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Eigenes Amazon Business: Einblick in die Kosten für den Start mit FBA

Von: Frank Schroeder • Veröffentlicht: 28. Juli 2021

Startkapital für Amazon FBA Kosten

In den letzten Jahren ist die Nachfrage nach Geschäftsmodellen und Business-Ideen, mit denen man sich nebenher etwas Eigenes aufbauen kann, deutlich gestiegen. Dabei sind vor allem jene Modelle attraktiv, die man ortsunabhängig, also online, betreiben kann. Das Internet birgt etliche Möglichkeiten, um genau das auch umzusetzen. Von Dienstleistungen über eine eigene Marketing-Agentur bis hin zum Start eines Amazon FBA Business, gibt es unterschiedliche Wege sich ein Nebeneinkommen aufzubauen oder damit sogar Vollzeit in die Selbstständigkeit zu starten.

Aufgrund der Marktdominanz von Amazon ist vor allem ein eigenes Amazon Business besonders attraktiv. Tatsächlich ist es mit Amazon möglich, ein Geschäft nebenberuflich aufzubauen, große Teile davon zu automatisieren und langfristig davon zu leben. Sobald das Geschäft gut läuft, kann man sich der Tätigkeit als Amazon-Händler in Vollzeit widmen, das Geschäft weiter aufbauen und später sogar für einen guten Betrag verkaufen. Viele Entrepreneure haben das bereits vorgemacht. Aber wie genau funktioniert dieser Weg?

Was versteht man unter einem Amazon FBA Business?

Grundsätzlich sprechen wir hier von dem Handel mit physischen Produkten über den Marktplatz von Amazon. Als FBA Händler nutzt man dabei das Fulfillment Programm von Amazon (FBA), um eigene Produkt direkt in den Lagern des Onlineriesen zu lagern sowie den Versand und das Retourenmanagement abzugeben. Die eigenen Aufgaben bestehen also aus der Beschaffung eines Produkts mittels eines zuverlässigen Herstellers, der Organisierung des Imports und dem Bewerben des Produktes über Amazon hinaus. Dieser Artikel soll dabei einen Einblick geben, was man für den Start braucht, welche Kosten zu Beginn anfallen und worauf man den Fokus legen soll. 

Notwendiges Startkapital für ein Amazon Business

Die Tage in denen man mit wenigen Hundert Euro ein Unternehmen für den Verkauf eigener Produkte auf Amazons starten konnte, sind längst vorbei. Mittlerweile beherrschen Profis das Geschäft. Das ist aber auch gut so, denn als es noch möglich war aus dem Kinderzimmer mit dem Taschengeld ein Amazon Business aufzubauen, litt immer die Qualität der Produkte darunter, was gleichzeitig gegen Amazons Wert der “Customer Obsession spricht.

Wer also langfristig erfolgreich sein möchte, sollte von Anfang an Qualität in den Vordergrund stellen und sich auf die Zufriedenheit der Kunden fokussieren. Um heute ein Amazon Business zu starten sind mindestens 3.000 Euro an Startkapital notwendig. Je mehr man zur Verfügung hat, desto bessere und desto mehr Möglichkeiten hat man bei der Produktauswahl.

Kosten für den Start ins Unternehmertum

Die Anmeldung eines Unternehmens, solange es ein Einzelunternehmen ist, ist absolut überschaubar. Die Kosten für die Gewerbeanmeldung, die steuerliche Registrierung, die Eröffnung eines geschäftlichen Bankkontos und die Anmeldung als Händler auf Amazon belaufen sich gerade einmal auf rund 100 Euro. Diese Schritte sind auch rasch erledigt und sollten auf jeden Fall abgehakt werden bevor man anfängt, aktiv zu werden. Parallel kann man aber schon nach Produkten suchen und mit Herstellern kommunizieren. Es sollte nur noch kein Geld fließen. 

1. Erste Warenbestellung

Der wohl größte Kostenpunkt ist jener für die Ware, die man verkaufen möchte. Hat man erstmal ein passendes Produkt gefunden, das sowohl eine Nachfrage auf Amazon hat als auch eine möglichst schwache Konkurrenz, geht es um die Suche nach einem passenden Hersteller und die Verhandlung um die Herstellungskosten. Was man dabei beachten sollte ist, dass man in der Regel eine Mindestbestellmenge von z.B. 500 Stück hat. Kostet das Produkt also 1 bis 2 Euro in der Produktion, fallen hierfür schon 500 bis 1.000 Euro an. Dabei ist man also etwas beschränkt in der Produktauswahl, daher ist es immer besser mehr Kapital zur Verfügung zu haben. 

2. Bilder und Verpackung

Die Produktbilder sind der wichtigste Hebel im Marketing auf Amazon. Weil die Kunden die Produkte nicht selbst in die Hand nehmen können, bevor sie es auf Amazon kaufen, sollte den Bildern besonderes Augenmerk geschenkt werden. Hier zu sparen kann langfristig zu schlechten Verkäufen und niedrigen Umsätzen führen. Demnach arbeitet man am besten von Anfang an mit einem professionellen Fotografen oder Designer zusammen, um wirklich hochwertige Produktbilder zu erstellen. Kosten für die Bildproduktion können je nach Produkt bei über 100 Euro pro Bild liegen.

Für die Verpackung beauftragt man am besten ebenfalls einen professionellen Designer, günstiger geht es z.B. über Fiverr oder 99Designs. Für unter 300 Euro sollte man auf solchen Plattformen eine ansprechende Produktverpackung designen lassen können.

Wichtig: Pflichtangaben!

Beachten Sie bei Ihren Aufträgen für Produktverpackungen unbedingt die gesetzlichen Vorgaben und Kennzeichnungspflichten. Es gibt Pflichtangaben, die für alle Produkten gelten, welche innerhalb der EU vertrieben werden. In einigen Ländern gibt es zudem gesonderte Kennzeichnungspflichten. Auch bestimmte Produktkategorien haben besondere Vorgaben zu beachten. So gibt es zum Beispiel eine Grundkennzeichnung für Lebensmittel. Auch im Bereich Kosmetik und für Nahrungsergänzungsmittel gibt es strenge Auflagen, die Sie unbedingt einhalten müssen.

3. Zertifikate & Konformität

Ein weiterer Punkt, den man auf gar keinen Fall unterschätzen sollte, ist die Thematik rundum Prüfzertifikaten und Konformität. Wer Produkte in die EU importiert, gilt als Hersteller dieser und ist somit für die Sicherheit des Verbrauchers verantwortlich. Je nachdem welches Produkt man verkauft, ob einfaches Küchenequipment oder komplizierte Elektroprodukte, belaufen sich die Kosten für die notwendigen Zertifizierungen auf wenige Hundert Euro bis zu einigen Tausend Euro. Je einfacher und sicherer das Produkt, desto niedriger sind die Kosten. Für den Start sollte man hier aber zumindest 500 Euro einplanen.

Wer als Amazon-Händler starten möchte, sollte zu Beginn möglichst kleine Produkte verkaufen. Je größer das Produkt, desto kostenintensiver wird das ganze Projekt von der Herstellung über Transport und Lagerung bis hin zur Rücknahme von Retouren.

4. Import nach Deutschland

Die letzte große Kostenstelle ist der Transport der Waren von Asien nach Deutschland, wo sie in Amazon Logistikzentren eingelagert werden, um von dort aus nach Bestellung schnellstmöglich in den Versand zu gehen. Die Kosten für Transport und Import sind natürlich stark abhängig vom Herstellungsland, der Menge und den Abmessungen der Waren. Wer mit einem sehr kleinen Produkt startet und nicht mehr als die Mindestbestellmenge produzieren lässt, sollte sich mindestens 300 bis 500 Euro für den Import nach Deutschland zur Seite legen.

Tipp: Einsteiger sollten mit möglichst kleinen Produkten beginnen! Je größter die Ware wird, desto schwieriger und kostenintensiver ist dann auch der Transport nach Deutschland. Unvorhersehbare Ereignisse wie Naturkatastrophen, Unwetter, Unfälle oder aber auch politische Entscheidungen über Zolltarife, Verkaufsverbote etc. können zu ungeplanten Kosten fürs Zwischenlagern führen. Das kommt zwar extrem selten vor, aber wenn man Pech hat, ist das Zwischenlagern von größeren Produkten natürlich mit sehr hohen Gebühren verbunden.

Fazit: Kosten für den Start auf Amazon ist produktabhängig

Mit den aufgelisteten Punkten habe Sie nun einen ersten Überblick über die größten Kostenpunkte, die etwa 80% des Startkapitals verschlingen dürften. Darüber hinaus fallen weitere Beträge unter anderem für Samples und Qualitätskontrollen oder für eine Markenanmeldung an. Natürlich müssen auch Verwaltung, Buchhaltung und ähnliche Aufwände bezahlt werden.

Hier können Sie sparen:

Man kann zwar von Beginn an versuchen, alles als kleine Ein-Mann-Firma selber zu bewerkstelligen. Aber auch die Zeit, die man in das Projekt investiert, ist nicht zu unterschätzen und sollte einigermaßen menschenwürdig vom Startkapital bezahlt werden.

Hier sollten Sie nicht sparen!

Dann gibt es noch Aufgaben, die nur von spezialisierten Profis erledigt werden können, damit alles vernünftig abläuft. Steuerberatung gehört beispielsweise dazu. Wer die Steuern von Beginn an ignoriert, wird schon nach kurzer Zeit ein blaues Wunder erleben, wenn das Finanzamt eine eigene Schätzung über Umsatz und Gewinn abgibt.

Die größten Kostenfaktoren hängen aber von der Produktkategorie ab. Elektroware, Nahrungsergänzungsmittel, Lebensmittel und alle Produkte, die Auswirkungen auf die Sicherheit oder Gesundheit des Verbrauchers haben könnten, benötigen ein besonderes Augenmerk und kosten auch im Vertrieb mehr. Daneben entscheidet die Produktgröße über Transport- und Lagerkosten.

Wer sich nun für Amazon FBA interessiert und wirklich Schritt-für-Schritt den Prozess verstehen und durchmachen möchte, sollte auf jeden Fall mit erfahrenen Experten in Verbindung setzen, die alle Probleme und Fallstricke des Geschäfts kennen. Auf dem Blog von lukasmankow.com finden Sie detaillierte Artikel, Anleitungen und Anlaufstellen für den Start. Neben genauen Anleitungen zu allen wichtigen Aspekten einer Amazon Geschäftsidee finden Sie dort auch Tipps zur Produktrecherche und Herstellerfindung, bis hin zum erfolgreichen Verkaufsstart auf Amazon.

Beachten Sie aber unbedingt: Sobald das Geschäft anläuft, sollten Sie alle Steuern immer pünktlich melden und bezahlen. Nur so können Sie Nachforderungen durch das Finanzamt vermeiden und die Profitabilität Ihres Geschäftes richtig kalkulieren.

Bildnachweise: © mavoimages - stock.adobe.com, © Amarinj - stock.adobe.com

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