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Betriebsvermögen

Von: Frank Schroeder • Veröffentlicht: 19. Juli 2017

Ein Begriff, über den jeder Selbstständige mit Sicherheit einmal gestolpert ist, ist das Betriebs- bzw. das Privatvermögen. Diese Begriffe und die zusätzliche Differenzierung in notwendiges und gewillkürtes Betriebsvermögen bereiten einigen Unternehmern Kopfschmerzen, da sie oft zu kompliziert erklärt werden. Deshalb finden Sie hier eine Erläuterung, was es mit diesen verschiedenen Vermögensarten auf sich hat.

Ein ca. 10-minütiges Video zur den Begriffen:

Betriebsvermögen

Das Betriebsvermögen ist ein Begriff, der dem deutschen Steuerrecht entspringt. Er beschreibt den Wert aller aktiven Vermögensgegenstände, die ein Betrieb besitzt, abzüglich der Werte aller passiven Vermögensgegenstände. Hierbei wird zusätzlich zwischen notwendigem und gewillkürtem Betriebsvermögen unterschieden:

a) Zum notwendigen Betriebsvermögen gehören alle Wirtschaftsgüter, die notwendigerweise zum Betriebsvermögen gehören müssen. Im Detail heißt das, dass alle Vermögensgegenstände, die mehr als 50% betrieblich genutzt werden, als Betriebsvermögen geführt werden müssen. Die sonstige private Nutzung muss ggfs. versteuert werden.

Ein Beispiel hierfür ist ein Pkw, der zu 60% betrieblich genutzt wird. Die private Nutzung muss hierbei mit der 1%-Regelung versteuert werden.

b) Bei einem Wirtschaftsgut, das mindestens zu 10% und maximal zu 50% betrieblich genutzt wird, hat der Unternehmer bei Anschaffung oder Nutzungsänderung ein Wahlrecht, ob der Gegenstand dem Privat- oder dem Betriebsvermögen zugeschrieben wird. Wird der Gegenstand dem Betriebsvermögen zugeschrieben, spricht man dabei von gewillkürtem Betriebsvermögen.

Ein Pkw der bspw. nur zu 25% betrieblich genutzt werden kann, könnte dem (gewillkürten) Betriebsvermögen zugeordnet werden.

Betriebsvermögen Privatvermögen

Betriebsvermögen oder Privatvermögen? Manchmal können Selbstständige sich das aussuchen.

Detaillierte und u. a. steuerliche Informationen zum 

und zum

erfahren Sie unter dem jeweiligen Link.

Privatvermögen

In § 264c Abs. 3 Satz 1 HGB wird der Begriff zwar erwähnt aber nicht näher definiert. Da das Privatvermögen dem Gegenstück des Betriebsvermögen entspricht, ist einer nähere Definition auch nicht notwendig. Demnach sind alle Wirtschaftsgüter, die weder in das notwendige noch in das gewillkürte Betriebsvermögen fallen, Privatvermögen.

Die Unterscheidung in notwendiges und gewillkürtes Privatvermögen ist im Rechnungswesen unüblich, logisch aber möglich: demnach ist gewillkürtes Privatvermögen ein Wirtschaftsgut, das rechtlich zum gewillkürten Betriebsvermögen gezählt werden könnte (10-50% betriebliche Nutzung), dies aber unterlassen wird. Notwendiges Privatvermögen wäre dann ein Wirtschaftsgut, bei dem es rechtlich nicht möglich ist, es dem Betriebsvermögen zuzuschreiben (betriebliche Nutzung unter 10%).

Ein KFZ, das weniger als 10% betrieblich genutzt wird, muss also Privatvermögen sein. Bei einer betrieblichen Nutzung zwischen 10% und 50% kann der Unternehmer selbst entscheiden, ob es als Betriebs- oder Privatvermögen geführt wird.

 

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