≡ Menu

Fahrkarten Vorsteuerabzug möglich?

Von Lars E.

Letzte Aktualisierung am: 16. Februar 2022

Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten

Vorsteuer bei Fahrkarten abziehen
Zum Hauptinhalt springen

Vorsteuerabzug bei Fahrkarten?

Nicht nur bei umweltbewussten Unternehmern kommt es vor, dass sie aus betrieblichen Gründen auf öffentliche Verkehrsmittel zurückgreifen. Unter der Voraussetzung, dass es sich um einen umsatzsteuerpflichtiges Unternehmen handelt, kann hier ggfs. Vorsteuer dem Finanzamt gegenüber geltend gemacht werden. Hier gilt die Umsatzsteuer-Durchführungsverordnung. 

Eine weitere Voraussetzung ist, dass bei der Fahrkarte Umsatzsteuer erhoben wurde. Wo keine Steuer bezahlt wurde, lässt sich keine Steuer zurückholen.

Unter welchen Umständen eine Fahrkarte eine Betriebsausgabe, bei der Steuern geltend gemacht werden können ist, regelt § 34 UStDV:

“(1) Fahrausweise, die für die Beförderung von Personen ausgegeben werden, gelten als Rechnungen im Sinne des § 14 des Gesetzes, wenn sie mindestens die folgenden Angaben enthalten:

  1. den vollständigen Namen und die vollständige Anschrift des Unternehmers, der die Beförderungsleistung ausführt. § 31 Abs. 2 ist entsprechend anzuwenden
  2. das Ausstellungsdatum
  3. das Entgelt und den darauf entfallenden Steuerbetrag in einer Summe
  4. den anzuwendenden Steuersatz, wenn die Beförderungsleistung nicht dem ermäßigten Steuersatz nach § 12 Abs. 2 Nr. 10 des Gesetzes unterliegt und
  5. im Fall der Anwendung des § 26 Abs. 3 des Gesetzes einen Hinweis auf die grenzüberschreitende Beförderung von Personen im Luftverkehr.

Auf Fahrausweisen der Eisenbahnen, die dem öffentlichen Verkehr dienen, kann an Stelle des Steuersatzes die Tarifentfernung angegeben werden.

(2) Fahrausweise für eine grenzüberschreitende Beförderung im Personenverkehr und im internationalen Eisenbahn-Personenverkehr gelten nur dann als Rechnung im Sinne des § 14 des Gesetzes, wenn eine Bescheinigung des Beförderungsunternehmers oder seines Beauftragten darüber vorliegt, welcher Anteil des Beförderungspreises auf die Strecke im Inland entfällt. In der Bescheinigung ist der Steuersatz anzugeben, der auf den auf das Inland entfallenden Teil der Beförderungsleistung anzuwenden ist.”

Also ist der Steuersatz abhängig von der Beförderungsstrecke, bis 50 km ist ein Vorsteuerabzug von 7% vorgesehen. Abgesehen davon, ist es natürlich jedem Unternehmen, egal ob vorsteuerabzugsberechtigt oder nicht, möglich, die Fahrkarte als Betriebsausgabe zu verbuchen.

Bildnachweise: visualpower - fotolia.com

Das könnte Sie auch interessieren:

  • Körperschaftsteuer – Was ist das? Die Körperschaftsteuer (KSt) ist in der Bundesrepublik Deutschland eine Steuer,…

  • Was bedeuten die Begriffe persönliche und sachliche Steuerpflicht? Die persönliche Pflicht beschreibt, welcher Personenkreis Steuern…

  • Die Kfz-Steuer fällt in Deutschland für jedes zulassungspflichtige Kraftfahrzeug an. Aber wie bemisst sie sich?…

  • Was ist die Versicherungssteuer? In der Bundesrepublik Deutschland existiert eine Vielzahl verschiedener Steuern. Die Versicherungssteuer…

  • Was ist die Mehrwertsteuer? Die Mehrwertsteuer ist eine sogenannte Verbrauchssteuer für den Konsum von Gütern…

  • Kapitalertragsteuer - Was ist das? Die Kapitalertragsteuer (KapESt) ist grundsätzlich eine Erhebungsform einer Einkommens- und/oder…

  • Wer etwas erbt, muss in vielen Fällen Erbschaftssteuer zahlen. Verschenkt eine Person jedoch schon zu…

  • Was ist die Verpflegungspauschale? Um eine Ermittlung des tatsächlichen Verpflegungsmehraufwands zu umgehen, gibt es Pauschalbeträge,…

Über den Autor

Male Author Icon
Lars E.

Lars schloss 2015 sein Studium in Betriebswirtschaftslehre ab. Anschließend absolvierte er ein Volontariat in einer kleinen Kölner Redaktion. Seit 2017 ist er fester Bestandteil des Redaktionsteams von betriebsausgabe.de. Hier kann er sein fachliches Wissen mit dem Anspruch, verständliche Texte rund ums Steuerrecht zu schreiben, miteinander kombinieren.