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17500 Euro-Grenze

Von: Frank Schroeder • Veröffentlicht: 22. Februar 2017

Fragen17500 Euro-Grenze

Uhr
Von: Thomas_K
7 Antworten
Hallo alle zusammen, ich bin neu hier und hab mir auch schon ein paar Beiträge zu diesem Thema angeschaut. Bin jedoch von meinem Zuständigen Finanzbeamten etwas gebremst worden.

Fall:
Ich möchte freiberuflich als Ingenieur erstmal die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen (UmSt befreit), da ich nebenher noch normal Arbeite und weiter studiere (Masterstudium).

Jetzt bin ich auch auf diese 17.500,- €-Grenze gestoßen. Mein zuständiger Finanzbeamte!(FA München) meinte, dass ich auf meinen erwirtschafteten Umsatz noch fiktiv die 19 % UmSt. aufschlagen muss!!!. Ergo würde die Grenze bei 14705 €/p.a. liegen die ich tatsächlich in Rechnung stellen darf. Hier im Forum habe ich das Gegenteil gelesen (Mein Steuerberate vertritt die gleiche Auffassung wie hier im Forum) und wiederrum andere Steuerberater (Internetrecherche) vertreten die Meinung des Finanzbeamten.

Was ist denn nun !BELEGBAR! richtig???

Vielen Dank im Voraus (und gemäß dem Fall das ich ein gleiches Thema übersehen haben, entschuldigung 🙄 )

Thomas

Von: Kexel
Uhr
Hallo,

herzlichen Glückwunsch – Sie haben den Unterschied zwischen Finanzbeamter und Steuerberater sowie zwischen persönlicher und Internet-Beratung kennen gelernt.

Und, was lernen wir daraus?

Ein Beamter berät nicht und hat auch keine entsprechende Ausbildung hierzu, er haftet auch nicht für falsche Auskünfte.

Ein Steuerberater berät und ist hierzu ausgebildet und verfügt über umfangreiche Erfahrung auf dem Gebiet der Beratung – er haftet auch für Falschberatung.

Aber, eben nur der persönliche Berater befasst sich umfassend mit Ihren Problemen, er nimmt sich die notwendige Zeit und nicht einfach schnell mal ein paar Zeilen eintippen oder twittern. Auch das Haftungsproblem ist bei der Internetberatung nicht vollständig geklärt.

Quote:
§ 19 Abs. 1 UStG: Die für Umsätze im Sinne des § 1 Abs. 1 Nr. 1 geschuldete Umsatzsteuer wird von Unternehmern, die im Inland oder in den in § 1 Abs. 3 bezeichneten Gebieten ansässig sind, nicht erhoben, wenn der in Satz 2 bezeichnete Umsatz zuzüglich der darauf entfallenden Steuer im vorangegangenen Kalenderjahr 17 500 Euro nicht überstiegen hat und im laufenden Kalenderjahr 50 000 Euro voraussichtlich nicht übersteigen wird.

Wurde im Vorjahr oder wird im laufenden Jahr keine Umsatzsteuer in Rechnung gestellt, ist folglich auch keine hinzuzurechnen. Also Werte sind die tatsächlichen Umsätze (Rechnungsbeträge), ohne Zu- oder Abrechnung fiktiver USt.

Finanzbeamter und Online-Berater liegen falsch!

Von: Thomas_K
Uhr
Hallo, nochmal und vielen Dank für die schnelle Antwort.

Aber (auch auf die Gefahr hin, dass ich Ihnen auf die Nerve falle :mrgreen: ):

Ich hab hier noch ein Buch von dem “akademische Arbeitsgemeinschaft Verlag” in dem auch drin steht, dass es unerheblich ist, ob ich als Kleinunternehmer die 19 % UmSt. nicht in Rechnung stelle, ich muss die 19 % fiktive UmSt. immer zu meinem Gesamtumsatz dazurechnen (was wiederrum 14705,- € / p.a. bedeuten würde). Das Buch ist der Steuerkompass 2008/2009, Seite 456 unterer Abschnitt.
Ich reite so darauf rum, weil es für mich sehr wichtig ist, da ich die freiberufliche Tätigkeit nur nebenher machen werde und mit nichten den Elan habe, jeden Monat eine UmSt.-Voranmeldung auszufüllen (wäre zeitlich gar nicht drin).

Danke nochmal

Gruß Thomas

Von: Kexel
Uhr

warum stellen Sie dann eigentlich noch Ihre Frage, wenn Sie glauben es durch eigene Recherchen besser lösen zu können?

Ach ja, Sie scheinen einer derjenigen zu sein, die im Kreisverkehr linksherum fahren, steht ja so in irgendeinem Forum im Internet oder irgendeinem Buch.

Klar logisch – genauer als jemandem zu vertrauen, der über 30 Jahre Berufserfahrung verfügt und solche Fälle schon x-fach gelöst hat.

Na dann weiterhin viel Spaß – aber nicht hier.

Von: TorstenMo
Uhr
Quote:
Ach ja, Sie scheinen einer derjenigen zu sein, die im Kreisverkehr linksherum fahren, steht ja so in irgendeinem Forum im Internet oder irgendeinem Buch.

Ich liebe es 😀

Mal im ernst, wenn man so ein Problem hat, sollte man nicht ins Netz gehen, sondern einen Steuerberater direkt befragen, schon der Haftung wegen, oder?

Außerdem hat unser Beweis gezeigt, dass es rein steuerlich besser ist einen Steuerberater offiziell zu beauftragen, als das Geld sparen zu wollen.

einfach mal lesen:

https://www.betriebsausgabe.de/blog/2009/01/13/warum-ein-steuerberater-mehr-einkommensteuer-spart-als-kein-steuerberater/

Von: Buchhalter
Uhr
Hallo Thomas_K,

du musst als Kleinunternehmer keine fiktive Umsatzsteuer hinzurechnen. Liegt dein Umsatz im Wirtschaftsjahr unter 17.500,- bist du Kleinunternehmer.
Unter http://www.gruenderlexikon.de/kleinunternehmer-385.html und http://www.gruenderlexikon.de/kleinunternehmerregelung-953.html kannst du weiteres darüber nachlesen.

Belegbar steht die Regelung im UStG, nachzulesen unter: http://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__19.html

Von: Thomas_K
Uhr
Danke Buchhalter, werde ich mal alles ein bisschen durcharbeiten.

Und zu Kexel:
Nette Wortwahl und nette Art und Weise der Antworgestalltung. Es ist ja nicht so, als ob ich etwas verunsichert währe was dieses Thema anbelangt und daher nochmals nachfrage. Aber bei solchen Antworten bekomm ich leichten Brechreiz. Um meine Nachfrag mal so zu verteidigen, dass auch Sie mein Dilemma nachvollziehen können:
Akademische Arbeitsgemeinschaft Verlag -> Laut objektivem Empfängerhorizont, lauter sog. Steuerexperten
Meine Onlinerecherche -> KEINE Onlineberatung, sondern MANDANTENBRIEFE von Steuerberatern und Billanzbuchhaltern, ergo auch sog. Steuerexperten
Mein Finanzamt -> Die Abteilung die später MEINE ESt. bearbeiten wird (Für mich die, die am längeren Hebel sitzten) zumindest noch, da mir jedwede Erfahrung im Umgang mit diesen Herrschaften fehlt

Natürlich fang ich dann an mich zu fragen wer Recht hat. Wenn ich von verschiedenen Steuerexperten verschiedene Meinungen zu diesem Thema höre und lese. Vor allem habe ich in meinen jungen Jahren bereits feststellen können, dass das Argument der jahrelangen Berufserfahrung nicht unbeding etwas über die Leistung aussagen muss. Daher fragte ich nochmal nach, hatte jedoch nicht mit solch einer feindseeligen Antwort gerechnet.

MfG

Thomas

Von: TorstenMo
Uhr
OK, bitte keine Streitigkeiten austragen. Daher sperre ich den Thread. Jeder sollte sich an seine eigene Nase fassen und sich fragen, ob er so richtig reagiert hat, dann klappt´s auch mit dem Nachbarn 😯