≡ Menu

Grundsteuererklärung: 2022 werden die Weichen für die neue Grundsteuer gelegt

Beitragsbild: Grundsteuererklärung

Im Jahr 2022 kommt auf Grundstücksbesitzer eine wichtige Aufgabe zu: die Grundsteuererklärung, auch Feststellungserklärung genannt. Warum diese nötig ist, welche Angaben Sie machen müssen und wie Sie die Steuererklärung abgeben müssen, verraten wir Ihnen im Folgenden.

Das Wichtigste zur Grundsteuererklärung

Was ist die Grundsteuererklärung?

Die Grundsteuererklärung ist nötig, weil alle Grundstücke in Deutschland neu bewertet werden müssen. In der Erklärung müssen Sie unter anderem angeben, wie groß die Wohnfläche des Gebäudes ist, welches sich auf dem betreffenden Grundstück befindet. Mithilfe dieser Angaben werden die neuen Grundsteuerwerte ermittelt, die zukünftig die Höhe der Grundsteuer beeinflussen. Welche Daten Sie weitergeben müssen, erfahren Sie hier.

Wie macht man eine Grundsteuererklärung?

Sie müssen im Rahmen der Grundsteuererklärung ein Formular ausfüllen. Dieses fragt Angaben zu Ihrem Grundstück ab, etwa dessen Größe. Die Erklärung müssen Sie dann zwischen dem 1. Juli und dem 31. Oktober 2022 elektronisch übermitteln. Mehr dazu können Sie an dieser Stelle nachlesen.

Was ändert sich 2022 an der Grundsteuer?

Die eigentliche Grundsteuerreform kommt erst im Jahr 2025 zum Tragen. 2022 müssen Grundstücksbesitzer jedoch einen wichtigen Anteil dazu beitragen, damit die Reform umgesetzt werden kann: Sie sind dazu verpflichtet, eine Grundsteuererklärung abzugeben. Aus den so gesammelten Daten zu den Grundstücken können die neuen Grundsteuerwerte ermittelt werden, die zukünftig für die Berechnung der Grundsteuer wichtig sind.

Wie berechne ich die neue Grundsteuer?

Die Formel zur Berechnung der Grundsteuer bleibt gleich: Grundsteuerwert x Steuermesszahl x Hebesatz. Allerdings wird der Grundsteuerwert (zuvor Einheitswert) neu festgelegt und auch die Steuermesszahl wird angepasst. Den Hebesatz legen weiterhin die Kommunen selbst fest.

Was ist die Grundsteuer und warum ist eine Reform nötig?

Grundsteuererklärung: Ab Juli 2022 können Sie diese abgeben.
Grundsteuererklärung: Ab Juli 2022 können Sie diese abgeben.

Mit der Grundsteuer wird Grundbesitz besteuert. Besitzen Sie ein Grundstück oder auch Erbbaurechte, müssen Sie diese Steuer zahlen. Für die Ermittlung der Höhe der Steuer wird bislang der sogenannte Einheitswert herangezogen. Dieser soll widerspiegeln, wie viel ein Grundstück wert ist.

Doch die Einheitswerte wurden sowohl in den neuen als auch den alten Bundesländern seit Jahrzehnten nicht mehr angepasst und bilden somit die aktuellen Grundstückswerte nicht mehr korrekt ab. Aus diesem Grund hat das Bundesverfassungsgericht bereits im Jahr 2018 das bislang verwendete System als verfassungswidrig erklärt.

Nun kommt es zu einer Grundsteuerreform, die auch die neue Grundsteuererklärung nötig macht. In deren Zuge wird der alte Einheitswert durch den neuen Grundsteuerwert ersetzt. Ab dem 1. Januar 2025 müssen Eigentümer dann die neu festgesetzte Grundsteuer zahlen.

Bevor dies möglich ist, müssen in einer groß angelegten Aktion ca. 36 Millionen Grundstücke in Deutschland neu bewertet werden. Dafür benötigen die zuständigen Finanzämter bestimmte Informationen und Angaben. Diese müssen Grundstücksbesitzer im Rahmen der Grundsteuererklärung mitteilen.

Angaben in der Steuererklärung für die Grundsteuerreform

Welche Angaben müssen Grundstücksbesitzer in der Erklärung für die Grundsteuer machen? In den meisten Bundesländern wird ab 2025 das sogenannte Bundesmodell zur Erhebung der Grundsteuer angewendet.

Handelt es sich um Wohngrundstücke, werden bei der Grundsteuererklärung die folgenden Informationen abgefragt:

  • Größe des Grundstücks
  • Art der Immobilie
  • Bodenrichtwert
  • Alter des Gebäudes
  • Größe der Nutz- bzw. Wohnfläche

Anders verhält es sich hingegen in den fünf Bundesländern, die ein eigenes Grundsteuermodell einführen. Dabei handelt es sich um Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Hessen sowie Niedersachsen. Je nach Modell müssen dort in der Grundsteuererklärung andere Daten eingetragen werden.

Wie und bis wann müssen Sie die neue Grundsteuererklärung abgeben?

Anpassung der Grundsteuer: Die Erklärung müssen Sie in elektronischer Form einreichen.
Anpassung der Grundsteuer: Die Erklärung müssen Sie in elektronischer Form einreichen.

Grundstücksbesitzer dürfen sich nicht zu viel Zeit lassen: Ab dem 1. Juli 2022 können Sie die nötigen Unterlagen einreichen. Die bezüglich der Abgabe der Grundsteuererklärung einzuhaltende Frist endet aber schon wieder am 31. Oktober 2022. Insgesamt stehen Ihnen also zur Abgabe nur vier Monate zur Verfügung.

Beachten Sie außerdem folgenden Punkt: Die für die Vorbereitung der Reform der Grundsteuer benötigte Feststellungserklärung müssen Sie zwingend in elektronischer Form über das Portal „Mein ELSTER“ abgeben.

Haben Sie dieses noch nicht genutzt, müssen Sie zunächst ein sogenanntes ELSTER-Zertifikat anfordern. Dessen Zustellung kann jedoch bis zu zwei Wochen dauern, weshalb Sie diesen Schritt zeitnah erledigen sollten.

Für einfache Fälle, etwa die Grundsteuererklärung für eine Eigentumswohnung oder ein Einfamilienhaus, soll zusätzlich ein weiteres Portal zur Verfügung gestellt werden. Mit diesem soll die Übermittlung der nötigen Daten in vereinfachter Form möglich sein.

Nur in speziellen Ausnahmefällen wird es möglich sein, das für die Feststellungserklärung in puncto Grundsteuer benötigte Formular in Papierform beim Finanzamt einzureichen. Dafür müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden. Des Weiteren ist dies nur dann erlaubt, wenn zuvor ein entsprechender Antrag gestellt und dieser auch genehmigt wurde.

Darf die Grundsteuererklärung von einem Steuerberater gemacht werden?

Sie müssen die Grundsteuererklärung abgeben, damit Ihr Grundstück neu bewertet werden kann.
Sie müssen die Grundsteuererklärung abgeben, damit Ihr Grundstück neu bewertet werden kann.

Möchten Sie die Feststellungserklärung für die Grundsteuer nicht selbst ausfüllen und beim Finanzamt einreichen? Sie sparen Zeit und Arbeit, wenn Sie diese Aufgabe einem Steuerberater übergeben.

Gut zu wissen: Die für die Grundsteuererklärung anfallenden Kosten, die ein Steuerberater ansetzen darf, können Sie unter gewissen Voraussetzungen steuerlich absetzen – was Ihre Steuerlast senkt. Das ist in der Regel möglich, wenn die Kosten beruflich veranlasst sind. Rein private Steuerberaterkosten werden hingegen steuerlich nicht berücksichtigt.