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GWG – geringwertige Wirtschaftsgüter

Von: Frank Schroeder • Veröffentlicht: 15. Februar 2017

Definition eines geringwertigen Wirtschaftsguts:

Ab wann ist ist ein Wirtschaftsgut ein GWG

Ein Drucker allein ist kein GWG. Ein Kombigerät aus Drucker und Scanner schon – auf die selbstständige Nutzbarkeit kommt es an.

Zu den geringwertigen Wirtschaftsgütern zählen gemäß § 6 Abs. 2 EStG abnutzbare und bewegliche Wirtschaftsgüter, die selbstständig nutzbar sind. Ein typisches GWG wäre bspw. eine Kaffeemaschine im Büro, da sie abnutzbar, beweglich und selbstständig nutzbar ist. Anders ist es bspw. bei Computerperipherie wie einem Monitor: ein Monitor an sich ohne Inputgerät ist nutzlos, daher sind Bildschirme, Drucker oder ähnliches nicht als GWG zu erfassen. Eine Ausnahme in diesem Bereich stellen große Kombigeräte aus Scanner und Drucker (und ggfs. auch Fax) dar, da hier wiederum die Selbstständige Nutzbarkeit gegeben ist.

Möglichkeit 1: zwischen 150 EUR und 410 EUR

Die Anschaffungskosten eines selbständig nutzbaren, beweglichen Wirtschaftsgutes liegen nicht über 410 EUR netto. Dieser Gegenstand kann im Jahr der Anschaffung voll abgeschrieben werden. Bei einem Verzicht auf die Vollabschreibung muss der Gegenstand über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abgeschrieben werden. Es besteht also ein Wahlrecht.

Möglichkeit 2: über 150 EUR bis einschließlich 1000 EUR

Gegenstände mit Anschaffungskosten bis 150 EUR netto werden sofort abgeschrieben. Bei Anschaffungskosten von 150,01 EUR bis 1.000 EUR muss das Wirtschaftsgut in den Sammelposten des entsprechenden Jahres aufgenommen und gleichmäßig über 5 Jahre abgeschrieben werden.

Das Wahlrecht ist für alle in einem Wirtschaftsjahr erworbenen Gegenstände einheitlich auszuüben.

Die Grenzen von 150 EUR, 410 EUR und 1.000 EUR sind grundsätzlich Nettobeträge. Diese Werte gelten auch für Kleinunternehmer und andere nicht vorsteuerabzugsberechtigte Unternehmer.

Änderung der Behandlung von GWG ab dem 01.01.2008

Folgende Änderungen sind ab dem 01.01.2008 zu beachten:

  • Anhebung der Wertgrenze

Ein GWG liegt vor, wenn sich die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten des GWG zwischen 150 und 1.000 EUR (netto bei umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen) bewegen. Bis zu einem Wert von 150 EUR (netto bei umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen) wird davon ausgegangen, dass das Wirtschaftsgut sofort verbraucht wird. Somit stellt diese Ausgabe bereits zum Zeitpunkt des Kaufs zu 100% eine Betriebsausgabe dar.

  • Abschreibungswahlrecht aufgehoben

Das Abschreibungswahlrecht für GWGs wurde aufgehoben. Diese Wirtschaftsgüter sind über 5 Jahre gleichmäßig abzuschreiben. Dabei ist es nicht von Bedeutung, ob sich die einzelnen Wirtschaftgüter noch im Betriebsvermögen befinden. Der Abschreibungsbetrag ist als Betriebsausgabe zu erfassen.

  • Bildung eines Sammelpostens

Alle GWGs, die innerhalb eines Wirtschaftsjahres gekauft wurden, sind in einem Sammelposten zu erfassen.

Voraussetzungen für ein geringwertiges Wirtschaftsgut:

  • es muss eigenständig nutzbar sein
  • es muss beweglich sein
  • es muss länger als ein Jahr dem Betrieb dienen
  • die Anschaffungs- oder Herstellungskosten liegen zwischen 150 und 1.000 EUR (bei umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen netto)

Folge

Wurde das gekaufte Wirtschaftgut als GWG eingestuft, muss es in einem Sammelposten erfasst werden. Der Sammelposten eines jeden Wirtschaftsjahres ist gleichmäßig über 5 Jahre abzuschreiben. Dabei ist es nicht von Bedeutung, ob sich die einzelnen Wirtschaftgüter noch im Betriebsvermögen befinden. Der Abschreibungsbetrag ist als Betriebsausgabe zu erfassen.

Beispiel 1:

Unternehmer B kauft für sein Büro, in welchem er Kunden oder Lieferanten empfängt, einen neuen Besprechungstisch. Dieser Tisch kostet 300 EUR netto (ohne Umsatzsteuer). Da der Tisch selbstständig nutzbar ist, stellt er für Unternehmer B ein geringwertiges Wirtschaftsgut dar.

Beispiel 2:

Unternehmer C kauft einen Schreibtisch für 1.050 EUR netto. Der Wert liegt über der GWG Grenze von 1.000 EUR, damit liegt kein GWG vor. Der Schreibtisch muss als Betriebs- und Geschäftsausstattung aktiviert werden und gem. der AfA Tabelle über seine Nutzungsdauer abgeschrieben werden.

Beispiel 3:

Unternehmer B erwirbt für eine Maschine ein Ersatzteil. Da dieses Ersatzteil nicht selbstständig nutzbar ist, handelt es sich dabei nicht um ein GWG.

Was ist das Besondere an einem GWG?

Hierauf müssen Sie bei GWG achten

Die Bewertung eines Wirtschaftsguts als GWG kann Geld, aber vor allem Mühe sparen.

Geringwertige Wirtschaftsgüter können, im Gegensatz zu anderen Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens, im Jahr der Anschaffung oder Herstellung voll als Betriebsausgabe abgesetzt werden. Wahlweise kann der Unternehmer das geringwertige Wirtschaftsgut auch über die Jahre seiner Nutzungsdauer abschreiben. Dieses Wahlrecht ermöglicht es ihm seinen Gewinn zu steuern.

Beispiel 1:

Unternehmer B kauft für sein Büro, in welchem er Kunden oder Lieferanten empfängt, einen neuen Besprechungstisch. Dieser Tisch kostet 300 EUR netto (ohne Umsatzsteuer). Da der Tisch selbstständig nutzbar ist, stellt er für Unternehmer B ein geringwertiges Wirtschaftsgut dar.

Beispiel 2:

Unternehmer C kauft einen Schreibtisch für 420 EUR netto. Da er jedoch das Zahlungsziel von 10 Tagen in Anspruch nimmt, darf er 3% Skonto zum Ansatz bringen. Somit beträgt der Nettorechnungsbetrag nur noch 407,40 EUR. Der Schreibtisch wurde durch das gewährte Skonto zu einem geringwertige Wirtschaftsgut.

Beispiel 3:

Unternehmer B erwirbt für eine Maschine ein Ersatzteil. Da dieses Ersatzteil nicht selbstständig nutzbar ist, handelt es sich dabei nicht um ein GWG.

Wie wird Software behandelt?

siehe Software



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