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Kinderbetreuungskosten

Von: Frank Schroeder • Veröffentlicht: 15. Februar 2017

Unter Kinderbetreuungskosten versteht man Aufwendungen für die Betreuung und Beaufsichtigung von Kindern in bestimmten Einrichtungen (Kindertagesstätten, Tagespflegepersonen, etc.).

Meistens wird eine Kinderbetreuung notwendig, weil die Eltern einer Berufstätigkeit nachgehen und sich daher nicht selbst um ihren Nachwuchs kümmern können. Nachdem die Kinderbetreuung – zumindest teilweise – im Zusammenhang mit steuerpflichtigen Einnahmen steht, werden die Kosten unter bestimmten Voraussetzungen steuerlich berücksichtigt.

Regelung bis Veranlagungszeitraum 2011

Bis einschließlich Veranlagungszeitraum 2011 konnten Eltern diese Kosten zu zwei Dritteln, höchstens aber 4.000 Euro pro Kind und Kalenderjahr wie Betriebsausgaben (Unternehmer) bzw. Werbungskosten (Arbeitnehmer) absetzen. Als Voraussetzung galt, dass das Kind zwischen 0 und 13 Jahre alt sein musste und beide Elternteile einer Erwerbstätigkeit nachgingen. Darüber hinaus wurden Kinderbetreuungskosten aus sonstigen Gründen (Behinderung, Krankheit, etc.) als Sonderausgaben anerkannt.

Neuregelung ab Veranlagungszeitraum 2012:

Mittlerweile werden Kinderbetreuungskosten nur noch einheitlich als Sonderausgaben steuerlich berücksichtigt. Im Gegensatz zur früheren Betriebsausgaben-/Werbungskostenregelung können sich dadurch also keine negativen Einnahmen mehr ergeben. Ob die Betreuung aus beruflichen oder sonstigen (privaten) Gründen erforderlich ist, spielt nunmehr keine Rolle mehr.

Betragsmäßig akzeptiert das Finanzamt nach wie vor zwei Drittel, höchstens aber 4.000 Euro pro Kind und Kalenderjahr. Das Kind darf dabei höchstens das 14. Lebensjahr vollendet haben. Für Kinder mit Behinderung gibt es keine Altersgrenze, wenn die Behinderung vor Vollendung des 25. Lebensjahres eingetreten ist. Für vor dem 1. Januar 2007 eingetretene Behinderungen erweitert sich diese Altersgrenze auf die Vollendung des 27. Lebensjahres.

Das Finanzamt erkennt die Kinderbetreuungskosten nur dann an, wenn eine ordnungsgemäße Rechnung vorliegt und man die unbare Zahlung auf ein Konto des Empfängers nachweisen kann.

Auch eine Möglichkeit: der Arbeitgeber bezahlt für die Kinderbetreuung

In vielen Betrieben ist es üblich, dass der Arbeitgeber ganz oder teilweise für die Kinderbetreuung seiner Mitarbeiter aufkommt. Solche Zuschüsse sind beim Mitarbeiter betragsmäßig unbegrenzt steuerfrei, sofern das Kind noch nicht schulpflichtig ist. Wichtig ist dabei, dass der Zuschuss zusätzlich zum regulären Lohn gezahlt wird und nicht etwa aus Gehaltsumwandlungen oder dergleichen stammt. Die zweckgebundene Verwendung des Zuschusses muss man in jedem Fall nachweisen können (Betreuungsvertrag, Kontoauszug, etc.).

Für den Arbeitgeber ist bei diesem Modell interessant, dass die Zuschüsse an den Mitarbeiter als Lohnaufwand abzugsfähige Betriebsausgaben darstellen, die den Unternehmensgewinn vermindern.


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