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Fintech

Von Lars E.

Letzte Aktualisierung am: 23. August 2022

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

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Fintech – Definition und Beispiele

Der Begriff „Fintech“ stellt die Abkürzung für financial technology dar, auf Deutsch „Finanztechnologie“ und bezeichnet Innovationen im Finanzsektor, die vor allem technisch getrieben sind. Es handelt sich dabei um eine Art Sammelbegriff für verschiedene Aspekte, beispielsweise um neuartige Finanzinstrumente oder Finanzdienstleistungen. Wenn von Fintech-Unternehmen die Rede ist, dann sind damit Unternehmen gemeint, die ihr Geschäftsmodell ausschließlich digital aufbauen und durch den Einsatz modernster Technologien einen einfacheren, günstigeren Zugang für Dritte versprechen.

In Analogie dazu werden Unternehmen, die Versicherungsdienstleistungen rein digital anbieten, als InsurTech-Unternehmen bezeichnet. Abgrenzungen finden zudem dort statt, wo es um Vermögensverwaltung geht (WealthTech) oder um den reinen Zahlungsverkehr (PayTech).

Welches Potenzial steckt hinter Fintech?

Ziel von Fintech-Unternehmen sind Kosteneinsparungen durch einen niedrigeren Zinsaufschlag.
Ziel von Fintech-Unternehmen sind Kosteneinsparungen durch einen niedrigeren Zinsaufschlag.

Das entscheidende Kriterium hierbei ist der Einsatz und der Grad der Implementierung digitaler Prozesse, Methoden und Grundlagen. Ein Fintech-Unternehmen fokussiert sich auf einige wenige Bereiche, kann also nicht mit dem Angebot einer Universalbank oder eines Spezialinstitutes verglichen werden.

Die Idee hinter vielen Fintech-Neugründungen ist die, dass ein schlankerer Prozess zu niedrigeren Kosten führt, der wiederum an den Kunden weitergegeben wird. Im Bereich der Finanzierung bedeutet das einen optimierten, auf Algorithmen basierenden Auswahl- und Prüfungsprozess, der wenig bis gar keine personellen Ressourcen bindet – im Umkehrschluss fällt der Zinsaufschlag, der die Marge des Fintech-Unternehmens bei Krediten darstellen soll, entsprechend geringer aus.

Viele Fintech-Unternehmen wurden durch Banken oder Versicherungen mit dem nötigen Kapital ausgestattet, das notwendig ist, um ein signifikantes Geschäftsvolumen zu generieren. Man bezeichnet dies als „White-Label“-Lösungen, denn damit erschließen sich Vertreter der klassischen Bankbranche Wachstumspotenziale in der digitalen Sphäre, ohne direkt als Wettbewerber, Anteilseigner o.ä. aufzutreten. Während einige Fintechs sich auf den Bereich des digitalen Bezahlens fokussiert haben, arbeiten andere an Lösungen für Social Trading und Co.

Ein Beispiel für Fintech im deutschsprachigen Raum ist Auxmoney, eine C2C-Kreditplattform, auf welcher viele verschiedene Anleger ihr Geld in ein oder mehrere Kreditprojekte investieren und ihr Risiko damit diversifizieren.

Dadurch ist die Bereitschaft, einem womöglich mit höherem Risiko behafteten Kreditnehmer Geld zu leihen, deutlich erhöht, da der individuelle Anteil selbst gewählt werden kann und ein höheres Risiko im Normalfall auch mit einem höheren Zinssatz abgegolten wird.

Vorteile und Nachteile durch Fintech für den Verbraucher

Fintech-Lösungen richten sich unter anderem an Rentner , deren Einkommen nicht regelmäßig ist.
Fintech-Lösungen richten sich unter anderem an Rentner , deren Einkommen nicht regelmäßig ist.

Da immer mehr Menschen ihre alltäglichen Erledigungen und Bankgeschäfte digital abwickeln, ist das Potenzial von Fintech-Lösungen noch nicht abschließend bezifferbar. Klar ist jedoch, dass Fintech vor allem jenen Personengruppen eine Alternative darstellt, die im klassischen Banksektor keine oder nur unzureichende Möglichkeiten vorfinden. Dazu zählen Selbständige und Rentner, aber ebenso Studenten oder Arbeitslose, gleichermaßen auch Geringverdiener. Hier handelt es sich um Personen, deren Einkommen etwa stark schwankt, mit hohem Risiko behaftet ist, die aufgrund des Kreditbedarfs mit erhöhtem Aufwand verbunden sind oder anderweitig ein Risiko darstellen, das sich durch den Zinssatz und die Laufzeit nicht entsprechend darstellen ließe.

Stellen Fintech Startups eine Gefahr für klassische Banken und Finanzdienstleister dar?

Durch den Wegfall bürokratischer Hürden bei vielen Fintech-Angeboten und den logarithmischen Grundlagen ist es deshalb wahrscheinlicher, ein kostengünstiges Angebot zu erhalten oder überhaupt in den Genuss einer Finanzierung zu kommen. Auch grenzüberschreitende Zahlungen sind durch digitale Zahlungsdienstleister wesentlich günstiger, sicherer und für die beteiligten Personen besser überprüfbar.

Manche Fintech-Lösungen lassen sich nicht in den Alltag integrieren.
Manche Fintech-Lösungen lassen sich nicht in den Alltag integrieren.

Nachteile ergeben sich bei vielen Fintech-Lösungen vor allem dadurch, dass durch das hohe Maß der Digitalisierung und Automatisierung von Prozessen eine Einzelfallentscheidung unwahrscheinlich wird. Da eine Vielzahl an Faktoren zu Entscheidungszwecken herangezogen wird, ist es möglich, dass unter bestimmten Voraussetzungen („harte“ Negativmerkmale wie Insolvenzverfahren, etc.) ein Ausschluss gegeben und damit eine Teilnahme an den entsprechenden Systemen verwehrt bleibt. Je nach Größe und Relevanz führen damit automatisierte Prozesse zu einer mangelnden Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, wenn etwa bestimmte Zahlungsdienste ausschließlich als Zahlungsmittel bei Onlinehändlern angeboten werden.

Bildnachweise: © Kaspars Grinvalds - stock.adobe.com, © Monster Ztudio - stock.adobe.com, © Halfpoint - stock.adobe.com, © Gorodenkoff - stock.adobe.com

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Über den Autor

Autor
Lars E.

Lars schloss 2015 sein Studium in Betriebswirtschaftslehre ab. Anschließend absolvierte er ein Volontariat in einer kleinen Kölner Redaktion. Seit 2017 ist er fester Bestandteil des Redaktionsteams von betriebsausgabe.de. Hier kann er sein fachliches Wissen mit dem Anspruch, verständliche Texte rund ums Steuerrecht zu schreiben, miteinander kombinieren.