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Präsente Arbeitnehmer

Von: Frank Schroeder • Veröffentlicht: 15. Februar 2017

Nicht mehr unüblich in den meisten Firmen ist es, den Arbeitnehmern für besondere Leistungen oder einfach als Anerkennung, Präsente zukommen zu lassen. Dies kann in Form eines Gutscheins geschehen, aber auch in Form von Sachzuwendungen. Es gibt aber bei der Abgabe eines Präsentes an den Arbeitnehmer einige Dinge zu beachten, was die steuerliche Absetzbarkeit betrifft. Eine kleine Übersicht soll helfen, Licht ins Dunkel zu bringen.

Freigrenze lohnsteuerfreie Präsente

Zuerst ist die sogenannte Freigrenze der Steuerfreiheit für den Arbeitnehmer zu beachten. Diese Grenze liegt bei 40€ brutto je Arbeitnehmer. Schon das Überschreiten um einen Cent führt dazu, dass das Geschenk dem Arbeitslohn zugeführt wird und dementsprechend lohnsteuerpflichtig verrechnet werden muss. Das Geschenk würde somit sozialversicherungspflichtig und der Arbeitnehmer muss Krankenversicherungsbeiträge usw. mit abführen. Wohingegen beim Überschreiten der 40€ brutto es für den Unternehmer dennoch eine Betriebsausgabe bleibt. Lediglich wird dies anders gebucht. Während das Geschenk bis 40€ brutto gebucht wird auf das Konto “freiwillige soziale Leistungen lohnsteuerfrei”, wird das Geschenk über 40€ brutto gebucht auf das Konto “freiwillige soziale Leistungen, lohnsteuerpflichtig”.

Aufmerksamkeiten

Einige Ausnahmen stellen verschiedene Aufmerksamkeiten, die keine Geschenke darstellen dar. Beispiele hierfür sind die Bereitstellung von Gebäcken oder Getränken. Diese werden als Aufmerksamkeiten gebucht und sind reine Betriebsausgabe, wo keine Prüfung einer Grenze stattfinden muss.

Gesonderte Anlässe

Ebenfalls bilden gesonderte Anlässe Ausnahmen der Freigrenzen. So kann beispielsweise für Geburtstage, Kommunionen eines Kindes, Präsente zu eventuell bestandenen Prüfungen, die Freigrenze mehrmals im Jahr ausgeschöpft werden. Jedoch ist immer zu beachten, dass die Grenze im Einzelfall nie überschritten werden darf. Sehr wichtig bei allen Geschenken und Aufmerksamkeiten ist immer, den Grund des Anlasses zu vermerken.

Gutscheine

Ebenfalls wichtig zu beachten ist die Abgabe von sogenannten Gutscheinen an Arbeitnehmer. Hier gilt nicht nur die Freigrenze von 40€ brutto. Ganz wichtig bei Gutscheinen ist es zu wissen, dass ein Gutschein auf dem ein feststehender Geldbetrag steht nicht verschenkt werden kann. Selbst bei Nichterreichen der Freigrenze würde der Gutschein dann sofort als Arbeitslohn berechnet werden. Wird allerdings auf dem Gutschein statt des Geldbetrages ein Wert, wie etwa die Anzahl der Litermenge bei Tankgutscheinen oder aber auch die Art der Gegenleistung festgehalten, so kann dieser an den Arbeitnehmer problemlos als Aufmerksamkeit weitergegeben werden. Gebucht wird dieser dann auch unter dem Konto Aufmerksamkeiten.

Weihnachtsfeiern

Dann wären da noch die Weihnachtsfeiern, die ja auch eine Form der Aufmerksamkeit an Arbeitnehmer darstellt. Hier gilt eine Freigrenze von 110€ pro Person und pro Jahr dürfen maximal zwei Feiern dieser Art stattfinden. Übersteigen sich die Werte, löst dies direkt wieder die Lohnsteuerpflicht für den Arbeitnehmer aus, es sei denn der Arbeitgeber führt eine pauschale Steuer in Höhe von 25% auf die Gesamtkosten der Feier ab.


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