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Schulden

Von: Frank Schroeder • Veröffentlicht: 16. September 2020

Um Schulden zu vermeiden müssen Ausgaben gut geplant werden.

Das Wichtigste zu Schulden

Was sind eigentlich Schulden?

Wir sprechen von Schulden, wenn finanzielle Verbindlichkeiten, also Zahlungsverpflichtungen, gegenüber einem Gläubiger vorliegen. Wenn sie sich anhäufen, wird das Überschuldung genannt.

Kann man Schulden auch erben?

Ja, mit dem Erbfall können auch Schulden auf den oder die Erben übergehen. Was Sie tun können, um dies zu vermeiden, erfahren Sie hier.

Wann verjähren Schulden?

Die meisten Schulden verjähren innerhalb von drei Jahren nach Entstehen und Bekanntwerden des Anspruchs. Wie die Frist berechnet wird erfahren Sie in diesem Abschnitt.

Was sind Schulden überhaupt?

Ob Staaten, Unternehmen oder Privatleute – sie alle können Schulden machen. Schulden entstehen dann, wenn eine (natürliche oder juristische) Person seiner oder ihrer Zahlungsverpflichtung nicht nachkommen kann.

  • Die Person, die die Zahlung vorzunehmen hat, wird Schuldner genannt.
  • Der- oder diejenige, dem oder der Geld geschuldet wird, wird als Gläubiger bezeichnet.
Etwa jeder zehnte Deutsche ist von Überschuldung betroffen.
Etwa jeder zehnte Deutsche ist von Überschuldung betroffen.

In geringem Ausmaß sind Schulden kein großes Problem und sogar ganz alltäglicher Bestandteil unseres Wirtschaftssystems. Heikel wird die Sache dann, wenn sich anhäufende Schulden zur Überschuldung führen. In Deutschland ist – Stand 2019 – etwa jeder zehnte Erwachsene überschuldet.

Schulden können in unterschiedlichen Zusammenhängen auftreten, so beispielsweise als Mietschulden oder als Steuerschulden beim Finanzamt. Außerdem können sie auf verschiedene Weise entstehen, beispielsweise durch Arbeitsplatzverlust, Krankheit oder unüberlegtes Konsumverhalten.

Kann man Schulden erben?

§ 1922 Abs. 1 BGB besagt:

Mit dem Tode einer Person (Erbfall) geht deren Vermögen (Erbschaft) als Ganzes auf eine oder mehrere andere Personen (Erben) über.

Mit dem Vermögen sind allerdings nicht nur die positiven Vermögenswerte gemeint. Auch die Schulden sowie etwaige Bürgschaften des Erblassers gehen auf den oder die Erben über. Der Erbe tritt an die Stelle des Erblassers und haftet dafür auch mit seinem Privatvermögen, wenn das Geld aus der Erbschaft nicht ausreicht um die Schulden zu tilgen.

Wie verhindere ich Verschuldung durch einen Erbfall?

Zeichnet sich ab, dass der Verstorbene hauptsächlich Schulden hinterlassen hat, so können Sie die Erbschaft ausschlagen, um sich nicht selbst zu verschulden. Die Ausschlagung hat innerhalb einer Frist von sechs Wochen zu erfolgen, nachdem von dem Erbe erfahren wurde. Sie sollten sich deshalb frühzeitig einen Überblick das hinterlassene Vermögen verschaffen.

Die Ausschlagung der Erbschaft wird gegenüber dem Nachlassgericht erklärt. Grundsätzlich ist dies nicht mehr möglich, wenn das Erbe bereits angenommen wurde. Dann bleibt nur noch die Anfechtung der Annahme, welche allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich ist. Wer das Erbe ausschlägt, verzichtet damit auch auf den gesetzlichen Pflichtteil. Nur der überlebende Ehegatte kann diesen trotz einer Erbausschlagung einfordern.

Auch Schulden unterliegen der Verjährung.
Auch Schulden unterliegen der Verjährung.

Wann tritt bei Schulden die Verjährung ein?

So mancher Schuldner möchte am liebsten die Augen vor seinen Schulden verschließen und warten, bis diese von selbst verschwinden. Ganz utopisch ist diese Vorstellung nicht: Auch Schulden unterliegen der Verjährung.

Die regelmäßige Verjährungsfrist beträgt in Deutschland drei Jahre.

Sie beginnt mit dem Ende des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist und in dem der Gläubiger Kenntnis von dem Anspruch erlangt hat oder hätte erlangen müssen.

Beispiel: Im Mai 2020 schließen Sie einen Kaufvertrag über ein Möbelstück ab und verpflichten sich zur sofortigen Zahlung. Die Verjährungsfrist beginnt mit Ende des Jahres 2020. Sie endet drei Jahre später, am 31.12.2023. Am 01.01.2024 ist der Anspruch des Gläubigers verjährt.

Bei Steuerschulden tritt die Verjährung erst nach 5 Jahren ein. Grundsätzlich empfiehlt sich, nicht einfach auf die Verjährung zu hoffen und nichts zu tun. Der Gläubiger kann nämlich vorher die Zwangsvollstreckung einleiten.

Hilfe bei Schulden: Eine Schuldnerberatung macht Sinn, um den Weg aus der Überschuldung zu finden.
Hilfe bei Schulden: Eine Schuldnerberatung macht Sinn, um den Weg aus der Überschuldung zu finden.

Wie bekomme ich Hilfe bei Schulden?

Ist die Überschuldung nicht mehr in den Griff zu kriegen, so wird oft externe Hilfe benötigt. Es empfiehlt sich dann, eine Schuldnerberatungsstelle aufzusuchen.

Eine solche Beratung wird von verschiedenen Stellen – auch kostenlos – angeboten.

  • Gemeinnützige Organisationen wie die Caritas oder die Diakonie bieten eine Schuldnerberatung an.
  • Staatliche Stellen beraten von Überschuldung Betroffene.
  • Spezialisierte Kanzleien können dabei helfen, den Weg aus der Schuldenfalle zu finden. Diese beraten Schuldner aber meist nicht kostenlos.

Bevor eine Schuldnerberatungsstelle aufgesucht wird, sollten Sie sicherstellen, dass diese nach § 305 Abs. 1 Nr. 1 Insolvenzordnung (InsO) anerkannt ist. Eine solche Beratungsstelle kann, wenn nötig, auch die Privatinsolvenz einleiten.

Kann bei Schulden ein Kredit helfen?

Grundsätzlich ist es möglich, trotz Schulden einen Kredit zu bekommen. Einen Kredit für Schulden aufzunehmen, macht nur Sinn, wenn die Reduktion der Altschulden so groß ist, dass auch die Zinsen des neuen Kredits abgedeckt werden. Auch in dieser Sache sollten Schuldner am besten eine anerkannte Stelle zur Schuldnerberatung konsultieren.

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