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Startup

Von: Frank Schroeder • Veröffentlicht: 27. März 2018

Startup Definition

Ein Startup-Unternehmen bezeichnet ein relativ junges oder neu gegründetes Unternehmen, das sich in einer innovativen oder stark wachsenden Branche zu etablieren versucht. Der Begriff rührt vom Englischen to start up, was in diesem Kontext mit „gründen, etablieren oder in Gang setzen“ übersetzt werden kann. Ein wesentliches Charakteristikum eines Startups ist die Form der Finanzierung, bei welcher klassische Banken im Regelfall gemieden werden. Stattdessen kommen gezielt Finanzierungsmittel durch verschiedene Förderbanken in Betracht, bei Ausgründungen oder in Wachstumsphasen werden zudem Crowdfunding oder Venture-Capital (Wagniskapital) miteinbezogen.

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird der Begriff „Startup“ auch für Unternehmen gebraucht, die eine eigene Unternehmensphilosophie verfolgen, eine differente Art der Mitarbeiterbeteiligung („Mitarbeiteraktien“ als Vergütungsbestandteil, etc.) bieten oder sich in einem neuen, nicht auf wenige große Wettbewerber aufgeteilten Branchensegment unter Beweis stellen. Das Ziel eines Startups ist meist der IPO, also der Börsengang oder eine andere Art der Beteiligung kapitalstarker Dritter.

Erfolgsfaktoren bei Startups

Ein Grund dafür, dass in den letzten Jahrzehnten immer mehr Gründer zu verzeichnen waren, liegt vor allem in dem Ansatz zur Problemlösung in Bereichen, die Wachstumspotenzial versprechen. Nicht ohne Grund werden die meisten Startups deshalb im IT-Segment verortet, denn die Durchdringung des Internets sowie die voranschreitende Digitalisierung und Globalisierung haben Märkte vergrößert oder überhaupt erst geschaffen. Technische Möglichkeiten, die Effizienz steigern und ein Geschäft skalierbar gestalten lassen, können daher als wesentlicher Innovationstreiber bezeichnet werden.

Vor allem im angelsächsischen Raum ist zudem die Verknüpfung nach best practise ein bewährtes Mittel, um Gründer aus dem akademischen Bereich dazu zu bewegen, ihr Know-how und ihre Forschungsergebnisse monetär zu verwirklichen.

Bekannte Startups, sofern sie hier als Beispiel genannt werden können, sind Google, Microsoft, Twitter, eBay, Uber oder Salesforce. Auch Unternehmen wie Facebook, Amazon, PayPal oder Tesla wurden nicht im herkömmlichen Sinne ins Lebens gerufen und sind heute teils Marktführer in ihrem Segment. In Deutschland gelten Xing, Zalando, Eventim oder SoundCloud als die bekanntesten Startups.

Weitere Charakteristiken eines Startup-Unternehmens

Der Begriff „Startup“ ist vom Begriff des „Existenzgründers“ deshalb abzugrenzen, da Letztere in der Regel in einen existierenden Markt eingreifen und ihr Geschäftsmodell zudem nicht auf einer besonderen Innovation oder Finanzierungsart beruht. Grundsätzlich finden sich Startups in der Regel vor allem im Technologiesektor, da hier durch Skalierbarkeit, ein optimiertes Angebot und technische Effizienz vielfach Produkte und Dienstleistungen „marktreif“ gemacht werden können, die auf herkömmliche Art nicht denselben Erfolg versprechen oder es deutlich höhere Hürden zu meistern gilt.

Viele Startups wurden mit dem Ziel gegründet, das Unternehmen binnen weniger Jahr an die Börse zu bringen oder anderweitig Kapitalgeber ins Unternehmen zu holen. Damit verknüpfen viele Gründer die Hoffnung auf eine Bewertung durch die Kapitalmärkte, die das Zukunftspotenzial des Unternehmens bewerten und entscheiden, ob und wie viel Kapital eingeschossen wird. Der Börsengang eines Startups ermöglicht zudem ein weiteres Wachstum in anderen Märkten, über Ländergrenzen hinweg und die weitere Professionalisierung des Geschäftsmodells insgesamt.

Der Standort eines Startups wird häufig dort gewählt, wo durch Wissenstransfer und die Rekrutierung von fachlich gut ausgebildetem Personal ein fruchtbarer Boden für Entwicklung, Innovation und Prosperität vermutet wird. Das Silicon Valley in Kalifornien gilt als „Mekka der Startups“, da hier Unternehmen wie Google, Facebook und Co. ihren Sitz haben und ihrerseits andere Gründer anziehen, die in diesem Umfeld eine höchst kompetitive Gemeinschaft vorfinden, welche die Innovationskraft bestärken soll.

Wer gründet ein Startup?

Da viele Startups aus dem Technologiesektor stammen, handelt es sich bei Gründern von Startups in der Regel um Technikbegeisterte, Ingenieure, Informatiker oder Mathematiker, die durch ihren akademischen Hintergrund ein methodisches Vorgehen gewohnt sind und sich durch einen enormen Tatendrang und eine höhere Risikobereitschaft auszeichnen.

Viele Ideen für Apps oder Internetportale stammen von relativ jungen Gründern, die zuvor keinen oder nur gering entlohnte Jobs hatten und dementsprechend risikofreudig sind in Bezug auf die Arbeitsorganisation, die Verwirklichung einer Work-Life-Balance und anderer Faktoren. Ein „stromlinienförmiges“ Vorgehen wird von vielen Startup-Gründern vermieden, da immer auch eine gewisse Philosophie, ein Wertverständnis sowie ein bestimmtes Arbeitsethos eine übergeordnete Bedeutung einnehmen.

In diesem Kontext kann ein Bezug zum Lean-Startup hergestellt werden. Damit ist eine bestimmte Geisteshaltung oder die Existenz einer Theorie verbunden, wonach ein radikal auf Effizienz, schlanke Strukturen und ein auf das Wesentliche fokussierter Ansatz als erfolgsversprechend angesehen wird. „Learning-by-doing“ wird hierbei als wesentliche Triebfeder gesehen, was erklärt, dass viele Gründer oftmals mehrere Anläufe oder Fehlversuche brauchten, um letztendlich Fuß fassen zu können. Je eher ein Konzept an den Markt gebracht wird und man sich hierdurch marktspezifischen Regeln unterzieht, desto eher wird eine Bewertung der Tragfähigkeit des Unternehmens zugelassen.



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