt, indem man von den Betriebseinnahmen (z. B. Einspeisevergütungen) die Betriebsausgaben (z. B. Betriebskosten, Versicherungen, etc.) abzieht. Die wohl größte Betriebsausgabe stellt normalerweise die sog. Abschreibung für Abnutzung (AfA) dar. Das bedeutet, dass man den Kaufpreis der Anlage nicht sofort voll als Betriebsausgabe verbuchen darf, sondern diesen über mehrere Jahre verteilen muss.

Umsatzsteuer

Als Betreiber einer Photovoltaikanlage unterliegt man auch der Umsatzsteuer, d. h. man muss diese auf die Einspeisevergütungen aufschlagen und dem Energieunternehmen in Rechnung stellen. Im Gegenzug kann man die Umsatzsteuer, welche man von anderen Unternehmern im Zusammenhang mit der Anlage in Rechnung gestellt bekommt (z. B. Kauf der Photovoltaikanlage, Wartungskosten), wieder abziehen (sog. Vorsteuerabzugsberechtigung). Man ist dann verpflichtet, die Umsatzsteuer regelmäßig beim Finanzamt anzumelden und abzuführen. Wer sich diesen bürokratischen Aufwand sparen will, kann sich auch als Kleinunternehmer einstufen lassen. Das geht aber nur, wenn der Umsatz im Vorjahr höchstens 17.500 Euro betragen hat und im laufenden Jahr voraussichtlich nicht mehr als 50.000 Euro betragen wird. Allerdings macht es in der Regel keinen Sinn, die Kleinunternehmerregelung zu wählen, da man dann die Umsatzsteuer auf den Kauf der Photovoltaikanlage nicht erstattet bekommt. Wer sich jedoch für die normale Umsatzsteuerpflicht entscheidet, ist daran mindestens 5 Jahre gebunden.



{ 0 Kommentare… add one }

Einen Kommentar verfassen