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Gehalt

Von: Frank Schroeder • Veröffentlicht: 19. August 2022

Beitragsbild: Gehalt

Gehalt

Was versteht man unter Gehalt?

Das Gehalt ist das Arbeitsentgelt, welches Arbeitnehmer vom Arbeitgeber laut Arbeitsvertrag für ihre geleistete Arbeit erhalten.

Wann sagt man Lohn und wann Gehalt?

Angestellte erhalten in der Regel ein Gehalt. Dieses ist fix – es hat also jeden Monat die gleiche Höhe. Arbeiter hingegen bekommen meist einen Lohn. Dieser variiert in der Höhe – je nachdem, wie viele Stunden tatsächlich gearbeitet oder wie viele Stücke produziert wurden. Mehr zum Unterschied können Sie an dieser Stelle nachlesen.

Welches Gehalt ist fair?

Das variiert stark – unter anderem je nach Branche, Art der Tätigkeit, Alter, Berufserfahrung und Qualifikation. Mit einem Gehaltscheck im Internet können Sie prüfen, wie viel Sie im Vergleich mit anderen Personen verdienen. Wie hoch das Durchschnittsgehalt in Deutschland ist, erfahren Sie hier.

Grundlagen: Was ist der Unterschied zwischen Lohn und Gehalt?

Arbeitnehmer stellen ihrem Arbeitgeber ihre Arbeitskraft zur Verfügung. Im Gegenzug dafür erhalten Sie ein sogenanntes Entgelt – das ist ihre Bezahlung. Es wird zwischen zwei Arten des Entgelts unterschieden:

  1. Gehalt: Dieses ist jeden Monat gleich – auch wenn etwa nicht jeder Monat gleich viele Arbeitstage hat.
  2. Lohn: Dieser richtet sich demgegenüber nach der Arbeit, die der Arbeitnehmer tatsächlich abgeleistet hat. Häufig richtet sich der Lohn nach den abgearbeiteten Stunden, es gibt jedoch auch die Möglichkeit, dass sich die Bezahlung nach Anzahl produzierter Gegenstände richtet. Im Gegensatz zum Gehalt kann der Lohn daher von Monat zu Monat schwanken.

Was ist eine Gehaltsumwandlung? Hierbei handelt es um eine Art der betrieblichen Altersvorsorge, die vom Staat finanziell gefördert wird. Ein Teil des Gehalts wird dabei vom Arbeitgeber in die betriebliche Altersvorsorge eingezahlt. Das lohnt sich für Arbeitnehmer, denn diese Beiträge sind bis zu einer Höhe von 564 Euro im Monat steuerfrei und auf einen Betrag von bis zu 282 Euro monatlich fallen keine Sozialabgaben an. Gut zu wissen: Arbeitgeber sind seit 2002 dazu verpflichtet, den Arbeitnehmern eine solche Gehaltsumwandlung zu ermöglichen.

Was bedeutet beim Gehalt brutto und netto?

Zu welcher Gehaltsklasse zählen Sie?
Zu welcher Gehaltsklasse zählen Sie?

Beim Gehalt wird zwischen brutto und netto unterschieden. Gerade Berufsanfänger wissen jedoch häufig nicht, was diese Unterscheidung genau ausmacht und welche Bedeutung sie hat. Dabei ist es eigentlich ganz einfach.

Im Arbeitsvertrag werden Gehälter in brutto festgelegt. Das ist das Arbeitsentgelt vor dem Abzug von Steuern und Sozialabgaben. Wurden diese abgezogen, wird vom Nettogehalt gesprochen. Das Bruttogehalt ist also stets höher als das Nettogehalt.

Vom Brutto werden unter anderem die folgenden Posten abgezogen:

  • Lohnsteuer
  • u. U. Kirchensteuer
  • u. U. Solidaritätszuschlag
  • Beiträge für die Sozialversicherung (u. a. gesetzliche Renten- und Arbeitslosenversicherung)

Warum werden aber in diesem Zusammenhang Gehälter in brutto und netto aufgeteilt? Welche Abzüge erfolgen, variiert je nach Arbeitnehmer – teil sogar sehr stark. Entscheidend ist unter anderem, in welche Steuerklasse er eingruppiert ist, wie viele Kinder er hat und ob er Kirchensteuer zahlen muss.

Möchten Sie Ihr Gehalt nach Abzügen ausrechnen? Dabei helfen Ihnen sogenannte Brutto-Netto-Rechner.

Gehälter in Deutschland: Wie viel Geld verdienen Arbeitnehmer im Schnitt?

Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes verdienten im Jahr 2021 vollzeitbeschäftigte Arbeitnehmer in Deutschland im Durchschnitt 4.100 Euro brutto pro Monat. Je nach Branche, Qualifikation, Art der Tätigkeit und vielen anderen Faktoren schwanken die Gehälter von Personen aber natürlich stark.

Eine Gehaltsabrechnung müssen Sie sechs Jahre lang aufbewahren.
Eine Gehaltsabrechnung müssen Sie sechs Jahre lang aufbewahren.

Zu den Berufsgruppen mit dem höchsten Gehalt zählen unter anderem die folgenden:

  • Ärzte
  • Piloten
  • Fluglotsen
  • Ingenieure
  • Anwälte
  • IT-Fachleute

Fragen Sie sich, wie es im Vergleich mit anderen Personen aus dem gleichen Berufsfeld um Ihr Gehalt bestellt ist? Brauchen Sie dazu Informationen, um eine bessere Position bei der nächsten Gehaltsverhandlung zu haben? Ein Gehaltscheck kann Ihnen dabei helfen. Diesen bieten mittlerweile viele verschiedene Anbieter im Internet an.

Beschäftigte im öffentlichen Dienst können ihre Gehälter nicht verhandeln. Vielmehr werden sie in verschiedene Gehaltstufen – offiziell Entgeltgruppen genannt – eingeordnet. In welcher Gehaltsgruppe ein Beschäftigter startet, orientiert sich an seiner Qualifikation. Wer einen besseren Ausbildungsstand hat, wird in eine höhere Gruppe einsortiert und bekommt damit auch mehr Geld. Jede Entgeltgruppe besteht wiederum aus verschiedenen Stufen. Je länger eine Person beschäftigt ist, umso mehr steigt sie automatisch innerhalb der Gruppe auf – und umso höher ist das Gehalt. Ein Aufstieg in eine andere Entgeltgruppe ist jedoch nur bei Verbesserung der Qualifikation möglich.

Gehaltsabrechnung: Arbeitnehmer müssen diese zwingend erhalten

Arbeitgeber sind gesetzlich dazu verpflichtet, ihren Arbeitnehmern eine Entgeltabrechnung – umgangssprachlich auch Gehaltszettel genannt – zukommen zu lassen. Die rechtliche Grundlage dafür ist § 108 der Gewerbeordnung (GewO). Abs. 1 des Paragraphen besagt Folgendes:

Dem Arbeitnehmer ist bei Zahlung des Arbeitsentgelts eine Abrechnung in Textform zu erteilen. Die Abrechnung muss mindestens Angaben über Abrechnungszeitraum und Zusammensetzung des Arbeitsentgelts enthalten. Hinsichtlich der Zusammensetzung sind insbesondere Angaben über Art und Höhe der Zuschläge, Zulagen, sonstige Vergütungen, Art und Höhe der Abzüge, Abschlagszahlungen sowie Vorschüsse erforderlich.

Der Abrechnung muss also genau zu entnehmen sein, wie sich das Gehalt zusammensetzt und welche Abzüge vorgenommen wurden. Sie sollten Ihren Gehaltszettel stets gründlich prüfen, schließlich könnten Fehler enthalten sein, die sich zu Ihrem finanziellen Nachteil auswirken. Denken Sie außerdem daran, dass Sie die Abrechnung mindestens sechs Jahre lang aufbewahren müssen.

Mittlerweile stellen viele Arbeitgeber einen sogenannten e-Gehaltszettel aus. Hierbei handelt es sich um eine Abrechnung, die den Arbeitnehmern in elektronischer Form zur Verfügung gestellt wird.